Fördertechnik EHB: Manuelles Trolley-System für große Volumina und Durchsätze

05.06.2009

Um die Textilen im Logistikzentrum Mönchengladbach optimal im Griff zu haben, hat Logwin ein neues Trolley-Hängebahnsystem eingebaut, das vom Wareneingang bis zum Warenausgang reicht.

Dürkopp Fördertechnik hat für das Textil-Logistikzentrum Mönchengladbach des Dienstleisters Logwin ein umfangreiches Trolley-Bahnsystem realisiert. Die manuelle Anlage mit rund 20.000 m Schienen-Förderstrecke wird für den gesamten intralogistischen Prozess vom Wareneingang bis zum Warenausgang eingesetzt.„Es war der ausdrückliche Wunsch von Logwin, dass die gesamte Trolley- Hängebahnanlage, mit Ausnahme der Etagenüberbrückungen, für manuellen Betrieb ausgelegt wird“, so Udo Lübbecke, der seitens Dürkopp Fördertechnik als Projektleiter für das System agierte: „Dadurch hielten sich die Investitionskosten in Grenzen. Das Tagesgeschäft wird mit einem festen Mitarbeiterstamm durchgeführt, der in Spitzenzeiten erweitert werden kann.“

Dürkopp Fördertechnik hat das Trolleyfördersystem für das Logistikzentrum von Logwin am Standort Mönchengladbach realisiert, das sukzessive expandierte und 2008 um einen Neubau erweitert worden war. Die gesamte Grundfläche des Logistikzentrums beträgt 8.300 m². Unter anderem werden in dem Logistikzentrum die Textilien „für eines der führenden Einzelhandelsunternehmen für Mode in Europa“ angeliefert und für den Versand zu den unterschiedlichsten Destinationen in ganz Europa vorbereitet.

Beim Trolley-Hängebahnsystem handelt es sich um ein deckenabgehängtes und damit flurfreies, flexibles Fördersystem, mit dem Waren transportiert, gelagert, gepuffert und kommissioniert werden können.

Individuelle Lösung
Das zentrale Thema war die Realisierung eines effizienten manuellen Leertrolleyhandlings. Das Auf- und Abgleisen der Trolleys in den Lkw sollte entfallen, die Leertrolleys sollten im Schienensystem bleiben.

Die große Anzahl an Leertrolleys erforderte ein separates Schienensystem kreuzungsfrei oberhalb des Schienensystem für beladene Trolleys. Um für das Leertrolleyschienensystem die manuelle Bedienung zu ermöglichen, wird die Trolleykupplung genutzt. So zieht etwa ein Mitarbeiter im Wareneingang einen gekuppelten Trolleyzug mit 32 Trolleys in den Lkw bis direkt an die Ware.

Insgesamt stehen im Wareneingang 1.300 Leertrolleys zur Verfügung, die kontinuierlich aus den angrenzenden Leertrolleymagazinen mit 1.700 Leertrolleys beschickt werden. Zur Verbesserung des Handlings im Lkw wird ein Rollgestell mit einem höhenverstellbaren 180°-Schienenbogen eingesetzt, an dem die Schienen im Lkw anschließen. So ziehen die Mitarbeiter Trolley für Trolley zur Beladung in den Lkw und schieben die beladenen Trolleys aus dem Lkw in den Wareneingang. Im Warenausgang erfolgt der umgekehrte Ablauf.

Wie Lübbecke erläutert, handelt es sich bei dem manuellen Leertrolleysystem um eine Sonderanfertigung von Dürkopp, da „diese Systeme ansonsten voll automatisiert gebaut werden“.

Die Ware wird im Wareneingang des Logistikzentrums über zehn Tore angeliefert und anschließend über vier Schleppketten in die zweite Ebene des WE-Gebäudes in den Staubereich des Wareneingangs transportiert. Schleppketten – und analog auch Bremsketten – dienen der Überbrückung von Höhenunterschieden eines Trolley-Hängebahnsystems und ermöglichen Steilfahrten bis zu 25°.

An jedem Trolley hängen durchschnittlich 35 Kleidungsstücke, wobei die Anzahl der Textilien pro Trolley je nach Art und Dicke zwischen 10 und 60 Teilen variiert. Im Wareneingangs-Staubereich, in dem 700 Trolleys gepuffert werden können, führen die Mitarbeiter eine Stückzahlkontrolle durch. Hierfür sind je zwei Stauschienen-Gleise als Paar zusammenfasst; zwischen zwei Paaren ist ein Gang, in dem der Mitarbeiter an der Ware entlang gehen und die Teile auf den Trolleys zählen kann.

5 100 Trolleys im Länderbereich
Anschließend werden die Trolleys auf fünf Länderbereiche mit einer Staukapazität von 5.100 Trolleys aufgeteilt, die wegoptimiert sternförmig um den WEStaubereich angeordnet sind. Die Trolleys werden von den Mitarbeitern Zugweise gekoppelt in die Länderbereiche gezogen, hierbei stellen die Mitarbeiter im Fahren manuell die Weichen für die entsprechende Fahrtrichtung.In den Staustrecken werden die Trolleys für die Auslieferung bereit gestellt. Nach erfolgtem Auftragsabruf seitens des Kunden werden die betreffenden Trolleys aus der zweiten Etage über Bremsketten in den darunter liegenden Warenausgangs-Staubereich auf der unteren Ebene transportiert. Der Warenausgang umfasst ebenfalls fünf Bereiche und verfügt über eine Kapazität von 4.700 Trolleys. Allein schon die 30 Warenausgangstore sind ein Indiz dafür, welche Dynamik in diesem Textil- Logistikzentrum vorherrscht.

Auch für die Lkw-Beladung kommt die manuelle Leer-Trolley-Rückführung zum Einsatz. Die Ware fährt auf den Trolleys direkt in den Laderaum und wird hier auf vorhandene Stangen umgehängt. Die jeweils leeren Trolleys werden auf dem bereits beim WE-Prozess beschriebenen 180°-Bogen wieder aus dem Lkw in das autarke Leertrolleysystem geschoben. Von hier aus gelangen sie direkt zum Wareneingangsbereich und sind dort für die Entladung wieder verfügbar. Die geschilderte Trolleyanlage beweist, wie sich mit einer weitgehend manuellen und damit kostengünstigen Lösung sehr große Warenmengen effizient und zuverlässig durch alle Prozesse eines Logistikzentrums führen lassen.

Logwin AG , E-Mail : info@logwin-logistics.com, www.logwin-logistics.com
Dürkopp Fördertechnik GmbH, E-Mail:info@duerkopp.com, www.duerkopp.com

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