Outsourcing

Nicht nur die Großen profitieren

Lange vorbei sind die Zeiten, in denen die Auslagerung von Dienstleistungen nur etwas für große Unternehmen war. Auch mittelständische Betriebe erhöhen durch Outsourcingprojekte ihre Wettbewerbsfähigkeit. Für Unternehmen ist das Outsourcen logistischer Aktivitäten keine Frage mehr der Betriebsgröße oder Branche, sondern der Firmenphilosophie – und der Wettbewerbsfähigkeit.

Schließlich reduziert die Auslagerung von Transport- und Logistikdienstleistungen bis zu 20 % der Kosten und bis zu 30 % der Lieferzeiten. So wird etwa kein Kapital durch eigene Fahrzeuge oder Lager gebunden. Externe Dienstleistungen lassen sich zudem besser an saisonale oder konjunkturelle Schwankungen anpassen als eigene. Darüber hinaus profitiert die auslagernde Firma von der Erfahrung des Dienstleisters sowie von Synergien mit Aktivitäten anderer Kunden.

Gerade im Bereich industrieller Kontraktlogistik, so schätzen Branchenkenner wie Prof. Thomas Mühlencoert, Leiter des Instituts für Kontraktlogistik und Outsourcing IKO am RheinAhrCampus, wird die Tendenz zur Reduzierung der Wertschöpfungstiefe daher weiter anhalten. Im gleichen Maße, wie schneller und vor allem vielfältiger produziert und geliefert wird, haben sich die Anforderungen an den Kontraktlogistik-Anbieter geändert.

Neben reiner Lagerung und Kommissionierung gehören mittlerweile der Bau und die Bestückung von Displays, Verpackungs-, Konfektionierungs- oder Montagearbeiten, Buchveredelung, Entsorgungs- und Ersatzteillogistik, Produktionsversorgung, Qualitätskontrolle, Vorfertigung von Armaturen und Türen für die Automobilindustrie oder kundenindividuelle Reparaturen ebenfalls zu seinen Aufgaben. Produkt- und Branchenkenntnis haben für ihn daher stark an Bedeutung gewonnen. Vom reinen Spediteur und Lagermeister hat er sich zur verlängerten Werkbank weiterentwickelt, an die ein Unternehmen immer mehr Aufgaben abgeben kann, um die eigenen Abläufe schlank zu halten und sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren.

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Welche Auslagerungstiefe ein Unternehmen hierbei für sich in Anspruch nimmt, hängt davon ab, was es als seine Kernkompetenz definiert. Für den einen Betrieb gehört die Planung seiner Logistik beispielsweise dazu, doch bei der Umsetzung verlässt er sich auf einen Dienstleister. Andere hingegen vergeben ihre Logistik komplett an einen Logistikpartner. Damit die Auslagerung zur Zufriedenheit aller Beteiligter gelingt, empfiehlt es sich in jedem Fall vorab, bestehende Abläufe zu evaluieren, Anforderungen und Erwartungen zu analysieren sowie ein Prozesspflichtenheft zu definieren. Letzteres dient unter anderem dazu, betriebswirtschaftliche Kennzahlen und Zielsetzungen festzulegen, so genannte Key Performance Indicators, deren Erfüllungsgrad als Maßstab für die geleistete Arbeit gilt.

Wichtig für ein gutes Gelingen ist auch die notwendige Bereitschaft des Transport- und Logistikanbieters, an kontinuierlichen Verbesserungsprozessen mitzuwirken, also Abläufen und Strukturen ständig feinzujustieren. Denn nicht die Aufgaben des Kunden müssen sich den Strukturen des Dienstleisters anpassen, sondern jener muss flexibel genug sein, die individuellen Anforderungen seines Auftraggebers unabhängig vom Auftragsvolumen zu erfüllen.

Nicht selten bauen mittelständische Speditionen speziell für einen Kunden kurzfristig ein Hochregallager, rüsten einen Lkw nach dessen Transportanforderungen um oder konstruieren ein neues Verkaufsdisplay. Kontraktlogistik nach Schema F eignet sich hierfür nicht.

Ergänzend sollte der Kontraktlogistik- Anbieter über einen unkomplizierten Zugang zu einem idealerweise eigenen und qualitativ hochwertigen Transportnetzwerk verfügen. Dies ist umso wichtiger für Kunden, die international verteilen und deren Transportkosten daher bedeutender sind als die Lagerkosten.

Die Wahl eines Dienstleisters mit eigenem Netzwerk kann auch dazu beitragen, dass produzierende Unternehmen im Lieferantenranking ihrer Kunden eine bessere Note erhalten. Produktqualität umfasst schließlich stets auch die logistische Qualität – und diese lässt sich anhand von Lieferzeiten und Lieferzuverlässigkeit eindeutig messen.

Beispiel Dobar Dobar vertreibt europaweit alles, was Haustiere brauchen. Zwischen 600 und 700 Artikel bietet Dobar lagermäßig an, im Aktionsgeschäft sind es mehr als 1 000. Dennoch betreibt Dobar selbst nur ein kleines Lager: Mit der Führung des Hauptlagers und der Ausübung aller lagerlogistischen Tätigkeiten inklusive der aufwändigen Logistik für Aktionsware hat man den CargoLine-Partner Wackler beauftragt.

Neben der Displaybestückung, der Etikettierung, Kommissionierung und Umpackaktionen von häufig 800 bis 1 000 Teilen gehört auch die Retourenabwicklung zu den Aufgaben der Spedition.

Beispiel Altenburg An die Feinkonfektionierung im Lager stellt die Spielkartenfabrik Altenburg höchste Ansprüche: Wenn etwa ein Kunde eine bestimmte Art der Verpackung wünscht. Dann packen die Mitarbeiter von Balter und Zimmermann Ware wieder aus, stecken sie in kundeneigene Verpackungen und bringen Barcodes an.

Aber auch völlig neue Kommissionen aus mehr als 1 000 Einzelartikeln zusammenzustellen gehört zu den täglichen Aufgaben der Spedition. Den Anforderungen trägt Balter und Zimmermann gerne Rechnung: Erst kürzlich hat die Spedition ein neues Hochregallager mit 3 000 Palettenstellplätzen in Betrieb genommen.

CargoLine

Beispiel Rhodius Rhodius Schleifwerkzeuge, größter Hersteller von Trennscheiben in Deutschland, hat einen Wandel vom produktions- zum vertriebs- und serviceorientierten Unternehmen vollzogen. Dem entsprechend ist seine Logistik organisiert: Sobald ein Kunde mitteilt, welche Produkte er benötigt, erstellt die Firma einen Auftrag und übermittelt diesen elektronisch an Balter Logistics.

Dreimal täglich bringt dieser die Ware in sein Lager, kommissioniert und verpackt die Produkte wunschgenau und transportiert die verkaufsfertigen Kartons entweder direkt oder über andere CargoLine-Partner zum Kunden.

Rhodius Schleifwerkzeuge GmbH & Co. KG, E-Mail: rqs@rhodius.de, www.rhodius-schleifwerkzeuge.de CargoLine GmbH, E-Mail: info@cargoline.de, www.cargoline.de

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