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Effizienz auf engem Raum

Deuter gilt laut Unternehmensangaben als größter Hersteller für Rucksäcke in Europa und spielt seit mehr als 125 Jahren eine wichtige Rolle im internationalen Bergsport. Das Unternehmen betreibt den Logistikstandort Gersthofen seit 2013 als zentrales Distributionszentrum. Von dort erfolgt der Versand von Rucksäcken, Schlafsäcken und Zubehörartikeln in mehr als 25 Länder. Software von Infios sorgt dort nun für mehr Transparenz und beschleunigte Prozesse.

6.500 Quadratmeter Lagerfläche: Von Gersthofen aus beliefert Deuter Kunden in mehr als 25 Ländern. © Deuter

Der Standort Gersthofen stützte sich seit mehr als zehn Jahren lang auf ein System, das dem Wachstum der Marke nicht länger gerecht werden konnte. Insbesondere durch Innovationen wie das Aircomfort-Rückensystem und die Expansion in internationale Märkte setzte sich das Wachstum kontinuierlich fort. Inzwischen sind Deuter-Produkte sowohl über den eigenen Onlineshop als auch über Plattformanbieter, Sportfachgeschäfte und lokale Fachhändler erhältlich.

Bestandssystem adé

Angesichts wachsender Durchsatzzahlen sollte die Ablösung des Bestandssystems einen Wendepunkt markieren. Die vorrangig manuellen Lagerprozesse führten zu fehlender Echtzeittransparenz und ineffizienten Kommissionierwegen mit einer hohen Fehlerquote bei der Auftragsabwicklung. Dabei kann ein modernes Warehouse Management System (WMS) selbst auf begrenzter Fläche, die der Standort auf 6.500 Quadratmeter Lagerfläche vorweist, signifikante Effizienzsteigerungen erzielen.

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Vor diesem Hintergrund sollte die Einführung eines neuen WMS eine Reihe von Zielen erfüllen: Dazu gehörten unter anderem die Bestandsführung in Echtzeit mit automatischer Buchung aller Lagerbewegungen und die Optimierung der Kommissionierprozesse durch Wegeminimierung und Multi-Order-Pick­logik. Auch die Integration mit ERP und Lieferanten zur
durchgängigen Prozesskette war gefordert. Die Erhöhung der Bestandstransparenz auf Einzelstückebene und die Reduktion der Fehlerquote bei Kommissionierung und Versand waren ebenfalls im Fokus. Zudem beabsichtigte das Unternehmen die Erhöhung der Sendungsleistung auf rund 200.000 Sendungen im Jahr. Auch die Skalierbarkeit für zukünftige Automatisierungsschritte, wie zum Beispiel autonome Fördertechnik, sollte gegeben sein.

Gute Raumnutzung durch intelligente Lagerplatzstrategien

Angesichts der Zielvorgabe setzte Deuter bewusst auf Infios, da das Team in diesem Branchenumfeld gute Erfahrungen und Referenzen vorweisen konnte. Zudem überzeugte die flexible Systemarchitektur des Infios Warehouse Management (WM), das die nötige Anpassungsfähigkeit bereithielt, um zukünftige Erweiterungen und Optimierungen zu ermöglichen. Tatsache ist, dass digitalisierte Lagerverwaltungsabläufe gerade in einem Lager wie jenem in Gersthofen ihr volles Potenzial entfalten. Durch intelligente Lagerplatzstrategien – etwa die dynamische Zuweisung von Stellplätzen basierend auf Artikelgröße, Umschlagshäufigkeit und Kommissionierpriorität – wird der vorhandene Raum optimal genutzt. Zudem reduziert die systemgestützte Wegoptimierung die Laufwege der Mitarbeitenden erheblich, was nicht nur Zeit spart, sondern auch die ergonomische Belastung senkt.

In Kombination mit Funktionen wie ABC-basierter Lagerhaltung, digitaler Nachschubsteuerung und automatisierter Nachverfolgung von Lagerbewegungen ermöglicht das WMS auch in einer Bestandsanlage eine hochgradig effiziente Lagerführung. So blieb die vorhandene Lagerstruktur während des Roll-outs unangetastet. Darin inbegriffen: Durchlaufregale mit 580 Kanälen, 1.400 Palettenstellplätze in Regalen und 3.200 ­Palettenstellplätze in einer Verschieberegalanlage.

Verbesserungen in ­Echtzeit

Im November 2024 ging das neue System in Betrieb und zeigte im Laufe der darauffolgenden drei Monate messbare Verbesserungen. Die Warenausgangs- beziehungsweise Versandleistung stieg, insbesondere durch optimierte Wegezeiten und eine zwei­stufige Kommissionierung mit Multi-Order-Picklogik. Die Mitarbeitenden konnten mehr Aufträge in kürzerer Zeit bearbeiten – bei gleichzeitig sinkender Fehlerquote.

Ein Meilenstein des Projekts war die Inbetriebnahme eines komplett digitalisierten Warenbestands und die damit verbundene Bestandstransparenz bis auf Einzelstückebene. Durch die lückenlose Erfassung aller Lagerbewegungen  – vom Wareneingang über Umlagerungen bis hin zum Versand – entsteht ein Echtzeit-Abbild des Lagerbestands, das jederzeit abrufbar und auswertbar ist. Dies ermöglicht nicht nur eine präzise Bedarfsplanung, sondern auch eine effizientere Nachschubsteuerung, durch die die vorhandenen Flächen optimal ausgenutzt werden können. Zu guter Letzt zeigte das Onboarding im Rahmen der Inbetriebnahme, dass das Kommissionieren mit modernen Hilfsmitteln deutlich weniger Schulungsaufwand beansprucht als zuvor. Die Einarbeitung neuer Mitarbeiter in die operativen Shop-Floor-Prozesse erfolgt nun innerhalb einer Stunde. Auch im übergreifenden Sinne ist die Akzeptanz der Mitarbeiter gegenüber dem neuen System hoch.

Zukunftsfähig aufgestellt

Neben den operativen und strategischen Vorteilen trägt das eingeführte WMS bei Deuter auch maßgeblich zur Ressourcenschonung und ökologischen Nachhaltigkeit bei. Durch die präzise Steuerung von Lagerbewegungen werden nicht nur Lagerflächen effizienter genutzt, sondern auch unnötige Transporte und Retouren vermieden – ein wesentlicher Beitrag zur Senkung des Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes. Insgesamt leistet das WMS somit einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie von Deuter und zur Schonung natürlicher Ressourcen entlang der gesamten Lieferkette.

Edwin Ernst-George, Leiter Prozess- und Projektmanagement Supply Chain bei Deuter, zeigte sich von dem Projekt überzeugt: „Die Zusammenarbeit mit Infios hat unsere logistischen Prozesse nachhaltig verbessert und eine einwandfreie Datenbasis bereitgestellt, mit der wir nicht nur effizient arbeiten, sondern auch mit Zuversicht wachsen können.“

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