Krane: Umstellung von Kransteuerungen im laufenden Betrieb geglückt

16.02.2009

Mit der Investition in eine neue Produktionsanlage ergab sich bei Aratubo auch der Bedarf nach einem weiteren Lager. Zum Umfang gehörte auch, die Kransteuerungen der nun drei Lager auf einen Level zu bringen und einen übergeordneten Lagerverwaltungsrechner zu installieren.

Um auf die ständig wachsende Nachfrage mit höheren Fertigungs- und Umschlagleistungen reagieren zu können, plante Aratubo 2007 die Investition in weitere Rohrbearbeitungszentren. Dabei wurde beschlossen, den Neubau eines dritten Automatiklagers nicht als autarke Zone einzurichten, sondern dieses Lager mit den beiden vorhandenen Einrichtungen über ein Lagerverwaltungssystem miteinander zu verbinden.

  • Im November 2007 hat die spanische Tochtergesellschaft von Demag zunächst die Kranbahn für den neuen Kran 3 montiert.
  • Zwei Monate später folgte die Installation des Windwerkkrans mit 25 m Spurmittenmaß.
  • Parallel installierte Demag einen neuen Verwaltungsrechner für das neue Lager 3.
  • Während der laufenden Produktion wurden die bestehenden Kransteuerungen von S5 auf S7 umgestellt und anschließend erhielt Kran 1 neue Kopfträger.

Eine besondere Herausforderung war die Umstellung im laufenden Betrieb, um Produktionsausfälle zu vermeiden. Aratubo hat die Krane tagsüber acht bis zehn Stunden zur Verfügung gestellt, um die S7-Steuerung installieren zu können. Sobald das Unternehmen wieder produzieren wollte, das war vor allem während der Nachtschicht der Fall, stellte man den alten Zustand wieder her, bevor es am nächsten Morgen mit der Umrüstung weiterging.

Bei Aratubo betrachtet man die drei Automatiklager noch mehr als die Produktionsmaschinen als Herz des Unternehmens. Sie verfügen nun über eine Gesamtkapazität von 13000 t. An Fläche stehen für Produktion und Lager rund 25000 m² zur Verfügung. Die drei Gebäudeteile der automatischen Kranlager umschließen die Produktion des Rohrherstellers Aratubo nun in einer U-Form.

Vorteil
Die produzierten Materialen benötigen nur einen kurzen Weg bis zur Einlagerung. Nach der Übergabe aus der Produktion nehmen die Automatikkrane die bis zu 8 m langen und 1,3 t schweren Rohrbunde mit einer Magnettraverse auf und ziehen sie zügig bis zur obersten Hakenstellung. Durch die Fixierung des Lastaufnahmemittels über ein Dornund Trichtersystem transportieren die Krane die Waren pendelfrei mit hohen Geschwindigkeiten.

Mit bis zu 100 m/min verfahren sie zwischen den einzelnen Punkten in den Rohrlagern. Ein weiteres neues System erkennt Schrägstellungen der Traverse. Als große Herausforderung im Lager 3 erwies sich die Bündelung und Einlagerung von Rohren mit kleinen Durchmessern, die ebenso wie die größeren Rohre passgenau gestapelt werden müssen. Dafür entwickelte Aratubo mit seinen Lieferanten eine Speziallösung, die sich bis in die Produktion auswirkt.

Während Rohre mit größeren Durchmessern direkt mit Stahlbändern zu Paketen umreift werden können, musste für die Rohre mit kleineren Abmessungen ein Weg gefunden werden, der sowohl die Aufnahme mit Magnettraversen als auch die Stapelung in den Automatiklagern 2 und 3 ermöglicht.

Lösung
Nach dem Zuschnitt und der Bündelung führt die Produktionsmaschine automatisch von vier Seiten Rechteckhölzer zur Stabilisierung zu und umreift an diesen Stellen die Rohrbunde mit Stahlbändern. Damit entstehen quaderförmige Rohrpakete, die nach der Einschleusung in das neue Lager direkt vom Automatikkran per Magnettraverse aufgenommen werden können. Durch die sehr geringen Anfahrmaße des Krans von 1 000 mm konnte eine optimale Raumnutzung des Lagers erreicht werden.

Flexible Magnettraversen
Für eine sichere Lagerung steuert das Lagerverwaltungssystem den Kran Zentimeter genau: Jedes der mit Holz stabilisierten Rohrpakete wird beim Stapeln in Längsrichtung um 20 cm gegenüber dem darunter liegenden versetzt. Damit stehen die Rohrpakete nicht Holz auf Holz und werden auch bei einer Stapelhöhe von acht Einheiten stabil aufeinander gelagert.

Das Lagerverwaltungssystem teilt der Kransteuerung, der ein Wegmesssystem zur Verfügung steht, jeweils die Abgabeposition und die Abmessungen des einzulagernden Bundes mit. Die Steuerung gibt daraufhin die Positionierung der teleskopierbaren Magnettraverse vor, um den Rohrbund exakt zwischen den Hölzern aufzunehmen.

Lkw liefern die als Rohmaterial dienenden 25 t schweren Coils an. Ein manuell gesteuerter Demag-Zweiträger- Laufkran entlädt die Fahrzeuge und lagert die Walzblechrollen im Coillager ein. Bei Bedarf werden die Coils von einer Spaltbandanlage in Breiten geschnitten, die man zur Rohrherstellung benötigt. Mit der Durchführung dieses Arbeitsschrittes kann Aratubo sehr flexibel und schnell auf eilige Kundenaufträge reagieren.

Förderer transportieren die aus den vier Rohrproduktionsanlagen kommenden Fertigteile zum Lager, wo sie der jeweilige Kran einlagert – gesteuert nach zuvor definierten Lagerstrategien. Dazu gehört etwa der Aufbau sortenreiner Stapel oder die Zusammenstellung von Rohrbunden aus einem Kundenauftrag innerhalb eines Lagers. Rohre, die der Versand abruft, werden durch die Krane auf Fördertischen ausgelagert, die als Abgabepunkte in der Steuerung festgelegt sind.

Dabei handhaben die Krane Rohrpakete, gleich wie beim Einlagern, mithilfe einer Doppelaufnahme. Dazu fährt die Traverse die Einzelmagnete in Schrägstellung und kann zwei Bunde gleichzeitig aufnehmen. Die Krane arbeiten auch mit einer Doppelspiel-Strategie: Sie lagern Fertigprodukte ein und transportieren auf dem Rückweg Teile bis zur Übergabe an den Versand.

Der Materialfluss läuft vom Lager 3 über Lager 2 zur Auslagerung. Dabei kann das Material im Lager 1 direkt ausgelagert werden, oder – je nach Strategievorwahl – über einen Querförderer zum Lager 2 transportiert werden.

Für die Lkw-Verladung in der Versandzone setzt Aratubo einen manuell gesteuerten Demag- Zweiträgerlaufkran ein. Da die Krane an 345 Tagen im Jahr rund um die Uhr im Einsatz sind, verlangt der Betreiber Aratubo eine hohe Verfügbarkeit.

Dazu wurde von Beginn an mit der spanischen Tochtergesellschaft von Demag Cranes & Components eine 24-Stunden-Rufbereitschaft vereinbart, die vom Servicestützpunkt Bilbao aus betreut wird. Serviceleistungen im Second Level übernehmen die Softwarespezialisten am Standort Wetter mit Fernwartungstools.

Umschlagleistungen spürbar erhöht
Durch den Neubau und die Umrüstung der Lager 2 und 3 hat Aratubo die Umschlagleistungen spürbar erhöht sowie die Lagerung der Fertigprodukte optimiert. Für eine weitere Kapazitätserweiterung verfügt das Unternehmen über großen Spielraum.

Aratubo S. A, E-Mail: info@aratubo.com, www.aratubo.com
Demag Cranes & Components AG, E-Mail: info@demagcranes.de, www.demagcranes.de

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