Alte Verladetechnik aufgepeppt
22.03.2011
Abreißen, umbauen oder besser einfach vergessen? Der Umbau eines Lagergebäudes ohne leistungsfähige Verladetechnik erfordert in erster Linie eine genaue Analyse der technischen Möglichkeiten und zwangsläufig auch eine sorgfältige Überprüfung der zu erwartenden Kosten.
Neubau oder Umbau – vor dieser Entscheidung stand das Unternehmen Raben Logistics in Berlin-Mittenwalde. Zur Diskussion stand die in die Jahre genommene Verladetechnik eines bereits vorhandenen Lagergebäudes, zumal die Erweiterungspläne auf Grund des dynamisch wachsenden Marktes in Berlin-Mittenwalde einen Neubau erforderten. Nach genauer Analyse der uneffizienten Ist-Situation entschied sich Raben Logistic für eine Modernisierung der alten Verladezone.
Dies war sicherlich keine einfache Entscheidung, zumal die Kosten eines Umbaus immer schwer in den Griff zu bekommen sind. Die Frage war nur: Welcher Partner konnte das leisten? Neben dem Verladetechnik-Know-how forderte der geplante Umbau zusätzliche Stahlbauerfahrung, dazu Verlässlichkeit und Flexibilität während der Montagearbeiten, schließlich musste die Logistik in dieser Zeit ohne Unterbrechung weiterlaufen.
Am Standort Berlin-Mittenwalde, der neue Großflughafen Berlin-Brandenburg International ist nur Minuten entfernt, werden täglich über 1 800 Paletten, und mehr als 1 500 Colli im Stückgut mit ca. 600 t umgeschlagen. Als lupenreines Cross-Dock-Lager, also morgens rein – abends wieder raus, muss die Logistik im Zeitraffertempo funktionieren. Mit diesem Anspruch war die Verladetechnik des 1995 als Paketdienst mit Förderband-Technik ausgerüsteten Lagerhalle total überfordert. Was jetzt fehlte, waren leistungsfähige Verladesysteme.
Übergangsweise hatte man versucht, das Problem mit schwenkbaren Überladebrücken in den Griff zu bekommen, was sich aber auf die Dauer als nicht praktikabel erwies. Promstahl überzeugte laut eigenen Angaben die letzten Zweifler mit dem Konzept der Vorsatzschleuse plus Vorsatzrampe, einer Einhausung mit integrierter Vorschub-Überladebrücke. 
Dieses Konzept erfordert keine Baumaßnahmen im Inneren der Lagerhalle, die komplette Verladetechnik steht vor den Hallentoren im Außenbereich. Das wiederum war aber nur das Grundkonzept. Statt der üblichen Einzelmodule, die in der Regel nur in Standardabmessungen lieferbar sind, favorisierte Promstahl dagegen eine maßgefertigte Reihenanlage ohne Zwischenwände. Damit blieb man im knappen Budgetrahmen und verfügte trotzdem über die für den Logistiktakt so dringend notwendige Verladetechnik.
Dies war zwar einfach in der Logik, aber hier in Mittenwalde schwierig in der technischen Umsetzung. Jedes Rohr, jede Strebe jedes Trapezblech musste bei diesem Projekt an die vorhandene Bausubstanz angepasst werden. Mit Standardmaßen war hier in der Tat “kein Blumentopf zu gewinnen.” Dazu forderte ein vorhandenes Stummeldach, das in die Stahlkonstruktion zu integrieren war, den flexiblen Stahlbauer heraus. Und, was noch erschwerend hinzu kam: Die komplette Montage hatte bei laufendem Betrieb zu erfolgen. Eine echte Bewährungsprobe auch für die Promstahl-Montgetruppe.
Dazu Niederlassungsleiter Norbert Schoentauf: „Beeindruckend die Leistung von Promstahl, alles war bestens vorbereitet. Die Montage der Vorsatzschleusen lief problemlos, und unser Verladebetrieb konnte in dieser Zeit ohne Unterbrechung weiterlaufen.“
Mit der gleichen Zuverlässigkeit erfolgte auch die Ausstattung des Neubauprojektes, ebenfalls ein Cross-Dock-Lager mit 2 000 m² Lagerfläche. Alle 26 Verladestellen wurden von Promstahl mit elektrohydraulichen Vorschubbrücken ausgestattet. Im Gegensatz zum Umbauprojekt entschied man sich beim Neubauprojekt für die bewährten Innenrampen, die bereits bei der Planung des Gewerkes mit berücksichtigt werden konnten. Alle 26 Torabdichtungen sind seitlich mit superflexiblen Schaumstoffmodulen ausgestattet.
Gegenüber an Stahl – bzw. Aluminiumschienen befestigte Planen die bessere Lösung für andockende Lkw mit unterschiedlichsten Aufbauten. Die 26 hochisolierten Sektionaltore, die ebenfalls von Promstahl geliefert wurden, sind alle mit Sicherheitstechnik ausgestattet.
Vier der Tore besitzen sogar eine Feuerwehr-Notentriegelung: Diese Tore können im Brandfall auch von außen geöffnet werden. Bedient werden alle Tore per Hand. Auch hier wurde bei Raben Logistics bewusst auf die Kosten geachtet, denn elektrisch angetriebene Tore erfordern gegenüber handbetätigten vom Gesetzgeber exakt vorgeschriebene, kostenintensive Wartungsintervalle.
Und damit auch alles in Zukunft noch funktioniert, schützen verzinkte Rammschutzspoller die komplette Verladetechnik vor den teilweise brachialen Andockgewohnheiten der Lkw-Fahrer, von denen weltweit mehr als 4000 für die Raben Group fahren. Auch Schoentauf ist nun mit der neuen Angabe
zufrieden: „Mit nunmehr 72 Verladestationen statt bisher 48 wurde am Standort Berlin-Mittenwalde unser Logistikleistung nach dem Um- und Neubau um mehr als 50% erweitert.“
Raben Logistics Germany GmbH, E-Mail: info.mittenwalde@raben-group.com, www.raben-group.com
PromStahl GmbH, E-Mail: info@promstahl.com, www.promstahl.com
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