Kein bisschen verstaubt
08.03.2010
Seit 40 Jahren gibt es Barcodes. Aber wie sieht die Zukunft der Striche und Punkte aus? Materialfluss befragte bedeutende Anbieter nach ihrer Meinung.
Datalogic: Revival statt Rückgang
In den vergangenen Jahren wurde laut Iris Köber, Marketing Manager von Datalogic Mobile Germany, immer wieder prognostiziert, dass Barcode-Anwendungen in Zukunft rückläufig sein würden: „Von unserer Warte aus ist das Gegenteil eingetreten. In vielerlei Hinsicht hat der Barcode sogar eher ein Revival erlebt. Das liegt sicherlich auch daran, dass sich die Technologie grundsätzlich weiter entwickelt hat und so neue Möglichkeiten und Anwendungen entstanden sind.
So gibt es heute beispielsweise Lösungen im Ticketing-Bereich, wo ein 2D-Code auf dem Mobiltelefon als Eintrittskarte verwendet wird. Auch im Bereich der Serviceautomatisierung gibt es viele neue Barcode-basierende Lösungen, die heute mit Hilfe von Mobilfunktechnologien realisiert werden.
Alternative Technologien, wie beispielsweise RFID, konnten sicherlich in gewissen Bereichen wachsen bzw. sich sogar gegenüber dem Barcode durchsetzen – aber nicht flächendeckend. Die Gründe hierfür sind vielfältig, aber ausschlaggebend ist in vielen Bereichen der Preis. So sehen wir auch weiterhin eine interessante Zukunft für den Barcode und freuen uns auf die kommenden Jahre mit weiteren neuen Barcode-Applikationen.“
Feig: Genau auf die Anwendungen achten
„Als Anbieter von RFID-Hardware stehen wir natürlich in gewisser Weise in direktem Wettbewerb zu Barcode-Systemen. Vielfach wird danach gefragt, ob RFID den Barcode oder den 2D-Code gänzlich verdrängen könne. Diese radikale Ansicht hat Feig Electronic nie vertreten“, erläutert Frithjof Walk, Vertriebsleiter OBID der Feig Electronic GmbH:
„Ein Stück Silizium und eine metallene Antenne zur Herstellung eines Transponders können, auch wenn sie auf einem Stück Papier untergebracht sind, niemals so preiswert sein wie eben ein Stück Papier ohne dies alles. Es gibt Anwendungen in denen der Barcode und dessen Leistungsfähigkeit in einem unschlagbaren Verhältnis von Kosten und Nutzen stehen. Warum sollte man mit aller Gewalt versuchen, jede Identifikationslösung mit RFID zu realisieren.
Auf der anderen Seite gibt es genügend Anwendungen, die nur unter Verwendung der RFID-Technologie eine hinreichende Steigerung an Produktivität und Effizienz erfahren. Wichtig ist bei allen Auto-ID-Technologien, dass der Anwender einen Mehrwert durch deren Einsatz erfährt – überredete Nutzer fühlen sich nie wohl und das ist oft der Grund für das Scheitern aller möglichen Technologieprojekte.“
Intermec: 2D-Barcode im Fokus
Der Trend geht laut Jörg Aßmann, Field Marketing Manager DACH und Eastern Europe bei Intermec Technologies mehr und mehr zum 2D-Barcode: „Dieser hat eine ganze Reihe Vorteile, wie etwa die Platzersparnis, die gerade auf kleinen elektronischen Bauteilen von Vorteil ist, die höhere Datenredundanz, die zu weniger Lesefehlern auch bei teilweise beschädigtem Etikett führt und die um ein vielfaches größere Datenmenge, die sich auf diese Weise unterbringen lässt. Nicht zuletzt aus diesem Grund beschäftigt sich ein 50-köpfiges Team von Intermec in Toulouse seit Jahren gezielt mit der Entwicklung von Area Imagern zur Erfassung von 2D-Barcodes. Der Area Imager hat den Vorteil, dass man den 2D-Code aus allen Winkeln, also omnidirektional scannen kann.“
B&M: Auf die Vielfalt bestens vorbereitet
Der Trend geht laut Thomas Heijnen, Area Manager Deutschland von B&M Tricon Auto-ID Solutions eindeutig in Richtung Koexistenz unterschiedlicher Auto-ID-Technologien: „Einerseits wird der lineare Barcode noch auf Jahre eine wichtige Rolle in der Warenauszeichnung einnehmen. Neue Standards, wie GS1 DataBar, eröffnen u.a. auch neue Möglichkeiten. Andererseits gewinnen 2D Codes – allen voran DataMatrix, z.B. für Pharmaprodukte – und RFID ständig an Bedeutung, und praktisch täglich werden neue Anwendungsmöglichkeiten erschlossen, oft weit weg von der klassischen Warenauszeichnung und -verfolgung.
Auto-ID-Technologien verschiedenster Art werden eingesetzt, um entlang der kompletten Supply Chain die Waren zu verfolgen, Abläufe noch effizienter zu machen, den Lieferservice zu verbessern und auch um das Zusammenspiel zwischen Komponenten- Lieferant und Hersteller noch reibungsloser zu gestalten. B&M Tricon ist auf diese Vielfalt laut Heijnen bestens vorbereitet und besitzt Know-how und Lösungskompetenz in praktisch allen wichtigen Auto-ID-Bereichen, vom 1D-Barcode, über 2D-Codes bis zu RFID, Imaging und Sensorik: „Und mit der Middleware Datakey ein überaus flexibles Instrument zum Anbinden der erfassten Daten über Datenfunk direkt in das ERP-System. Die Hersteller- und Technologie- Unabhängigkeit garantiert den Kunden eine optimale Lösung maßgeschneidert auf seinen Bedarf zum besten P/L-Verhältnis.“
Dascom: Die Vorteile im Blick behalten
Auch wenn in den meisten Publikation das Thema RFID den guten alten Barcode immer weiter verdrängt, so hat diese Art der Produktauszeichnung laut Michael Ried, Marketing Manager der Dascom Europe GmbH, noch lange nicht ausgedient: „Der meist diskutierte Punkt hier ist sicherlich der Kostenaspekt, da die Transponderetiketten im Vergleich zum gedruckten Barcode höhere Einstandskosten haben. Darüber hinaus bietet der Barcode aber auch weitere Vorteile in Bereichen, wo ein kurzer Lebenszyklus zu erwarten ist oder wo es auf Grund von geringen Abmessungen zu Platzproblemen kommen kann wie z.B. bei Elektronikbausteinen. In der Vergangenheit hat sich der Barcode weiterentwickelt, um so den heutigen Anforderungen gerecht zu werden. Derzeit dominieren noch 1-dimensionale Varianten, die aber zunehmend durch 2-dimensionale Varianten ersetzt werden sollen.“
„Mit Erweiterung unseres Produktportfolios im Bereich der Thermodrucker bieten wir hier bereits robuste Geräte für den industriellen Einsatz an. Dieser Bereich wird im nächsten Jahr noch weiter ausgebaut. Zusammen mit den bestehenden Nadel- und Zeilendruckern stellen wir dann die wichtigsten Drucktechnologen für den professionellen Einsatz zur Verfügung. Die Frage ist nicht RFID oder Barcode. Hier wird es eine Symbiose zwischen beiden Alternativen geben und der Kunde wird die für Ihn passende Lösung wählen“, so Ried weiter.
B&M Auto-ID Systeme GmbH, E-Mail: office@bm-tricon.de, www.bm-tricon.com
Dascom Europe GmbH, E-Mail: info.de@dascom.com, www.dascom.com
Datalogic GmbH, E-Mail: info@datalogic.de, www.datalogic.de
Feig Electronic GmbH, E-Mail: info@feig.de, www.feig.de
Intermec Technologies GmbH, E-Mail: info@intermec.de, www.intermec.de
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