Outsourcing

Logistik, nahe an Industrie und Handel

Waren von A nach B zu bringen, pünktlich, das bekommen viele Logistik-Dienstleister, große wie kleine, fehlerfrei und zur Zufriedenheit der Kunden hin. Reden wir dagegen von Gefahrstoff­-transporten, von Retourenhandling oder von Transport und Handling unter besonderen hygienischen Bedingungen, wird die Auswahl kleiner. Materialfluss hörte sich bei drei etablierten Logistik-­Dienstleistern um und spürt der Frage nach, in welchen Segmenten noch Wachstum möglich ist.

Drei Fragen an Achim Schäflein, Vorstandsvorsitzender Schäflein AG

Achim Schäflein
Achim Schäflein, Vorstandsvorsitzender der Schäflein AG. Foto: Schäflein AG

Materiafluss: Viele Logistik-Dienstleister bieten umfangreiche Dienstleistungen im Bereich Outsourcing an. Womit will sich ihr Unternehmen auf dem Markt unterscheiden?

Achim Schäflein: „Wir sind da, wo uns der Kunde braucht und zeigen Investitionsbereitschaft, zum Beispiel mit einem Neubau auf der grünen Wiese. Wir haben eine hauseigene Baukompetenz, sind sehr IT-affin, was sich unter anderem durch unser eigenes Logistik-IT Unternehmen Eikona zeigt. Eikona ermöglicht Produktivitätssteigerung durch effiziente Lagersteuerung. Im Bereich der Hardware zeigten wir in der Vergangenheit ein Gespür für Innovationen beispielsweise mit neuen Lagertechniken wie dem AutoStore-System. Nischen wie die Logistik und Reinigung von Mehrwegbehältern, Miete & Pooling und die Gefahrstofflogistik sind ebenfalls für uns spannend.

Anzeige

MFL: Konzentrieren Sie sich dabei auf bestimmte Segmente? Und wenn ja, warum? Schäflein: Ursprünglich war Schäflein auf Maschinenbau und Automotive konzentriert, bietet inzwischen aber auch Lösungen in der Chemie- und Gefahrstoffbranche, dem Handel inkl. E-Commerce und in der Lebensmittellogistik. Know-how-Transfer und Querdenken sind angesagt: Wichtig ist logischerweise „die Sprache des Kunden verstehen“ und mit ihm Konzentration und Fokus auf seine Branchen und Segmente zu legen. Viel wichtiger sind aber in meinen Augen die Prozesskompetenz und die Fähigkeit, Prozesse und Lösungen von einem Segment auf eine neues Segment transformieren zu können.

MFL: Was erwartet uns in diesem Segment von Ihrem Unternehmen im kommenden Jahr? Neue Strategien, Investments, Zielrichtungen? Schäflein: Zunächst der Auf- und Ausbau neuer Standorte im gesamten Bundesgebiet (Standort Langenau bei Ulm, Schweinfurt und Kitzingen), aber auch im Ausland (Standort Breslau). Dann ein Querdenken und der gezielte Prozess­ausbau zum Beispiel im Bereich Chemie, E-Commerce oder Lebensmittel, Mehrwegbehälterlogistik. Weiter die „Technisierung“, zum Beispiel mit einer Logistik-App unter anderem für Anwendungen auch im Lkw. Bedeutet konkret: Der Fahrer bekommt zusätzliche IT-Systeme nicht nur für Fahrzeugdaten, sondern für den gesamten logistischen Prozess von der Abholung über Umschlag bis zur Auslieferung.


Drei Fragen an Stefan Porcher, COO Contract Logistics Germany bei Hellmann Worldwide Logistics

MFL: Viele Logistik-Dienstleister bieten umfangreiche Dienstleistungen im Bereich Outsourcing an. Womit will sich ihr Unternehmen auf dem Markt unterscheiden?

Stefan Porcher: Unser vorrangiges Ziel ist es, unsere Kunden durch unseren Service und die Qualität unserer Dienstleistung nachhaltig zu begeistern. Hierzu gehört auch, gemeinsam mit unseren Kunden individuelle Lösungen für ihre Probleme zu erarbeiten. Aus diesem Grund hinterfragen wir täglich unsere Prozesse, aber auch sämtliche Kontaktpunkte zu unseren Kunden, um in Hinblick auf Qualität, Kosten und Leistung noch besser zu werden. Nur so können wir langfristig den steigenden Ansprüchen des Marktes gerecht werden. Neben unserem KVP-Programm, das schon seit vielen Jahren in unseren Niederlassungen erfolgreich etabliert ist, steht bei uns die Wahrnehmung unserer Leistung durch unsere Kunden im Vordergrund. Auf diese Weise können wir Gutes professionalisieren, Probleme an der Wurzel packen und Veränderungen schnell etablieren. Immer vor dem Hintergrund, das Business unserer Kunden einfacher zu machen.

MFL: Konzentrieren Sie sich dabei auf bestimmte Segmente und wenn ja, warum? Porcher: Einer unser mittel- bis langfristigen Schwerpunkte ist der Bereich Automotive mit dem Fokus auf Ersatzteillogistik. In diesem Bereich kommt es vor allem auf die Geschwindigkeit und die Qualität der Versorgung entlang der gesamten Lieferkette an. Als Full-Service-Logistikanbieter verfügen wir über das Netzwerk, die IT-Infrastruktur und das Know-how, um so komplexen Materialflussanforderungen wie die Belieferung bis in den Kofferraum des Service-Technikers wirtschaftlich abzubilden. Auch bei dem bevorstehenden Wandel in der Automobilbranche von Verbrennungsmotoren zu alternativen Antrieben sehen wir die Automobilindustrie weiterhin als stabilen Wachstumstreiber für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Ein weiterer Schwerpunkt ist und bleibt der Handel und seine Entwicklung im Omnichannel-Bereich. Auch hier zeigen unsere Leistungen in der Vergangenheit, dass wir in diesem Segment für einen exzellenten Service stehen und für Zuverlässigkeit und Leistung bekannt sind. Mit unseren Multi-User Standorten sind wir auch in diesen Segmenten sehr gut aufgestellt, um schnell auf die zunehmende Individualisierung und die Wünsche der Kunden nach immer kürzeren Lieferzeiten zu reagieren.

Stefan Porcher
Stefan Porcher, COO Contract Logistics Germany bei Hellmann Worldwide Logistics. Foto: Hellmann Worldwide Logistics

Dabei nimmt der e-Commerce-Bereich einen immer größeren Schwerpunkt ein. Mit unserer Tochterfirma Hellmann e-Commerce sind wir in der Lage, die Anforderungen der Endkunden IT-technisch abzubilden und mit Hilfe einer ‚state of the art fulfillment Lösung‘ den Servicegrad bis zu same day delivery sicherzustellen.

MFL: Was erwartet uns in diesem Segment von Ihrem Unternehmen im kommenden Jahr? Neue Strategien, Investments, Zielrichtungen etc.? Porcher: Im Jahr 2016 haben wir vier neue moderne Standorte in unseren Zielregionen Deutschlands in Betrieb genommen. Diese werden in 2017 signifikant zu unserem Wachstum in den kommenden Jahren beitragen. Somit zeigt sich, dass sich die Fokussierung auf unsere ausgewählten Zielbranchen als richtig erweist. Diesen Weg werden wir weitergehen, um mit einem exzellenten Servicegrad und tiefem Prozessverständnis unsere Kunden weiterhin zu überzeugen. Dabei ist uns wichtig, eine Gesamtlösung mit unseren verschiedenen Transportprodukten zu schaffen, um unseren Kunden so eine Plattform zu bieten, mit der diese auch global agieren können. Ein strategisches Beispiel für unsere weitere Entwicklung in Deutschland ist der Ausbau unseres e-Commerce Portfolios in Verbindung mit unserem neuen Transportprodukt „Service Plus“. Somit sind wir in der Lage im B2B-, aber auch im B2C-Geschäft, dem Endkunden über die gesamte Lager- und Transportkette seine Ware inkl. Auf- und Abbauservice bis in seine Wohnung anzubieten.

Intra meint: Die hab ich schonmal gesehen!

Moment mal ... die beiden Herren, die uns auf dieser Seite entgegen strahlen, als hätten Sie gerade die Lkw-Maut abgeschafft, kenne ich doch! Ja, richtig, sowohl Matthias Schadler als auch Stefan Porcher waren Gast beim Materialfluss Round Table Logistik-Dienstleister, zu finden in Ausgabe ... Moment ... Materialfluss Markt 2016, und online unter der Adresse www.materialfluss.de/lager-und-kommissioniertechnik/round-table-wir-sind-systemjongleure/. Den Punkt nach dem Schrägstrich, den hier der Schlussredakteur vorschreibt, bitte weglassen, sonst geht gar nix. Damals wie heute waren sich Profis wie Matthias Schadler und Stefan Porcher sicher, dass ein Logistik-Dienstleister gut beraten ist, auf die Individualisierung der Gesellschaft und ihren Wünschen sowie den immer kürzer werdenden Lieferzeiten einzugehen. Gar nicht so einfach, wenn man gerade frisch ein Logistikzentrum gebaut hat, das sich nicht soeben versetzen lässt. Bleibt spannend, sicher auch im kommenden Jahr!

Drei Fragen an Matthias Schadler, Geschäftsführer pfenning logistics

Materialfluss: Viele Logistik-Dienstleister bieten umfangreiche Dienstleistungen im Bereich Outsourcing an. Womit will sich ihr Unternehmen auf dem Markt unterscheiden?

Matthias Schadler: Wir legen bei Outsourcing-Projekten Wert auf die Gesamtbetrachtung der Prozesskette, um Kunden ein Mehr an Effizienz liefern zu können. Da wir unsere Leistungen als Bestandteil einer integrierten Supply Chain verstehen, optimieren wir Outsourcingprojekte mit Blick auf die vor- und nachgelagerten Prozesse. Das umfasst unter anderem auch die Retourenlogistik. Was uns unterscheidet, sind flächendeckende Versorgungsstrukturen bis in die Kapillargefäße von Filialnetzen. Und ein Netz von Speziallagern, das auf neueste Sicherheits- und Hygienestandards ausgerichtet ist. Dies bildet die Basis für Outsourcing-Projekte mit Direktanschluss zu Kunden und Absatzmärkten.

MFL: Konzentrieren Sie sich dabei auf bestimmte Segmente? Und wenn ja, warum? Schadler: Wir sind im Handel groß geworden und heute in vielen Industriebereichen zu Hause. Dazu zählen die Chemiebranche, die Automobilindustrie, Lebensmittel, Fast Moving Consumer Goods. Wir konzentrieren uns nicht so sehr auf einzelne Segmente, sondern vielmehr auf eine industrie- und handelsnahe Logistik, die unsere Kundenunternehmen in die Lage versetzt, den wachsenden Anforderungen des Marktes und ihrer Kunden entspannt zu begegnen. Die damit verbundenen Leistungen liegen beispielsweise in kurzen Durchlaufzeiten und einer extrem hohen Lieferfähigkeit bei geringen Beständen.

intra_logistic_kastenbild

MFL: Was erwartet uns in diesem Segment von Ihrem Unternehmen im kommenden Jahr? Neue Strategien, Investments, Zielrichtungen etc.? Schadler: Alle Welt investiert Zeit und Geld in Digitalisierungsstrategien. Auch wir dehnen unsere Investitionen in diesem Bereich aus, ohne jedoch den Blick für das Wesentliche in der Logistik zu verlieren: die Nähe zum Kunden. Daher bauen wir unsere Standortpräsenz an wichtigen Dreh- und Angelpunkten wie Hamburg, Bremen und Baden-Württemberg aus, an denen wir den Branchen Pharma, FMCG und Automobil kurzfristig zusätzliche Kapazitäten bieten werden.

Martin Schrüfer

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige

Einfach smart: Flottenverwaltung in der Cloud

I.D. Systems‘ neues PowerFleet® EXPERT Flottenmanagement für Flurförderzeuge setzt den Fokus auf eine kostenreduzierte Fuhrparkverwaltung – ganz ohne Installation einer lokalen Software. Hierfür stellt das smarte System eine Software-as-a-Service (SaaS)-Solution bereit. Durch einfaches Einloggen in die cloud-gehostete Software erhalten Flottenbetreiber sofort detaillierte Informationen zur Fahrzeugnutzung.

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Stapler & Komponenten

Service macht den Unterschied

Eine außerordentliche Serviceleistung ist für die Hamburger Still GmbH viel mehr als ein unternehmerisches Markenzeichen. Sie ist ein wichtiger Differenzierungsfaktor, mit dem sich Still als einer der führenden Anbieter maßgefertigter...

mehr...

Newsletter bestellen

Immer auf dem Laufenden mit dem materialfluss NEWSLETTER

Aktuelle Unternehmensnachrichten, Produktnews und Innovationen kostenfrei in Ihrer Mailbox.

AGB und Datenschutz gelesen und bestätigt.
Zur Startseite