Fördertechnik & Komponenten

Fit für eine weitere Dekade

Seit 1999 verfügt apra-norm über ein automatisiertes Produktionsteilelager. nun ließ das Unternehmen seine Logistik wieder einmal auf Herz und Nieren prüfen und modernisieren. Das Ergebnis: ein Plus an Leistung und Funktionssicherheit.

apra-norm2

Die apra-norm Elektromechanik GmbH, die in Mehren in der Eifel beheimatet ist, betreibt seit über zehn Jahren ein automatisches Tablarlager als Lager und Logistikzentrum. In der Zwischenzeit haben sich die Kapazitäten und Prozesse der Produktion derart verändert, dass auch eine Überarbeitung der Logistik notwendig wurde. „Wir entschieden uns für eine Modernisierung, weil die Anlage bereits seit zehn Jahren funktionstüchtig war und nur einer Überholung bedurfte, um die Geschwindigkeit zur verbessern und eine Lageroptimierung zu erreichen“, erklärt Rainer Lanser von apra-norm.

Obwohl das Lösungskonzept der TGW in einigen Punkten von der Ausschreibung abwich, hatte der österreichische Anbieter aufgrund seiner cleveren Lösung, des umfassenden Spektrums an Eigenleistungen und der minimalen Stillstandszeiten die Nase vorn. Das Konzept von TGW sah über die Vorgaben hinaus eine Komplettmodernisierung der Lagertechnik, also den Austausch aller alten elektro-mechanischen Komponenten und des gesamten Lastaufnahmemittels sowie einen umfangreicheren Umbau der Fördertechnik in der Lagervorzone inklusive der Arbeitsplätze vor. Dieser Ansatz kostete zwar etwas mehr, rechnete sich aber durch eine wesentlich geringere Stillstandszeit während des Umbaus, ein geringeres Risiko und die deutliche Steigerung der Zukunftssicherheit.

Anzeige

„Der wesentliche Erfolgsfaktor jeder Modernisierung im laufenden Anlagenbetrieb ist der perfekt abgestimmte Terminplan“, erklärt Werner Weißböck, bei TGW Systems Integration für Retrofit- Aufgaben verantwortlich: „Für das gesamte Projekt setzten wir 6 Monate an, wobei wir nur in den letzten 5 Wochen davon den tatsächlichen Umbau und die Inbetriebnahme vor Ort bei apra-norm durchführten. Für die Arbeiten in der Anlage zogen wir vor allem Tagesrandzeiten und Wochenenden heran, um den Anlagenbetrieb weitestgehend im Normalbetrieb belassen zu können. Dadurch mussten wir die Anlage nur an zwei Werktagen stilllegen.“

In die Vorbereitungszeit fiel auch der größte Teil der Ablöse von Lagerverwaltungssystem und Materialflussrechner. Das bisher eingesetzte System war zu unflexibel und konnte daher nicht an die neuen Kapazitäts- und Prozessanforderungen adaptiert werden. Deshalb entschied sich apra-norm auf CI_LOG von TGW Systems Integration umzusteigen und damit von der Mechanik bis zur Lagerverwaltung alles aus einer Hand zu bekommen. Simulationen im Vorfeld Bereits vorab installierte TGW das gesamte Softwarepaket auf einem Testsystem. Mit Hilfe von Simulationen, die im Hintergrund liefen, wurde dieses System auch auf Herz und Nieren durchgetestet, bevor es später als Produktivsystem eingesetzt werden konnte. Auf diesem Testsystem wurde auch bereits ein Großteil der Schulungen für die Administratoren und das Bedienpersonal des Kunden durchgeführt. Nach dem Abschluss aller Vorbereitungsarbeiten und der exakten Terminierung der mechanischen und elektrotechnischen Modernisierung, wurden die Arbeiten in der Anlage in Angriff genommen.

Besonders eng und auf Stundenbasis geplant war der Terminplan für die Regalbediengerätemodernisierung. Damit stellte dieser Bereich extrem hohe Anforderungen an das Projektmanagement. Innerhalb der ersten sechs Arbeitsstunden mussten alle zu tauschenden Komponenten inklusive des gesamten Lastaufnahmemittels, der Kabel und Schaltschränke demontiert werden. „Nach dieser ersten Phase arbeiten unsere Mechanikmonteure direkt am Gerät, während die Elektrotechniker parallel dazu den stationären Schaltschrank, die Datenlichtschranken und die gesamte Verkabelung machen“, erklärt Weißböck. Diese ineinandergreifenden Arbeiten stellen die Basis für die dritte Umbauphase dar, die automatisierungstechnische Inbetriebnahme des Geräts, die mit 1,5 Arbeitstagen bemessen ist.

Wesentlich zur Leistungssteigerung im Gesamtsystem trug der Umbau der Fördertechnik in der Lagervorzone bei. Im alten System wurde die Kommissionierung an einfachen Ein-/Auslagerstichen durchgeführt, die über keine Pufferplätze verfügten. Nach dem Umbau stehen jetzt moderne, U-förmige Arbeitsplätze zur Verfügung. Je sieben Behälter können direkt an jedem Arbeitsplatz gepuffert werden, wodurch die Lagertechnik im Hintergrund wesentlich gleichmäßiger und damit mit höherer Performance ihre Leistung erbringen kann. Die Gestaltung der Arbeitsplätze übernahm apra-norm selber, wodurch auch hier eine sehr enge Abstimmung der Zeitpläne notwendig war. Gleichzeitig mit dem Umbau des Lagers und der Fördertechnik wurde die gesamte bestehende S5-Steuerung durch die aktuelle Siemens-S7-Steuerung ersetzt.

apra-norm

Weißböck erklärt diesen Schritt so: „Der Umstieg auf S7 ist aus unserer Sicht unbedingt notwendig, weil Siemens als Hersteller der Komponenten für die alte S5-Steuerung nur mehr kurze Zeit garantiert, Ersatzteile liefern zu können. Damit gehen Anlagenbetreiber, die auf ihrer bestehenden S5-Steuerung beharren ein erhebliches Risiko im Falle eines Defekts ein.“ Alles in allem lief das gesamte Modernisierungsprojekt für apra-norm äußerst zufriedenstellend. Lanser dazu: „Wie immer bei solchen Projekten wurde mit geplanten Einschränkungen des Betriebs der Umbau vorgenommen und der Terminplan auch weitestgehend eingehalten.“ Nun kann apra-norm seinen Logistikprozess mittels der modernisierten Anlage wieder perfekt abwickeln.

„Durch die optimierten Abläufe der Anlage erwarten wir eine bessere Ausnutzung der Stellplätze, um kapazitätsmäßig mehr Ein- und Auslagerungen abwickeln zu können. Somit können wir auf Wünsche unserer Kunden noch schneller eingehen“, sagt Lanser. „Gleichzeitig wird die Bedienung für unsere Mitarbeiter optimiert.“ Die Intralogistikanlage von apra-norm ist somit sowohl hardware- als auch softwaretechnisch mindestens für die nächsten 10 Jahre fit.

Die Vorteile Bei der mechatronischen Modernisierung von Automatiklagern setzt TGW auf den kompletten Austausch aller elektrotechnischen Komponenten und des Lastaufnahmemittels Die wesentlichen Vorteile daraus sind:

■ Minimierung der umbaubedingten Stillstandszeit um bis zu 50 % ■ Zuverlässigkeit und Gewährleistung der Komponenten ■ Planungssicherheit in Bezug auf Zeit und Kosten, weil unvorhergesehene Zusatzarbeiten entfallen ■ Einsatz eines bereits vorher vollkommen in Betrieb genommenen und getesteten Lastaufnahmemittels

apra-norm Elektromechanik GmbH, E-Mail: [email protected], www.apra.de TGW Systems Integration GmbH, E-Mail: [email protected], www.tgw-group.com

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren