Verpackungstechnik
Speziallösung für Sensibelchen
Verpacken muss nicht immer Standard sein. Auch individuelle Lösungen für besonders empfindliche Produkte sind möglich. Das Besondere: Dies kann auch Just-in-Time erfolgen.Der 1980 gegründeten Fachgruppe „Verpacken nach HPE-Standard“ gehören rund 60 der 350 Mitgliedsunternehmen des Bundesverbandes Holzpackmittel, Paletten, Exportverpackung (HPE) an. Die zertifizierten Unternehmen zeichnen sich durch langjährige Erfahrungen im Verpacken von Industrie- und Exportgütern aus.
Sie erbringen auf Basis der HPE-Verpackungsrichtlinien auch Justin- Time ihre Verpackungsleistungen nach dem neuesten Stand der Technik und sind für Kunden an dem Fachzeichen „Verpackung nach HPE-Standard“ zu erkennen. „Das Fachzeichen steht für die Werterhaltung von Produkten wie großen Maschinenteilen oder Bestandteilen von industriellen Anlagen und damit auch für die Vermeidung kostspieliger Produktionsverzögerungen und Produktionsausfälle beim Endkunden“, so Siegfried von Lauvenberg, Geschäftsführer des HPE.
Streng nach HPE-Standard verpacken unter anderem die Unternehmen Anton Klein Industrieverpackungen aus Hennef, Deufol Exportverpackung aus Oberhausen und Kisten Jansen aus Langenfeld. Für sie wie für die weiteren Mitglieder der Fachgruppe stehen Sicherheit und Qualität im Verpackungsgewerbe an erster Stelle.
„Als Mitglied der HPE-Fachgruppe haben wir uns dazu verpflichtet, für die regelmäßige Fortbildung der Mitarbeiter auf speziellen Verpackerlehrgängen zu sorgen. Die Schulungen an der Holzfachschule Bad Wildungen bestehen aus einem Basisund einem Aufbaulehrgang“, erklärt Maria Klein-Schmidt, Kaufmännische Leiterin bei Anton Klein.
Intensive Schulungen Verschiedene Bereiche werden während der Schulungen behandelt: Die Statik der Verpackung, die Ladungssicherung sowohl des Transportgutes in der Verpackung also auch des verpackten Gutes auf dem Transportmittel, die fachgerechte Herstellung maßgeschneiderter Transportmittel für jeden möglichen Einsatzzweck sowie das Stauen von Packstücken im Container.
„Auf diese Lehrgänge bauen intensive innerbetriebliche Seminare auf, welche die Mitarbeiter auf dem aktuellsten Stand halten“, so Ralf Eigenbrodt, Geschäftsführer von Kisten Jansen. Viele Anlagen, die für den Transport vorbereitet werden, bestehen aus mehreren hundert Einzelteilen wie etwa Schaltschränken, Stahlteilen, Bühnenteilen oder Maschinen.
„Um eine konsequent hohe Verpackungsqualität zu gewährleisten, ist die Ausbildung der Mitarbeiter deshalb von höchster Priorität“, fügt Maria Klein- Schmidt hinzu. Die Mitglieder der Fachgruppe halten sich dabei streng an die HPE-Verpackungsrichtlinien, in denen ähnlich einer DIN-Norm Standards für beanspruchungs- und marktgerechte Verpackungen geregelt sind.
Auditierung als Ergänzung Fachgerechtes Verpacken erfordert allerdings nicht nur eine einmalige Weiterbildung der Mitarbeiter. „Ganz wichtig ist auch die seit 2007 durchgeführte Auditierung der Fachgruppenmitglieder durch unabhängige Sachverständige“, erläutert Siegfried von Lauvenberg. Der Auditor prüft, ob die für das „Verpacken nach HPE-Standard“ notwendigen Prozesse vollständig beherrscht werden.
Fachverpacker, die das Audit erfolgreich absolviert haben, dürfen das Fachgruppen- Logo „Verpackung nach HPE-Standard“ verwenden. Eine Urkunde bescheinigt, dass das Unternehmen die Anforderungen des Standards erfüllt. „Die aktuelle Auditierung ist gerade abgeschlossen worden, und die erfolgreichen Firmen heben sich jetzt anhand des Fachzeichens qualitativ von anderen Firmen ab“, so von Lauvenberg. Für rechtliche und wirtschaftliche Sicherheit des Kunden sorgt die Verpackerhaftpflicht- Versicherung.

Diese deckt Schäden ab, die trotz aller Sorgfalt durch eine fehlerhafte Verpackung entstehen können. Anders, als beim Transporteur, wird hierbei nicht nach Warengewicht versichert, sondern im Interesse der Kunden der gesamte Warenwert. „Diese Versicherung ist von den Leistungen her vergleichbar mit einer Vollkaskoversicherung für ein Kraftfahrzeug. Sie ist für uns sowie für jedes weitere Fachgruppenmitglied obligatorisch“, erklärt Mark Agatz, Prokurist der Firmengruppe Deufol.
Die reine, fehlerfreie Verpackungsleistung reicht jedoch schon lange nicht mehr aus, um am Markt erfolgreich zu bestehen: „Der Kunde erwartet heute ein umfangreiches logistisches Angebot in Form eines Komplettpaketes. Die zertifizierten Verpackungsunternehmen haben deshalb ihr Know-how sowie ihr Dienstleistungsspektrum erheblich erweitert“, erklärt Mark Agatz.
Dazu zählt neben einer Verpackungsberatung, dem Verpacken von Industriegütern aller Art inklusive Korrosionsschutz und der containergerechten Verpackung samt Containerstau auch die Einlagerung und Kommissionierung, die Erstellung von Versanddokumenten und die Durchführung sowie Vermittlung von Transportleistungen. „Ganz wichtig ist auch eine EDV-gesteuerte Auftragsabwicklung, die viele Fachgruppenmitglieder eingeführt haben“, betont Maria Klein-Schmidt. So können die Unternehmen und der Kunde jederzeit jede Komponente im Versandablauf identifizieren und örtlich zuordnen.
Bundesverband Holzpackmittel, E-Mail: [email protected], www.hpe.de









