Wetterfester Brückenschlag
21.10.2010
Effiziente Umschlagslogistik lässt sich nur bedingt standardisieren. Aber von Standards kommend, können kostenoptimierte Lösungen entwickelt werden. Dass dies auch für Tore gilt, zeigt das Beispiel des neuen Logistikzentrums von Hermes.
50 Mio. Sendungen – um diese Größenordnung zu bewältigen, stattete die Hermes Logistik Gruppe (HLG) die Hauptumschlags basis erstmalig mit einer geeichten Volumenmessung der Sendungen auf dem fahrenden Sorter aus. So kann präzise die notwendige Transportkapazität ermittelt werden. Ähnlich zielorientiert waren die Vorgaben, die an die zentrale Schnittstelle jeder Transportkette, die Umladung der Sendung aus dem Distributionszentrum in einen Lkw bzw. einen Wechselaufbau, gestellt wurden: Robust und flexibel sollten die insgesamt 114 Andockplätze der Hückelhovener Hauptumschlagsbasis sein, darüber hinaus vor allem zuverlässig wetter- und winddicht.
Gemeinsam mit Novoferm wurde daher bereits in der Planungsphase des Neubaus ein Konzept entwickelt, um diese Anforderungen sehr kostenbewusst, zugleich aber auch so hochwertig und langlebig wie möglich zu realisieren. Diese frühzeitige Einbindung war eine entscheidende Voraussetzung für die anschließende reibungslose Umsetzung: Analog zum Baufortschritt mussten insgesamt 117 Sektionaltore vom Typ Thermo 45 sowie 114 elektro-hydraulische Überladebrücken mit Vorschublippe vom Typ NLT-2 Just-in-Time angeliefert und montiert werden.
Hilfreich war dabei neben der weitgehenden Standardisierung der Torlösungen auf der einen Seite – bei 114 Sektionaltoren auf das Maß 2 800 x 3 000 mm, bei 112 Überladebrücken auf das Maß 2 000 x 2 000 mm – ausgerechnet die gleichzeitig notwendige Flexibilität des Herstellers auf der anderen. So konnten zum Beispiel aus jeweils demselben Produktprogramm passende Verladetore in Übergröße (4 000 x 4 200 mm bzw. 6 000 x 4 200 mm) ebenso serienmäßig beigestellt werden wie zwei Überladebrücken in der Jumbo-Größe 4 000 x 2 000 mm.
Vergleichbar stellte sich die Situation bei den Antrieben dar: Ob handbetätigt mit Doppelfeder-Aggregaten für die leichte Bedienung oder identische Tore mit elektrischen Antrieben – die
abgestimmten Novoferm-Systeme erlaubten gewissermaßen „serienmäßige Individualität“ bis hin zur gegenseitigen Verriegelung der elektrisch betriebenen Sektionaltore mit den Ladebrücken mittels Lichttaster.
Die Bedienung von Tor und Ladebrücke ist damit an Aggregatszustände gebunden. So wird die Ladebrücke erst freigegeben, wenn das Tor vollständig geöffnet ist – ein maßgeblicher Sicherheitsaspekt für die Mitarbeiter des Logistikzentrums und zugleich ein Schutz vor Beschädigungen der Rampe durch Fehlbedienung.
Zum Schutz der Verladerampen vor Beschädigung tragen gleichfalls die von Novoferm speziell für den Gebäudeschutz entwickelten Stahlpuffer bei, die an allen 114 Verladerampen der Hauptumschlagsbasis in Hückelhoven montiert sind. Im Gegensatz zu herkömmlichen Gummipuffern fangen sie dank ihrer innen liegenden Gummikerne und der zweischaligen Bauweise die Stöße andockender Lastwagen zuverlässig ab.
Die teilweise ganz beträchtlichen Kräfte (bei einer Anprallgeschwindigkeit von 5 km/h rund 20 t) werden auf diese Weise weitestgehend absorbiert, also kostspielige Beschädigungen an Fundament oder Gebäude vermieden. Im Gegensatz zu herkömmlichen Rampenpuffern aus Gummi oder Sekundärkautschuk sind die Stahlpuffer mit einer inneren Kraftaufnahme von bis zu 180 kN zudem „unzerstörbar“; die Investitionsmehrkosten haben sich also binnen weniger Monate amortisiert.
Indirekt auch dem Werterhalt des Gebäudes, noch mehr aber dem Funktionserhalt der aufwändigen Innenausstattung des Logistikzentrums kommt die von Novoferm eigens für die HLG entwickelte Torabdichtung zugute. Sämtliche Verladestellen wurden so mit einer Hubdachautomatik und einer zusätzliche separaten Kopfschürze ausgestattet. In Verbindung mit den Seitenteilen mit Spezialschaumkern ist damit gewährleistet, dass selbst schräg oder versetzt andockende Fahrzeuge keine Schäden anrichten, zugleich aber immer ein Höchstmaß an Wetterschutz besteht.
Der Hintergrund: Sowohl die im Gebäude installierte, computergesteuerte Sortertechnik als auch das teilweise hochsensible Verladegut müssen definitiv vor Feuchtigkeitseinfluss geschützt werden. Mit den üblicherweise montierten Planen-Torabdichtungen ist dieser geforderte Schutz insbesondere bei Winddruck oder Schlagwetter hingegen nicht gegeben.
Hinzu kommt eine gewisse Energieeinsparung durch die eng anliegenden Tor-Abdichtungen bei vorstehenden Lkw oder Wechselaufbauten sowie die Verringerung des Zugrisikos für die im Ladebereich tätigen Mitarbeiter. Entsprechend hat Novoferm im Übrigen die aus dem Hückelhovener Großprojekt gewonnenen Erfahrungen auch in die Weiterentwicklung des Programms an Verladekomponenten einfließen lassen. So stellte der Hersteller auf der „BAU 2009“ die neue Torabdichtung „NovoSeal S420“ vor.
Über den eindrückbaren Aluminiumrahmen mit Gelenkarmen aus feuerverzinktem Stahl hinaus verfügt diese
Torabdichtung über eine flexible Dachkonstruktion mit innen liegendem Regenwasserablauf. Das heißt: die Torabdichtung passt sich flexibel und stabil der Höhe der andockenden Lastwagen an – ohne aber bei Regen und schräger Dachfläche das Halleninnere mit einem Wasserschwall zu fluten.
Hermes Europe GmbH, www.hermes-europe.de
Novoferm GmbH, E-Mail: marketing@novoferm.de, www.novoferm.de
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