Software

Marvin Meyke,

CrossClient-App beschleunigt Swissmill

Wer rund 30 Prozent des in der Schweiz benötigten Getreides verarbeitet und über 100 verschiedene Mehle, Griese, Flocken und Mischungen „on demand“ liefert, benötigt eine starke Lagerlogistik. Sein automatisches Lagersystem hat Swissmill Zürich im September mit Intralogistikspezialist Westfalia auf die Warehouse Management Software Savanna.NET umgestellt.

© Westfalia

Eine neue App auf 18 Mobilgeräten bedient alle ­zen­tralen Funktionen – der Savanna.NET CrossClient. „Mit der Umstellung vom Software-Vorgänger PMain auf Savanna auch aktuelle mobile Technologien ein­zuführen, dieses Ziel haben wir in einem Dreivierteljahr intensiver Projektarbeit erreicht“, freut sich Andreas ­Plantholt, verantwortlicher Projektmanager bei Westfalia. „Die Realisierung der Basisfunktionalitäten, der Architektur und die Anbindung an unser Savanna.NET erfolgte in enger Koordi­nation vom Angebot bis zur Inbetriebnahme im eigenen Haus und vor Ort mit Swissmill.“ Westfalia setzt dabei auf seine Erfahrungen in der Hochregallagerlogistik und sein Spezialisten­wissen zu mobilen Anwendungen. Anfang September 2020 konnte das Lagersystem mit neuem „Nervensystem“ durch­starten. „Der Savanna.NET CrossClient ist auf Handheld-Computern mit dem Betriebssystem Android installiert.“ Er läuft aber auch auf anderen gängigen Betriebssystemen wie Apples iOS. Die Ge­räte für eine industrielle Umgebung ­kommunizieren über das firmeneigene WLAN mit Savanna. „Sie verfügen über 1D- und 2D-Imager zum Scannen von ­Barcodes und Touchscreen. Darüber sind sie wie ein Smart­phone zu bedienen“, verdeutlicht Plant­holt.

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Sicherer dezentraler Zugriff ohne Fehleingaben
Ein Nutzer loggt sich auf einem der 18 für die App registrierten Mobilgeräte ein. Vom Wareneingang bis zum Warenausgang nutzt er ein Gerät, ohne dass im Netzwerk Daten abgezogen werden. Das System ist so gegen externe Eingriffe geschützt, aber dezentral bedienbar. Der Bediener scannt die Palette und die Quell-Förderbahn an, in welchem Lagerbereich sie einge­lagert werden soll, und wird intuitiv durch die Untermenüs und Auswahllisten geführt. „Wir haben uns bewusst für große ­Bedienfelder entschieden“, beschreibt Martin Wißmann, Projekt­leiter im Team Kundenbetreuung & Modernisierung bei West­falia. „Die großen Auswahl-Listenfelder vermeiden, dass man falsche Bereiche antippt. Kein überflüssiges Design, dafür eine hohe Bediensicherheit.“ Wißmann hat projektbezogen den ­Savanna.NET CrossClient und dessen Schnittstelle programmiert, während das Team der Savanna.NET-Produktentwicklung zuvor das Framework aufbaute. Das lässt sich auf alle kundenseitigen Anforderungen zuschneiden.

Alle zentralen Intralogistik-Funktionen in einer App
Bei Swissmill sind das elf zentrale intralogistische Funktionen. Bediener können die Palette in einem Hochregallager einlagern, durchschleusen oder sie für ein Blocklager oder den Pool aus­buchen. Sie haben damit die Möglichkeit zu kommissionieren, zu versenden und die Lkw-Verladung anzuweisen. Außerdem lassen sich Halb-Paletten bündeln, in Echtzeit Störungen ­anzeigen, die Entstörungen anweisen und quittieren. Die ­Mit­arbeiter bestellen mit dem Mobil-Gerät Paletten, lassen sie in Außenlager umlagern und führen Inventuren durch. Weitere Android- und iOS-Geräte lassen sich einbinden.
Die Nutzeroberfläche ist responsiv. Wißmann: „Mit dem ­Savanna.NET CrossClient ist es viel einfacher, auf unterschiedlichen Bildschirmgrößen Zusatzinformationen – wie Farbcodierungen für den Status von Paletten – mitzugeben. Wir können damit umfangreiche, komplexe Geschäftsprozesse der Lager­logistik abbilden, dafür native Funktionen verschiedener ­Mobilgeräte und Betriebssysteme sowie leistungsstarke Code-Bibliotheken nutzen und an Savanna.NET anbinden. Das alles mit Scannern für Strichcodes, QR-Codes oder NFC-Chips. Alle Daten werden unkompliziert an das Backend vermittelt und dort weiterverarbeitet.“ Die Fehleingaben sinken deutlich.

Zügige Inbetriebnahme bei Swissmill
Nicholas Müller, bei Swissmill für den Transport des Stückgutes verantwortlich, hat dort die Inbetriebnahme begleitet. „Ziel war primär, die alten Geräte durch die neueste Technologie zu ­ersetzen und für zukünftige Herausforderungen gewappnet zu sein“, so Müller begeistert. „Der größere Bildschirm lässt, wo nötig, detailliertere Anzeigen zu, und wir können mit QR-Codes ­arbeiten. Die Geräte sind robuster. Wir sind seit mehr als drei Jahrzehnten partnerschaftlich mit Westfalia verbunden. Wir hatten das Vorgängersystem, es war daher naheliegend, auch dieses Projekt mit ihnen durchzuführen. Die Zusammenarbeit zeichnet sich durch die jahrelange Erfahrung und Lösungs­orientiertheit von Westfalia aus.“

„In der Plattform schlummern viele Ideen“, so Wißmann. „Meldungen von Savanna auf das Diensthandy, Sendungsverfolgungen, ein Statistikbereich zur Auslastung, ein VPN-Netzwerk oder ein Chat-System, um den Savanna.NET CrossClient für Kommissionierer oder Disponenten einzusetzen. Per Kamera und Fernscan lassen sich Schäden sofort erfassen und an den Kunden zurückmelden.“ Das System ist offen für Weiter­entwicklungen und macht die Swissmill-Intralogistik für Jahre zukunftssicher.

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