Behälter: Sonderlösungen bei Konstruktion und Beschriftung
22.06.2009
Nur einfach einen Behälter verkaufen war gestern. Heute wünschen sich Kunden Zusatzleistungen, die oft weit über eine standardmäßige Box hinausgehen – und erhalten diese auch.
Nur den „nackten“ Kunststoffbehälter als Ladungsträger für die interne oder externe Logistik zu produzieren, ist zwar anspruchsvoll, aber lösbar. Die wirkliche Herausforderung besteht darin, einen Behälter kundenindividuellen Wünschen und Anforderungen anzupassen. Der Behälterproduzent Georg Utz ist spezialisiert auf solche Lösungen. 
Montagearbeiten als Dienstleistung
Die Möglichkeiten sind umfangreich und kaum zu überschauen:
- Ein Kunde wünscht einen Behälter außerhalb des gängigen Grundmaßes? Also werden zwei Behälter zersägt und im gewünschten Maß wieder zusammengeschweißt.
- Es soll eine Öffnung in einer der Seitenwände geben, damit auch bei gestapelten Behältern ein Zugriff möglich ist? Also wird eine entsprechende Öffnung ausgefräst.
- Der gewählte Behälter braucht einen Griff und einen Deckel? Zudem soll er mit Schaumstoff zum Schutz des Transportgutes ausgelegt werden? In der Montageabteilung von Utz gehört die Erledigung derartiger Kundenwünsche zum Alltag.
„Die Spezialarbeiten, die in unserer Montageabteilung erledigt werden, sind mittlerweile zu einem wichtigen Verkaufsargument geworden“ stellt Udo Schwabe, Marketingleiter bei Utz, fest.
Allerdings werden in der Montage nicht nur handwerkliche Tätigkeiten ausgeführt. Ein umfangreicher Maschinenpark mit CNC-Fräsen, die per Computer in fünf Achsen bewegt werden können, einer Vielzahl von Schweißanlagen und Roboter, die ganz unterschiedliche Aufgaben ausführen, sind im Laufe der Jahre hinzu gekommen. Die meisten Behälter werden bedruckt oder mit Aufschriften geprägt. Das ist Standard und wird von der Utz- Prägeabteilung erledigt. Für die meisten Anwendungen ist das ausreichend und hält über lange Jahre.
Inmould statt Kleben
Werden die Behälter allerdings häufig gewaschen, kann es durchaus passieren, dass die Beschriftung nach einigen Jahren etwas blasser wird. Zudem führen mechanische Beschädigungen häufig zu Kratzern. Aber auch das ist mittlerweile ein technisch lösbares Problem. Das Lösungswort lautet: Inmould Labeling. Dazu wird ein Kunststoff-Label mit dem gewünschten Aufdruck vor dem eigentlichen Produktionsvorgang in das Werkzeug eingelegt, so dass Label und Behälter eine direkte Verbindung eingehen. Hier führt kein Waschen und kein Zerkratzen zu irgendeiner Veränderung der Prägung. Logo oder Aufschrift sind auch nach langer Zeit lesbar wie am ersten Tag.
Erst wenn es um das Aufbringen von Etikettentaschen geht, die mit Hilfe einer Punktschweißanlage auf den Behälter aufgebracht werden, kommt die Montage wieder ins Spiel. In diese Taschen können Papieretiketten mit den gewünschten Informationen eingelegt werden.
Barcode
Elektronisch verwertbare Daten werden dagegen häufig per Barcode mit der Box verbunden. Hier führen häufiges Waschen und Kratzer schon mal zu einer Beschädigung, auch hier ist Inmould Labeling eine gute Lösung. Dennoch werden Barcodes in den meisten Fällen aufgeklebt, wobei die Qualität des verwendeten Klebstoffs und eine entsprechende Vorbereitung des Untergrunds von großer Bedeutung sind.
Mit der elektrischen Vorbehandlung der Klebefläche durch das so genannte Corona- Verfahren gehen Klebstoff und Kunststoffuntergrund des Behälters eine mehr oder weniger untrennbare Verbindung ein. Es ist nachvollziehbar, dass Barcodes nicht von Hand aufgeklebt werden. Zwar wird der Behälter durch einen Mitarbeiter oder per Roboter in eine entsprechende Vorrichtung eingelegt, vielleicht löst sogar ein initialer Knopfdruck ein System aus, durch das die Barcodes an genau der vorgegebenen Position am Behälter aufgebracht werden.
Dass dies auch wirklich fehlerfrei passiert und die Barcodes die richtigen Informationen enthalten, wird in einem nachfolgenden Arbeitsschritt durch eine Barcode-Lesevorrichtung überprüft. Nichts ist ärgerlicher, als wenn der Behälter aufgrund fehlerhafter Barcodes beim Kunden aus dem Betrieb genommen werden muss. 
RFID-Transponder
Relativ problemfrei ist dagegen das Anbringen von RFID-Transpondern an Behältern. Dazu muss der Tag gar nicht unbedingt an der Außenhülle der Box angebracht werden. Vielmehr werden oft bereits bei der Planung des Behälters kleine Vertiefungen, z.B. im oberen Rand vorgesehen, in die der Transponder geschützt eingelegt werden kann. Häufig wird der Chip auch in der Bodenverrippung eines Behälters untergebracht, die danach mit einer Kunststoffplatte wieder verschweißt wird. Vielfach wird im RFID-Chip das Gewicht des Behälters als Messwert gespeichert, um mit diesem Wert das Ladegewicht berechnen zu können.
Insgesamt sind das Beispiele für Dienstleistungen, die bei der Produktion von Behältern eher im Hintergrund geschehen, deren Bedeutung aber nicht zu unterschätzen ist. Praktisch bekommt jeder Kunde seinen individuellen Behälter und sei es nur, dass eine Etikettentasche an einer bestimmten Stelle der Box aufgebracht wird. Die Bestellung eines „nackten“ Behälters gehört der Vergangenheit an. Die Zukunft gehört der kundenspezifischen Behälterlösung.
Gefahrgutbehälter, Reparaturboxen und mehr
Gefahrgutbehälter, also Ladungsträger für den Transport gefährlicher Güter auf Schiene oder Straße, sind Boxen, die aufgrund amtlicher Vorschriften zusätzlich gesichert oder mit zusätzlichen Gurten ausgerüstet werden müssen. Das ist ein typisches Beispiel, wie ein Standardbehälter speziellen Anforderungen angepasst wird. Und es gibt eine Vielzahl weiterer Beispiele: Ein Koffer entsteht aus einem Stapelbehälter, indem ein oder zwei Griffe angeschraubt werden, ein Deckel mit Scharnieren befestigt wird, der durch ein Schließ-System gesichert wird. Füllt man diesen Koffer obendrein mit Isoliermaterial, erhält man eine Kühlbox. Zwei Stapelbehälter, umgekehrt übereinander gelegt und mit Schnappverschlüssen befestigt, ergeben einen Reparaturbehälter, in dem z.B. defekte Computerbildschirme zur Werkstatt geschickt werden können. Eine Kuriosität ist vielleicht ein Stapelbehälter, auf den mit „Dachbindern“ eine Faltbox befestigt wurde, aus der man zuvor den Boden entfernt hat.
Georg Utz GmbH, E-Mail: info@de.georgutz.com, www.georgutz.com
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