Palettensicherung – so oder so
04.01.2010
Stretchen, Wickeln und Schrumpfen sind gängige Verfahren der Ladungssicherung. Geschwindigkeit und Kosten zählen zu den Hauptfaktoren bei der Auswahl einer Anlage. Im High-End-Bereich gibt es Neuheiten, die sich durch besonders hohe Leistung auszeichnen.
Er sei „Der schnellste Wickler aller Zeiten“ – diese Bezeichnung reklamiert die AetnaGroup für ihren neuen Stretchfolien-Doppelkopfwickler mit Aufnahme für 750-mm- Rollen. Die Helix HS40/2 wickelt mit zwei 750-mm-Rollen gleichzeitig und benötigt dank der breiteren Folienbahn weniger Umwicklungen ohne Einbußen bei der Stabilität. Die Folge ist eine höhere Geschwindigkeit: Der maximale Durchsatz liegt bei über 200 Paletten pro Stunde. Getrennte Steuermöglichkeiten für beide Wickeleinheiten erlauben unabhängige Wicklungen am unteren und am oberen Rand der Palette. Durch das Verschweißen der Folienenden ist dennoch nur eine Endwicklung nötig.
Die elektronische Motorsteuerung ermöglicht einen Vorspannungsgrad von bis zu 300 %, und mit einer Bauhöhe von nur 3,8 m lässt sich die Maschine auch in beengten Verhältnissen einsetzen. Tempo spielte auch eine Rolle bei einem aktuellen Projekt der Quandel GmbH: Die West-Zentra Erfrischungsgetränke GmbH & Co. KG ist eine Produktionsgesellschaft der deutschen Coca-Cola-Organisation. Die Anlagen des Unternehmens erlauben die Abfüllung von 36 000 1,25-Liter PET-Flaschen oder von 234 000 0,33-Liter Dosen pro Stunde. Auch die Paletten- Endverpackung muss auf so hohe Leistung ausgelegt sein. Unter diesen Umständen entschied sich Zentra für zwei Paletten-Stretchautomaten vom Typ Haloila Octopus 1800 SF, geliefert und projektiert von Quandel.
Jeder der beiden Maschinen kann bei Vollwicklung 100 Paletten pro Stunde verarbeiten – und hat dabei noch Leistungsreserven. Beide sind mit einem High-Speed-Kit ausgestattet, das die Ringumdrehungsgeschwindigkeit des Wicklers um 15 % steigert und stärkere Antriebsmotoren beinhaltet. Mittlerweile steht sogar eine noch leistungsfähigere Version des Octopus 1800 SF zur Verfügung: Die Ausführung „Twin“ ist mit einer zweiten Folienstretchrolle ausgerüstet, die parallel zur ersten arbeitet. Auf diese Weise wird ein Durchlauf von mehr als 130 Paletten pro Stunde gewährleistet. Mit dem palettenlosen Stretchpaket nach dem Konterhaubensystem stellte die Maschinenfabrik Möllers GmbH auf der Achema 2009 ein neuartiges selbsttragendes Versand- Sammel gebinde vor, das ohne Palette auskommt.
Das Verfahren, für das die Firma vollautomatische Stretchverpa-ckungslinien entwickelt hat, vereinfacht die Prozesse beim Verpacken und erlaubt den Verzicht auf die mehr oder weniger aufwändige Palettenlogistik. Das palettenlose Stretchpaket besteht ausschließlich aus dem Versandgut und einer Hülle aus Polyethylenfolie. Es wird hergestellt, indem man den maschinell aufgesetzten Versandgutstapel mit einer inneren und, nach dem Drehen des Stapels um 180°, einer äußeren Haube, der Konterhaube, aus hochdehnbarer Polyethylenfolie überzieht. Ergänzende Elemente sind zwei eingelegte Verstärkungsfolien, die dem Rundumschutz des Paketsockels dienen.
Kosten um mehr als 50 % reduziert
An dem auf der Messe ausgestellten 1,5-t-Paket wurden dafür insgesamt 3 kg Folie im Wert von ca. 6,50 Euro benötigt, denen der Beschaffungsaufwand für eine Palette mit einem Durchschnittswert von 12 Euro gegenübergestellt werden kann. Weil die palettenlose Versandeinheit als rundum geschlossenes Paket das Versandgut aber zugleich straff bündelt und gegen Beanspruchungen bei Transport und Umschlag schützt, muss in einen realistischen Vergleich zusätzlich zur Palette eine Schrumpf- oder Stretchhaube einbezogen werden, was den Aufwand auf über 14,50 Euro erhöht. Das palettenlose Schrumpfpaket senkt damit allein die reinen Verpackungs/ Ver sand mittelkosten, eingesparte Handling-, Transport- und Lagerkosten für die Leerpaletten nicht berücksichtigt, um mehr als 50 Prozent. Zudem reduzieren sich die Energiekosten gegenüber dem Schrumpfpaket um fast 90%. Auch hier wird also ein Energieeinspareffekt erreicht.
Innovationen bei der Endverpackung
Die Verpackungseinheiten weisen eine hohe Umschlag- und Transportstabilität auf. Sie können Versandgewichte von über 2 t erreichen und sind völlig wasserdicht. Daraus ergeben sich weitere Einsparungen, z.B. an Hallenraum so-wie durch die schnellere Be- und Entladbarkeit frei zugänglicher Fahrzeug- Ladeflächen. Die auf der Achema ausgestellte Versandeinheit wurde aus Chemiesäcken gebildet. Für andere Gebindearten wie Kartons oder Emballagen ist die neue Versandform aber ebenso geeignet. Diese Beispiele zeigen: Es gibt noch Potenzial für Verbesserungen an der letzten Station der Verpackungslinien. Das gilt sowohl für die Leistungsfähigkeit der Anlagen als auch für die Entwicklung ganz neuer Verfahren. Und natürlich gibt es auch bei weniger leistungsstarken Anlagen Weiterentwicklungen, die die Flexibilität und Integrationsfähigkeit der Stretch- und Schrumpfverpackungen verbessern und auch einen Beitrag zu verbesserter Energieeffizienz leisten.
Energiesparen beim Schrumpfen
Für Schrumpfen statt Stretchen entschied sich der portugiesische Papierhersteller Portucel Spoporcel Group, als er eine Verpackungslinie für seine neue Papierhütte in Setúbal projektierte. MSK konnte im März 2009 zwei komplette Schrumpfverpackungslinien nach Portugal liefern. Zwei Folieneinschlagmaschinen vom Typ MSK Flowtech verarbeiten unterschiedliche Produktabmessungen mit Leistungen bis zu 120 Paletten pro Stunde. Diese Anlagen nutzen ein speziell entwickeltes Heißluftsystem und verfügen jeweils über zwei Gasregelstrecken, mit denen die Längs- und Querseiten des Schrumpfrahmens getrennt voneinander steuerbar sind, ohne dass die Heizleisten mechanisch verstellt werden müssen. Der Schrumpfrahmen stellt sich optimal und vollautomatisch auf die unterschiedlichen Formate ein. Dies führt im Vergleich zu Schrumpföfen zu Energieeinsparungen mit hohem Sicherheitsstandard ohne Brandgefahr und einer folienschonenden Schrumpfung. Nach Einschätzung von MSK löst die Schrumpfrahmen- Technologie in der Papier, Druck- und Kartonagenindustrie die Schrumpföfen ab und ist, so Key Account Manager Rolf Vehreschild, die Zukunft der Schrumpffolienverpackung.
Aetna Group Deutschland GmbH, E-Mail: info@aetna-deutschland.de, www.aetna-deutschland.de
Maschinenfabrik Möllers GmbH, E-Mail: info@moellers.de, www.moellers.com
MSK Verpackungs-Systeme GmbH, E-Mail: info@msk.de, www.msk.de
Quandel Verpackungs- und Fördertechnik GmbH, E-Mail: info@e-quandel.de, www.e-quandel.de
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