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Synergien in Solar

05.03.2010

Von ihrem Lieferantenlager bei Kassel aus versorgt ein Dienstleister das nahe gelegene, weltweit größte Werk für Solarwechselrichter der SMA Solar Technology AG. Dank dieser Kontraktlogistik- Lösung ist das Unternehmen in der Lage, sich auf eigenen Stärken zu konzentrieren.

In einer langfristigen Kooperation versorgen die Experten von DB Schenker als Kontraktlogistiker vom nahe gelegenen Kaufungen aus die Produktionslinien der SMA Solar Technology AG mit Materialien und Komponenten. „Als wir den Auftrag von SMA erhalten haben, die Produktion im neuen Werk kontinuierlich mit Rohstoffen und Komponenten zu versorgen, haben wir uns dazu entschlossen, ein eigenes Lieferantenlager hier in Kaufungen einzurichten“, erklärt Ulrich Meißner, Leiter der Geschäftsstelle Kassel (Landverkehr/ Logistik) der Schenker Deutschland AG anlässlich der offiziellen Eröffnung des Lieferantenlagers.

„Und gemeinsam mit unserem Kunden haben wir dieses Unterfangen in nur zehn Wochen in die Tat umgesetzt und Planung, Umzug und Inbetriebnahme des neuen Lagers realisiert.“ Damit für die SMA Solar Technology AG auch während des Umzugs eine sichere Fertigung gewährleistet war, lief der Logistikbetrieb weiter. Parallel wurden rund 5 000 Paletten aus den DB-Schenker-Standorten in Lohfelden und der Kasseler Osterholzstraße im neuen Lieferantenlager in Kaufungen zusammengeführt. So kamen die ersten Versorgungslieferungen für das neue SMA-Werk noch von der Osterholzstraße, doch schon kurze Zeit später übernahmen die Mitarbeiter des neuen Lagers die Regie.

Seit Ende Mai dieses Jahres führen die Logistikexperten an der Industriestraße im Kaufunger Gewerbegebiet für SMA Deckel und Gehäuse, Leiterplatten, Verpackungen und andere Produktionskomponenten zusammen. Hierzu steuern täglich rund 20 Lkw den Wareneingang an, werden entladen und die gelieferten Materialien werden kontrolliert und zwischengelagert. Nach dem Kanban-System ruft die SMA Solar Technology AG die benötigten Teile im Kaufunger Lieferantenlager ab und steuert so den Teile-Nachschub innerhalb ihrer Produktionskette. Bei diesem Zulauf-Prinzip melden diejenigen Stellen innerhalb der Fertigung, die bestimmte Einzelteile benötigen, bei den Zulieferern ihren Bedarf an.

Dies geschieht entweder, indem sie leere Behälter an einem bestimmten Übergabeplatz bereitstellen, die durch volle ersetzt werden, oder, wie in der Kooperation zwischen SMA und der Schenker Deutschland AG, indem sie den Nachschub per Bestellkarte (japanisch: Kanban) ordern, auf welcher Art und Menge der gewünschten Teile festgehalten werden. Der Materialfluss in der Logistikkette wird dabei durch die verbrauchende Stelle ausgelöst. So ist die SMA Solar Technology AG mit der Steuerung ihrer Produktionsversorgung nach dem Pull-Prinzip und der Zusammenarbeit mit den Kontraktlogistikern von DB Schenker in der Lage, ihre Bestände vor Ort möglichst klein zu halten und flexibel auf einen veränderten Bedarf reagieren zu können.

Im Gleichschritt mit dem Kunden
Um dem Kunden als Logistikdienstleister jederzeit zur Seite zu stehen, hat DB Schenker seine Arbeitszeiten in Kaufungen exakt an die des Kunden angepasst. An sechs, bei Bedarf aber auch an sieben Tagen in der Woche, kommissionieren die Logistiker rund um die Uhr in drei Schichten den Materialzulauf zum Produktionswerk. Zwei Sattelzugmaschinen mit insgesamt fünf Aufliegern sind hierzu im 90 Minuten-Takt im Einsatz und bringen pro Tag rund 500 Paletten in das nur wenige Kilometer entfernte SMA-Werk, die gleiche Palettenanzahl entsorgt DB Schenker täglich als Leergut.

Um die Just-in-time-Versorgung der Produktionslinien mit den richtigen Materialien und Komponenten sicherzustellen, ist eine zuverlässige Einhaltung des vorgegebenen 90-Minuten-Takts für DB Schenker oberste Pflicht. Darum sind zwei der sieben Andock-Tore des Lieferantenlagers ausschließlich für die Kanban-Versorgung von SMA reserviert. Die Kasseler Logistikexperten sind nicht nur dafür verantwortlich, dass die Linien des neuen SMA-Werks in Niestetal stets gut bestückt sind. Drei weitere Geschäftsbereiche der SMA Solar Technology AG werden von ihnen, individuell auf den jeweiligen Bedarf abgestimmt, mit Komponenten versorgt. Rund 200 Paletten bringt DB Schenker für sie im Kaufunger SMA-Lieferantenlager täglich auf den Weg. Da die Solarbranche starken saisonalen Schwankungen unterworfen ist, richtet SMA seine Fertigung flexibel am Markt aus.

Bei der Wahl des richtigen externen Dienstleisters für die Produktionsversorgung im Kanban-Verfahren konnte das Unternehmen bereits auf umfangreiche Erfahrungen mit der Schenker Deutschland AG zurückblicken. Beide wussten daher schon vor Aufnahme der Produktionsversorgung im Kanban-Verfahren, dass die enge Abstimmung eine wichtige Voraussetzung für den reibungslosen Ablauf aller Prozesse der Kontraktlogistik ist. „So war für uns die Einrichtung des speziellen SMA-Lieferantenlagers ein wichtiger Schritt, der die Zusammenarbeit mit unserem Kunden noch intensiver und enger gestaltet“, erklärt Geschäftsleiter Ulrich Meißner. Einmal in der Woche treffen sich Mitarbeiter von SMA und der Schenker Deutschland AG zu einem eigens eingerichteten Qualitätszirkel, um aktuelle Anforderungen an den Logistikbereich zu besprechen.

Und auch zu verschiedenen weiteren Themenbereichen haben beide Logistikpartner unternehmensübergreifende Arbeitsgruppen gebildet, die den kontinuierlichen Austausch untereinander sicherstellen und so gewährleisten, dass die Kontraktlogistiker von DB Schenker alle logistischen Prozesse stets den Bedürfnissen des Marktes entsprechend optimieren. „Längst ist Logistik im globalen Wettbewerb der Unternehmen zu einem entscheidenden Faktor geworden, bei dem Produktverfügbarkeiten, kurze Laufzeiten und ein reibungsloser Informationsfluss entscheidend zum Unternehmenserfolg beitragen,“ erläutert Dr. Michael A. Kluger, im Vorstand der Schenker Deutschland AG für die Logistik verantwortlich. „Die Zusammenarbeit mit der SMA ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie Kontraktlogistik ein Unternehmen in die Lage versetzt, auf Dauer sicher, effizient und höchst wirtschaftlich zu produzieren.“

SMA Solar Technology AG, E-Mail: info@sma.de, www.sma.de
Schenker Deutschland AG, E-Mail: info@schenker.com, www.schenker.de

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