Kontraktlogistik

AM-Automations Roboter ganz groß mit Kleinteilen

Im Logistikcenter in Langenau bei Ulm huschen kleine Roboterfahrzeuge über gitterförmig verlegte Schienen. Als erster Logistik-Dienstleister in Deutschland hat die Schäflein AG ein AutoStore-System implementiert. In unmittelbarer Nähe zur Produktion eines Maschinenbauunternehmens werden Kleinteile in 42.000 Behältern auf einer Grundfläche von nur 20 mal 49 Meter gelagert.

Roboter ganz groß mit Kleinteilen
Roboter ganz groß mit Kleinteilen

Das AutoStore-System, das seit Anfang des Jahres im Einsatz ist, bietet alles, was Logistikerherzen höher schlagen lässt: eine um bis zu 70 Prozent höhere Lagerflächenausnutzung, Verzicht auf Gassenbindung, flexible Lagergestaltung, eine wechselnde Anordnung der Arbeitsplätze sowie die Nutzung verschiedener Ports. Insgesamt bringt diese neue Technik bis zu 30 Prozent geringere Handlingkosten mit sich und bietet eine über 90 Prozent liegende Energieeinsparung gegenüber einem klassischen automatischen Kleinteilelager.

„Das System hat nach unserer Analyse am besten zur Anforderung des Kunden, zu seinen Produkten, zum Warensortiment sowie Budget gepasst“, sagt Heiko Amtmann, Projektleiter und Prokurist der Schäflein AG. „Nicht immer sind die altbewährten Systeme auch die passenden, davon konnten wir unseren Kunden schnell überzeugen.“ Der Vorteil für den Kunden: Er muss sich nicht in ein neues System einarbeiten, sondern profitiert von der vorausschauenden Analyse des Dienstleisters.

Platzsparende Lagerung

AutoStore-System
Das AutoStore-System zur automatischen Kleinteilelagerung ist Teil des neuen Logistikstandortes von Schäflein, der seit 1. Januar in Betrieb ist.

AutoStore bedeutet: Lagern ohne Regale mit maximaler Platznutzung und Flexibilität. Es besteht aus einem modular aufgebauten Behältersystem, das in einer raumgitterartigen Aluminium-Konstruktion die platzsparende Lagerung von Kleinteilen ermöglicht. Die Behälter werden ohne Zwischenräume zu Säulen aufeinander gestapelt. Eine zweite Komponente von AutoStore ist die Lagerbedienung durch Roboter, die blitzschnell auf das individuelle Lagergut zugreifen und es an dem gewünschten Kommissionierarbeitsplatz bereitstellen.

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Dieser Ablauf der automatischen Kleinteilelagerung macht AutoStore zu einer leistungsfähigen AKL-Lösung mit höchster Verfügbarkeit. Hinter einer derartigen, dynamischen Lagerhaltung – auch chaotische Lagerhaltung genannt – steckt eine komplexe Software. Sie entscheidet, welcher Kleinteilebehälter wo abgestellt wird und erkennt, welche Kleinteile häufiger gebraucht werden und lagert sie zum schnelleren Zugriff weiter oben in den Behältersäulen.

Roboter fahren eigenständig zur Wartung

Die kleinen Roboterfahrzeuge fahren im Logistikcenter über gitterförmig verlegte Schienen. Sie stapeln andere Behälter um, holen schließlich den benötigten Behälter nach oben und bringen ihn schnell und leise zu einem Port oder Kommissionierplatz. Mit bis zu drei Meter pro Sekunde rasen die Roboter kreuz und quer über die Alukonstruktion.

Zahlen und Fakten

Logistikfläche:14.000 Quadratmeter Investition für die Innenausstattung:6,2 Mio. Euro Behälter im AutoStore:42.000 Plätze im Lagerlift: 16.800 Palettenplätze16.500 Mitarbeiter: rund 100

Die Roboterfahrzeuge haben eine Energierückgewinnung, die beim Abbremsen der Batterie wieder Energie zuführt. Muss ein Roboter zum Service, so geschieht dies im Live-Betrieb. Er wird einfach aus dem produktiven System herausgenommen und fährt selbsttätig zur Servicestation.

Individuelles Logistikkonzept: von der Theorie in die Praxis

Roboter über die Aluminiumkonstruktion
Mit bis zu drei Meter pro Sekunde fahren die Roboter über die Aluminiumkonstruktion und bringen die benötigten Behälter zu einem Port oder Kommissionierplatz.

Die sorgfältigen Planungen des neuen Logistikstandortes in Langenau bei Ulm betrafen von Anfang an nicht nur die „Hardware“ der Gebäudehülle und der gesamten Installationen im Innenleben, sondern in gleichem Maße auch die „Software“ sprich das gesamte Logistikkonzept. Die beiden Bereiche lassen sich nicht getrennt abarbeiten, da sie eng miteinander verflochten sind. Logistik-Dienstleister Schäflein musste sich weit im Vorfeld in die Anforderungen der Kunden hineindenken, um individuelle und passgenaue Lösungen zu bieten.

Logistik-Dienstleister Schäflein
Als erster deutscher Logistik-Dienstleister hat Schäflein ein AutoStore-System am Standort Langenau implementiert.

Der Kunde, für den der neue Logistikstandort aufgebaut und auf dessen Bedürfnisse dieser abgestimmt wurde, ist ein Maschinenbauunternehmen. Es stellte gemeinsam mit dem Logistik-Dienstleister die Weichen schon lange vor Baubeginn. Das Logistikkonzept für die Produktionsversorgung des Maschinenbauers stand dann in der Theorie fest, musste aber in die Realität umgesetzt werden. Kennzeichen des Konzepts sind ein „schlanker“, kostenbewusster, moderner Standort mit neuester Lagertechnik sowie einem nachhaltigen und langfristig funktionierenden Logistiksystem mit dem Fokus auf „Lean Logistics“.

Ein solches System kann laut Heiko Amtmann, Prokurist der Schäflein AG und Projektleiter, immer nur auf völlig individueller Basis entstehen. „Wir haben keine Standardlösungen, die erfolgreiche Logistikleistung garantieren, aber viel Erfahrung. Die Auswahl der Komponenten hängt von vielen Faktoren ab. Man muss sich in den Kunden hineindenken und die Warenströme analysieren: Wie sieht die Ware aus, wie sind die nachgelagerten Prozesse einzuschätzen?“ Solche Parameter seien wichtig, so Heiko Amtmann. Er betont, dass die Erarbeitung eines Logistikkonzeptes eine komplexe Angelegenheit ist: „Fragen zu Ausstoß, Bestandteilen, Auftragsstruktur, Zugriffszahlen und Durchlaufzeiten müssen klar beantwortet werden. Und alles immer mit Blick auf die Investitionskosten und Fixkostenstruktur.“

Big Bang am 1. Januar

Was das Bauprojekt am Standort Langenau noch pikanter machte, war der Zeitplan, der vorgab, dass der Standort am 1. Januar funktionstüchtig sein musste. Die gesamte Bauzeit vom Bau der Hülle, dem Einrichten, Aufsetzen und Umsetzen der Prozesse und der IT bis zum Umzug des Kundenmaterials selbst, betrug nicht einmal acht Monate. Dazu kam, dass für den Umzug vom alten Lagerort des Maschinenbauers nur eine produktionsfreie Zeit von sechs Tagen zur Verfügung stand.

Auch für einen erfahrenen Logistik-Dienstleister wie Schäflein war dies eine große Herausforderung. Die heikle und sehr komprimierte Hochlaufphase glückte und tatsächlich war das Logistikzentrum mit „Big Bang“ am 1. Januar uneingeschränkt einsatzfähig. Der Logistikstandort Langenau ist ein Paradebeispiel, wie gleichzeitig mit der Bauphase die IT ins Logistikkonzept eingepasst wurde.

Kontakt: Schäflein AG 97520 Röthlein Tel.: 0 97 23 / 90 69-0 E-Mail: info@schaeflein.de www.schaeflein-ag.de

AM-Automation GmbH 74254 Offenau Tel.: 0 71 36 / 95 75-0 E-Mail: mail@automation.de www.am-automation.de

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