Wenn Print auf Digital trifft

23.02.2010

Die Fahrer des Pressegrossisten Schmitz legen bei ihren Touren jede Woche annähernd achtzigtausend Kilometer zurück. Um bei der Auslieferung hohe Zuverlässigkeit zu garantieren, setzt das Unternehmen auf einen neuen PDA.Ein Kiosk mitten im Ruhrgebiet. Es ist sechs Uhr morgens und die Kunden kaufen belegte Brötchen und die Tageszeitung. Auch die ersten Politikmagazine und Sportzeitungen liegen schon im Regal, druckfrisch und tagesaktuell. Mitten in der Nacht wurden die verschiedenen Printprodukte vom Pressegrossisten Schmitz angeliefert, denn sein Job ist es, den Handel und die Lieferung zwischen Verlagen und Einzelhändlern täglich zu organisieren und zu garantieren.

An sieben Tagen in der Woche werden auf den zwölf Versandstraßen der Firma Schmitz rund fünf Mio. Zeitungen und Zeitschriften für die Kunden verpackt. Anschließend werden bei der Kommissionierung alle Pakete in der Warenausgangskontrolle gewogen, etikettiert und per Etikett und Scanner dann maschinell auf ihre Richtigkeit überprüft. „Fehlerfreie Kundensendungen sind unsere höchste Priorität“, so Otto Heuer, Betriebsleiter W. Schmitz GmbH & Co. KG.

Anschließend beginnt der Teil des Vertriebs, welcher in der Abwicklung der Grossistenarbeit die meisten Hürden stellt: die Auslieferung der richtigen Pakete unter hohem Zeitdruck zu den einzelnen Verkaufsstellen. Hier hört die Planung nicht auf. Die gepackten Aufträge werden durch die Fahrer auf Lkws verladen und sind auf den Straßen des Ruhrgebiets unterwegs. Die Verkehrssituation und die menschliche Arbeit können eben nicht am PC gesteuert werden. Um diesen Prozess zu optimieren und zu unterstützen, setzt Schmitz in der Logistik auf eine PDA-gestützte Auslieferung und Tourenabwicklung. Jedes Paket kann so auf seiner kompletten Reise, vom Ende der Kommissionierung über die Beladung der Lieferfahrzeuge bis zur Ablage beim Einzelhändler, verfolgt werden.

Der gesamte Warenfluss der Kundenpakete, von der Auslieferung bis zur Remissionseinholung, kann auf diese Weise sofort vor Ort, im Warenausgang, beim Kunden oder in der Remissionsannahme erkannt und korrigiert werden. Das interne System ist bei Schmitz so ausgereift, dass PGTrack von der Axel Springer AG mit dem Preis des „Goldenen Vertriebs“ ausgezeichnet wurde. Um den hohen Standard bei der Tourenplanung zu sichern, sind beim Grossisten Schmitz über hundert Memor des Herstellers Datalogic Mobile im Einsatz. In diesen mobilen Geräten sind sämtliche für die Route und die geladene Ware relevanten Daten gespeichert und stehen unterwegs jederzeit zur Verfügung.

Über Nacht werden von der Verwaltung die aktuellen Paketbestände des Warenwirtschaftssystems per WLAN-Schnittstelle auf die mobilen Memor übertragen. So erhalten die Fahrer jede Nacht eine exakte kundenbezogene Paketaufstellung ihrer Routen mit der richtigen Ladung. Die PDAs sind zunächst an eine Route gebunden, können aber sehr einfach individuell zugewiesen werden. Nach Angaben von PS Computing kann durch die integrierte Software „PGTrack“ eine unbegrenzte Zahl an Touren mit beliebig vielen Kunden geplant werden. Die Software bildet eine offene Schnittstelle zum Warenwirtschaftssystem und kann deswegen auch problemlos in verschiedene Systeme implementiert werden. Die Fahrer beladen dann ihren Lkw nach den im Memor angezeigten Daten und beginnen ihre Tour.

Unterwegs passt der Memor mit den handlichen Abmessungen von 152 x 55 x 401 mm und einem Gewicht von 210 g problemlos in die Jackentasche der Fahrer, damit sie ihre Routendaten dauernd einsehen können. Das farbige QVGA 65K Grafikdisplay mit Touch Screen ermöglicht ein komfortables Abrufen und Lesen der Tourdaten auch dann, wenn die ersten Zeitungen bei Nacht ausgeliefert werden. Beim Kunden angekommen verladen die Fahrer die Ware in spezielle Abstellboxen, welche mit einem Barcode versehen sind. Sollte der Memor dabei mal aus der Tasche fliegen, ist er mit der Schutzart IP 65 nach einem Sturz noch voll funktionsfähig.

Transparenz für Lieferant und Kunden
Durch Scannen des Codes beim Kunden und der dort abgestellten Pakete ist sichergestellt, dass jeder Kunde die für ihn vorgesehenen Lieferungen erhält. Hat der Kunde Remissionen zu verzeichnen, werden diese vom Fahrer mit dem Memor gescannt und in die Zentrale mitgenommen. So entfällt die große Papiermenge für Liefer-, und Remissionslisten, die früher zum Alltag der Lieferanten gehört hat. Außerdem entsteht durch das Scannen mit dem Memor eine lückenlose Transparenz über den Transportfluss jedes Paketes zwischen Grossist und Einzelhändler.

Alternativ zu den mitgelieferten Akkus können auch extra large Akkus und handelsübliche AAA-Batterien in den Memor eingesetzt werden, sodass es auch bei längeren Fahrten zu keinen Energieausfällen kommt. Durch die Vorteile, die der Einsatz des Memor bringt, werden im gesamten Arbeitsablauf Zeit und Kosten gespart. Die Fahrer sehen die vorgegebene Route immer vor sich und beliefern den Einzelhandel in-time, damit dieser pünktlich mit dem Verkauf seiner Waren beginnen kann. Ein Gewinn für alle Beteiligten.

Am Ende jeder Tour werden die Daten wieder über WLAN in der Zentrale in der Aufladestation, dem so genannten Cradle, aus dem Memor ausgelesen und im System gespeichert. Die wichtigen Informationen sind dadurch in der Warenwirtschaft zur Bearbeitung gespeichert. Ins mobile Endgerät können wieder neue Routen geladen werden. Zusätzlich zum Paketdatenaustausch werden die Kundendaten und Softwareupdates gleich mit übermittelt. PGTrack garantiert bei diesem drahtlosen Vorgang ein sicheres und verlustloses Arbeiten mit den sensiblen Daten.

Wilhelm Schmitz GmbH & Co. KG, E-Mail: post@wschmitz.de, www.pgschmitz.de
Datalogic GmbH, E-Mail: info@datalogic.de, www.datalogic.de

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