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Lebensmittellogistik der Superlative

In Aargau in der Schweiz ist die größte Bäckerei des Landes entstanden und ein Logistikzentrum, das Maßstäbe setzt. Das Projekt ist ein Meilenstein in der Umsetzung der Logistikstrategie von Coop. Die Vision des Großverteilers sieht vor, dass bis 2023 das Unternehmen weitgehend CO2-neutral betrieben wird. Planungspartner des komplexen Bauvorhabens war die zur IE Group gehörende IE Food Engineering.

Foto: IE Group
Foto: IE Group

60.000 Tonnen Brot und Backwaren stellt Coop am neuen Logistikstandort in Schafisheim her. 350 Filialen beliefert der Großverteiler von dort aus mit Lebensmitteln. Schafisheim ist auch Ausgangspunkt für den nationalen Vertrieb von Tiefkühlprodukten. Kurz: Hier wird tagtäglich eine logistische Meisterleistung erbracht. „Wir haben Großes vor“,  so die Absichtserklärung des Leiters Logistik von Coop, Leo Ebneter, als vor rund sieben Jahren die Planung eines neuen Logistikzentrums in Angriff genommen wurde. Heute ist klar, welche Dimensionen ihm damals vorschwebten: Nach drei Jahren Bauzeit ist ein Gebäudekomplex entstanden, der in der Lebensmittellogistik neue Maßstäbe setzt.

Das Mammutprojekt ist ein Meilenstein in der Umsetzung der Logistik- und Bäckereistrategie 2015+ von Coop. Diese wiederum ist Bestandteil der CO2-Vision des Grossverteilers, die vorsieht, dass bis 2023 das Gesamtunternehmen weitgehend CO2-neutral betrieben werden soll. Dazu gehört die sukzessive Verlagerung der Transporte von der Straße auf die Schiene. Schon heute wickelt Coop rund zwei Drittel der Warentransporte per Eisenbahn ab.

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Konzentration von drei Geschäftsbereichen an einem Standort

Im neuen Gebäudekomplex in Schafisheim hat Coop drei Bereiche an einem verkehrs- und vertriebstechnisch optimal gelegenen Standort direkt an der Wirtschaftsachse der Schweiz angesiedelt. Zum einen ist hier die größte Bäckerei der Schweiz und eine der modernsten Europas entstanden: An traditionellen Holzbacköfen und leistungsfähigen Anlagen mit hohem Automationsgrad sind rund 600 Mitarbeiter in Dreischichtbetrieb tätig. Während der Nacht backen sie frische Brote, Kuchen und Torten. Tagsüber stellen sie Teiglinge her – also vorgefertigte Produkte aus Rohteig – die vor Ort im Tiefkühllager eingefroren, in die Filialen verteilt und dort aufgebacken werden.

„Was der neue Gotthard-Basistunnel für die Schweiz ist, ist Schafisheim für die Coop-Logistik.“

Joos Sutter Vorsitzender der Geschäftsleitung, Coop

Der zweite Bereich, den Coop in Schafisheim angesiedelt hat, ist die nationale Verteilzentrale für tiefgekühlte Lebensmittel aller Art mit voll automatisierter Lagerbewirtschaftung und Kommissionierung. Von hier aus werden die Coop-Supermärkte und Coop-Pronto-Shops in der ganzen Schweiz mit Tiefkühl-Pizzen und gefrorenem Gemüse beliefert. Als dritte Funktion hat Coop eine regionale Verteilzentrale für das gesamte Coop-Sortiment eingerichtet. Beliefert werden die rund 360 Verkaufsstellen im Großraum Zürich und in der Nordwest- und Zentralschweiz. Der Logistikstandort verfügt außerdem über eine Leergutzentrale, in der die Retouren aus den Filialen aufgenommen und der Weiterverarbeitung zugeführt werden.

Bauvorhaben entspricht Volumen von 200 Einfamilienhäusern

Coop-Logistikzentrum
Am 22. Juni 2016 wurde das Coop-Logistikzentrum in Schafisheim nach einer Bauzeit von drei Jahren eröffnet.

Für die Planung und Realisation eines so ambitionierten und komplexen Großprojektes braucht es Partner, die nicht nur über planerische, logistische und bauliche Kompetenzen verfügen, sondern auch mit den spezifischen Rahmenbedingungen und Anforderungen der Lebensmittelindustrie vertraut sind. Bei einer Gesamtinvestition von 600 Millionen Franken, einer Bruttogeschossfläche von 240.000   Quadratmeter und einem Bauvolumen, das in etwa 200 Einfamilienhäusern entspricht, lässt die Qualifikation des Planungspartners keine Kompromisse zu. Coop entschied sich für eine Zusammenarbeit mit der zur IE Group gehörenden IE Food Engineering, die ihre Kompetenzen im Fabrikbau im Lebensmittelsektor bei zahlreichen Projekten unter Beweis gestellt hat.

Kooperation von Experten aus verschiedenen Disziplinen

Für das Planungsunternehmen war die Erstellung des neuen Coop-Logistikzentrums allein schon aufgrund der gewaltigen Dimensionen und der logistischen Komplexität trotz langjähriger Erfahrung eine große Herausforderung. Grundvoraussetzung für das Gelingen des Projektes war eine kooperative ­Planung unter Führung und Beteiligung von Spezialisten auf Seiten der Bauherrin und den Ingenieuren und Architekten der IE Food. Als weiterer wichtiger Partner wurde die auf innerbetriebliche Logistiklösungen spezialisierte TGW Logistic Group ins Boot geholt. Insgesamt waren rund 200 Fachpersonen aus verschiedensten Disziplinen in der Projektorganisation involviert.

Steckbrief Bauprojekt

Bauherrschaft: Coop-Genossenschaft Planung und Realisation: IE Food Engineering (IE Group Zürich und München) Projektumfang 5 neue Gebäude: - Verteilzentrale - nationales Tiefkühllager - Zentrale für Leergut - Großbäckerei und -Konditorei Anzahl Mitglieder Projektteams: 80 bis 120 Bruttogeschossfläche: 240.000 m2 Bauvolumen: 1,5 Mio. m3 Fundament: 282 Bohrpfähle, die bis zu 23 Meter in den Untergrund reichen Planungszeit: 5 Jahre Bauzeit: 3 Jahre Investitionsvolumen: 600 Millionen CHF Energieproduktion Biomasse-Kraftwerk: ca. 14 Gigawattstunden/Jahr Stromproduktion Solarkraftwerk: 250.000 Kilowatt/Jahr

Effizienz und Nachhaltigkeit im Fokus

Das Coop-Logistikzentrum ist ein Beispiel für die Bewältigung komplexer Herausforderungen im Fabrikbau:

  • Aus der Funktion entwickelte Gebäudestruktur Der Planungsansatz „von innen nach außen“ kam auch in Schafisheim zur Anwendung. Am Ende der Produktionsstraßen der Bäckerei schließt sich in gleicher Höhe das Tiefkühlzentrum an. Die Backwaren gelangen direkt in das Tiefkühllager und über eine Passerelle in die Verteilzentrale.
  • Verknüpfung der Intralogistik mit externem Logistikkonzept Die auf die Minute genau kalkulierten Fahrpläne für die Aus- und Anlieferungen der Lkw geben den Takt für die internen Logistiksysteme vor. In Schafisheim wurden die Förderprozesse, die Lagerbewirtschaftung, die Kommissionierung und die Bereitstellung der Waren weitestgehend automatisiert. Zum Einsatz kommen modernste Lagersysteme, Shuttlefahrzeuge, Robotik- und Puffersysteme.
  • Haustechnik mit ökologischem Mehrwert Die Öfen der Großbäckerei werden zu 70 Prozent mit Energie aus der hauseigenen Biomasse-Heizzentrale beheizt. Energieträger sind zur Hauptsache organische Getreideabfälle aus der Getreidemühle Swissmill in Zürich. Mit der nachhaltigen Energieerzeugung reduziert Coop den CO2-Ausstoß um rund 10.000 Tonnen pro Jahr. Genutzt wird in Schafisheim auch die Prozesswärme aus der Bäckerei und dem Biomasse-Kraftwerk.

Thomas Hanhart

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