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Exklusivumfrage

Martin Schrüfer,

Schnelligkeit gewinnt, wenn es um E-Commerce geht

E-Commerce, E-Commerce und kein Ende? Glücklicherweise, möchte man aus Sicht der Intralogistik-Anbieter sagen, denn der Wunsch des Kunden nach einem bequemen Einkauf und schneller Lieferung erfordert innovative Lösungen im Lager. materialfluss holte sechs Expertenmeinungen ein.

Stöcklin

materialfluss: Welche Anforderungen stellt moderne Intralogistik an E-Commerce-Anbieter und ihre Dienstleister?

Dirk Haarscheidt: Online-Shops stellen einen zunehmend wichtigen Vertriebskanal dar. Der Onlinehandel wird stets kundenfreundlicher gestaltet und ist für den Konsumenten eine attraktive Möglichkeit einzukaufen. 24 Stunden Shop-Zugang mit großem Artikelsortiment und kürzesten Lieferzusagen sind Erfolgsfaktoren der Onlinehändler. Damit die Lieferversprechen auch eingehalten werden können, sind Investitionen im Bereich Intralogistik unumgänglich. Die Anlagen werden immer grösser, umfangreicher und komplexer, die Anforderungen an das Produkt, respektive an die Dienstleister, immer anspruchsvoller. Am Ende geht es um große Durchsatzmengen und um 24 Stunden Verfügbarkeit pro Tag. Anlagenunterbrüche sind zu vermeiden, denn Sie schaden dem Onlinehändler. Der Anspruch an die Intralogistik geht zwischenzeitlich soweit, dass bei immer leistungsstärkeren Anlagen Betriebsstörungen respektive Anlagenstillstände nicht toleriert werden. Deshalb gilt es Redundanzen im Materialfluss zu planen und das Störungsdispositiv entsprechend zu organisieren.

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mfl: Welche Ihrer Produkte oder Dienstleistungen eignen sich im Besonderen für die E-Commerce-Branche und warum?


Haarscheidt: Für die mehrheitlich kleinvolumigen Sendungen, kurzen Reaktionszeiten und den effizienten Umgang mit Retouren im Onlinehandel bieten sich besonders unsere Lösungen für Kleinteilelager an. Für das Handling von Behältern und Kartons haben wir hochdynamische und skalierbare Lösungen entwickelt. Energieeffizient, leistungsstark und zuverlässig lauten die Eigenschaften unserer Produkte. Also Punkte, die ganz hoch gewichtet werden, wenn es um die Intralogistik im E-Commerce-Bereich geht. Das Gesamtpaket rundet unser Warehouse Management System ab, das die Materialflüsse optimal steuert und Anlagenzustände jederzeit analysiert und für Notfälle die Informationen dem Anlagenbetreiber zur Verfügung stellt.

Knapp

materialfluss: E-Commerce ist der Wachstumstreiber für die Intralogistik schlechthin. Welche Innovationen hat die Branche für die großen wie kleinen Betreiber von Onlineshops – von Amazon bis Rudis Reifenladen – zu bieten?


Heimo Robosch: Um die Wachstumsszenarien und Änderungen in den Geschäftsmodellen der E-Commerce-Betreiber unterstützen zu können, gehen alle Entwicklungen in Richtung Flexibilität. Innovationen beispielsweise im Bereich der autonomen Fahrzeuge, die ideal für kleine flexible Lösungen sind oder der Taschensorter als Einstiegslösung im E-Commerce-Business bis hin zu flexiblen Shuttles, die mit dem Kundenbedarf mitwachsen können.

mfl: Welche Anforderungen stellt moderne Intralogistik an E-Commerce-Anbieter und ihre Dienstleister?


Robosch: Durchlaufzeit und absolut fehlerfreies Arbeiten sind die Schlüsselthemen, da sie einen Konkurrenzvorteil bedeuten. Darüber hinaus ist eine effiziente Retourenlogistik in manchen E-Commerce-Branchen für den kommerziellen Erfolg unbedingt notwendig. Der Betrieb muss sich auf extrem steile Leistungsspitzen, wie beispielsweise den Black Friday, einstellen können – dies müssen sowohl die Lagersysteme als auch das gesamte Lagerbetrieb mittragen können.

mfl: Welche Ihrer Produkte oder Dienstleistungen eignen sich in Besonderem für die E-Commerce-Branche und warum?


Robosch: Das OSR Shuttle Evo vereint die Vorteile von bisherigen Shuttle-Systemen – nämlich auf eine große Anzahl von Artikeln unabhängig von der ABC-Kurve permanent und schnell zugreifen zu können, mit den Vorteilen der neuen Generation, wo das ganze System und damit auch die Investition mit dem Kunden mitwachsen kann. In Kombination mit einem Taschensorter hat der Kunde bei größeren Anwendungen noch mehr Flexibilität für extrem hohen Durchsätze und dazu eine integrierte Lösung für Retouren. Autonome Fahrzeuge wie die Open Shuttles von Knapp verbinden Fahrwege und Lagerflächen flexibel. Die Software KiSoft Analytics stellt die richtigen Daten zur Verfügung.

Schmalz

Dr. Kurt Schmalz, Geschäftsführender Gesellschafter J. Schmalz GmbH - Foto: J. Schmalz

materialfluss: Welche Anforderungen stellt moderne Intralogistik an E-Commerce-Anbieter und ihre Dienstleister? Was hat sich geändert durch den Boom des Online-Handels?

Kurt Schmalz:Der Online-Handel wächst enorm. Das erfordert mehr Flexibilität und Schnelligkeit im Warenlager. Große Online-Händler setzen auf Automatisierung, zum Beispiel mit mobilen Robotern. Dabei wird die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine (MRK) immer wichtiger. Wir entwickeln daher Lösungen, die auch für kollaborative Systeme geeignet sind. Doch auch die Anforderungen bei kleinen und mittleren Online-Händlern haben sich verändert: Sie können wir mit manuellen Hebehilfen unterstützen, denn auch hier schlägt sich das generelle Wachstum in einem häufigeren Umschlag nieder. Für ein ergonomisches Verladen müssen die Handhabungssysteme intuitiv zu bedienen sein und ein hohes Arbeitstempo zulassen.

mfl: Welche Ihrer Produkte oder Dienstleistungen eignen sich in Besonderem für die E-Commerce-Branche und warum?

Schmalz: Bei der Automatisierung gewinnen Plug-and-Play-Lösungen zunehmend an Bedeutung. Basis dafür bildet unsere Vakuumtechnik, die für mobile Anwendungen ohne Druckluft funktionieren muss. So erzeugt unsere Cobot-Pump ECBPi das benötigte Vakuum elektrisch direkt am Greifer, was ihn auch für Handhabungsaufgaben mit kollaborativen Robotern interessant macht. Die ideale Ergänuung ist unser neuer Cobot-Greifer. Sein spezielles Design sorgt für eine sichere MRK und ist dank flexiblem Schaum als Greiffläche äußert variabel. Generell lösen wir mit unseren Produkten entscheidende Anwendungsfälle, wie die Handhabung von Einzelwerkstücken oder den sogenannten Griff in die Kiste. Für die manuelle Handhabung, wo häufiges Umsetzen leichter Waren im Fokus steht, ist unser Vakuum-Schlauchheber JumboFlex konzipiert. Er ermöglicht ergonomisches Arbeiten bei hohen Taktzahlen bis zu 600 Picks pro Stunde.

Pfenning Logistics

materialfluss: Welche Anforderungen stellt moderne Intralogistik an E-Commerce-Anbieter und ihre Dienstleister? Was hat sich geändert durch den Boom des Online-Handels?

Matthias Schadler: Materialflüsse werden im E-Commerce zu reißenden Strömen. Und Logistiker zu Hochleistungsdienstleistern, mit denen der elektronische Handel sein zentrales Serviceversprechen erfüllen kann: Zu liefern. Nicht innerhalb von ein bis zwei Tagen, sondern hier, jetzt und gleich. In der Welt der grenzenlosen Warenverfügbarkeit wird das „Same Day“ des Logistikers zum USP des Shopbetreibers. Das setzt nicht nur hochverfügbare Systeme voraus, sondern einen Automatisierungsgrad, der die Durchflussgeschwindigkeit per Kundenklick auf Höchstgeschwindigkeit beschleunigt. Mit wachsender Artikelvielfalt steigen dabei die Anforderungen an Lager- und Materialflusssysteme. Innovative Technologien wie Pick-by-Vision, bei denen Kommissionierer Datenbrillen tragen und sich in der Augmented Reality bewegen, werden schon bald zum Standard im tempoverliebten E-Commerce. Das bedeutet schon für die Layoutplanung der Lagerlogistik: Die Ware muss auf kürzestem Wege zum Mann oder zur Frau. Unkompliziert und schnell.

mfl: Welche Ihrer Produkte oder Dienstleistungen eignen sich in Besonderem für die E-Commerce-Branche und warum?


Schadler: Unser Immobilienkonzept des „multicube“ liefert eine passende Antwort auf die speziellen Anforderungen des E-Commerce: Durch die modulare Bauweise können in diesen Logistikzentren unterschiedliche Produkte unter optimalen Bedingungen gelagert, kommissioniert und versendet werden und vielfältigste Value Added Services unter einem Dach erbracht werden. Das macht uns zum geeigneten Partner für große E-Commerce-Plattformen, die von Kosmetik über Lifestyle Produkten bis zu Lebensmitteln mit vollkommen unterschiedlichen Waren- und Produktwelten handeln.

SSI Schäfer

Matthias Schadler, Geschäftsführer pfenning logistics - Foto: pfenning logistics

materialfluss: Welche Anforderungen stellt moderne Intralogistik an E-Commerce-Anbieter und ihre Dienstleister? Was hat sich geändert durch den Boom des Online-Handels?

Heribert Hochrinner:Der Online-Lebensmittelhandel erlebt aktuell einen Boom. Dieser ist zwar verantwortlich für hohe Wachstumszahlen, stellt aber die Unternehmen vor neue intralogistische Herausforderungen. Daraus ergeben sich unterschiedlichste Anforderungen an das jeweilige Distributionsnetzwerk und somit an den innerbetrieblichen Materialfluss. Diese wirken sich unter anderem auf Stückzahlen, Ladungsträger und Zustelloptionen aus. Das Fulfillment im Online-Handel kämpft mit zusätzlichen Markttrends wie hohem Wachstum, starken Auslieferungs-Peaks, eng definierten Lieferzeitfenstern, einer zunehmenden Auswahl vor allem im Frische-sortiment, niedriger Drop-Rate auf der letzten Meile und erhöhtem Druck auf die Marge sowie der Abwicklung der E-Commerce-Aufträge im Darkstore. Um eine rasche Auftragsbearbeitung und Versendung bis hin zu einer Same-Day-Delivery zu gewährleisten, muss die Supply Chain ganzheitlich optimiert sein. Denn die Kunden erwarten nicht nur günstige Preise, sondern auch den bestmöglichen Service.

Heribert Hochrinner, Sales Manager Food Retail bei SSI Schäfer - Foto: SSI Schäfer

mfl: Welche Ihrer Produkte oder Dienstleistungen eignen sich in Besonderem für die E-Commerce-Branche und warum?


Hochrinner: Um die spezifischen Herausforderungen zu erfüllen, ist ein Höchstmaß an Flexibilität und Individualität erforderlich. Ob mit manuellen, teil- oder vollautomatisierten Lösungen für Lagerung, Kommissionierung, Bufferung sowie Transport – SSI Schäfer koordiniert und konsolidiert die Warenflüsse über alle Temperaturzonen hinweg und ermöglicht optimalen Service. Perfekt auf die kundenspezifischen Anforderungen abgestimmt bietet SSI Schäfer eine Vielzahl an Lösungsbausteinen: Das Portfolio umfasst Lagersysteme für die vollautomatische Lagerung von Groß- und Kleinladungsträgern in verschiedensten Temperaturzonen sowie Fördersysteme für den innerbetrieblichen Transport zwischen den einzelnen Lagerbereichen. Dabei darf eine softwarebasierte Prozessoptimierung und Visualisierung nicht fehlen. Die eigene Software Wamas ist genauso modular aufgebaut wie die anderen Lösungen von SSI Schäfer. Sie besitzt Standardschnittstellen zu externen Systemen und kann deshalb einfach und nahtlos in die bestehende IT-Landschaft der Anwender integriert werden. Wesentlich für den langfristigen Erfolg in einem hochdynamischen Marktumfeld ist somit eine ganzheitliche Optimierung der Prozesskette mit individuellem Automationsgrad – über den gesamten Lebenszyklus hinweg.

viastore Software

materialfluss: Welche Anforderungen stellt moderne Intralogistik an E-Commerce-Anbieter und ihre Dienstleister? Was hat sich geändert durch den Boom des Online-Handels?

Dr. Harald Göbel: Der Online-Handel erschließt neue Wege für den Vertrieb und ist für den Kunden besonders einfach und bequem. Logistisch ist das Konzept aber eine große Herausforderung. Hersteller, Händler und Dienstleister müssen extrem flexibel sein, in Echtzeit auf Kundenwünsche reagieren, die Verfügbarkeit der Produkte prüfen, reservieren, pünktlich liefern und dabei auch noch bei Bestellgröße eins Geld verdienen. Gefordert ist zudem eine lückenlose Transparenz des Logistikprozesses, damit der Kunde jeden Schritt seiner Ware online verfolgen und in Echtzeit sehen kann. Um eine rationelle Bearbeitung der Waren und ein effizientes Retourenhandling sicherzustellen, sind neben einer leistungsstarken Sortiertechnik die Lager- und Materialfluss-Software sowie die einfache Abwicklung für die Logistikmitarbeiter entscheidend.

mfl: Welche Ihrer Produkte oder Dienstleistungen eignen sich in Besonderem für die E-Commerce-Branche und warum?

Göbel: Unsere Lager- und Materialfluss-Software viadat unterstützt alle Kernfunktionen in Logistik und Produktion – von Wareneingang über Versand bis zum Retourenmanagement. Da sie in Funktion und Leistung skalierbar ist, eignet sie sich besonders gut für die E-Commerce-Branche. Das WMS berechnet alle Vorgänge intelligent voraus. Die Mitarbeiter können alle Informationen direkt einsehen. Wichtig ist die Flexibilität, damit zum Beispiel Eilaufträge zuverlässig und schnell abgearbeitet werden können. Hier stellt ein Prozess- und Bestandsmonitoring die durchgängige Rückverfolgbarkeit der Waren sicher. Die Software lässt sich nahtlos in bestehende Umgebungen integrieren und ist sehr bedienfreundlich.

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