Energiezuführung/Motoren/Antriebe

Power für die Ameisenstraße

Shuttle-Systeme werden in der Intralogistik immer beliebter. Sie unterscheiden sich nicht zuletzt in puncto Energieversorgung von Lagern mit Regalbediengeräten. Dies ist jedoch kein Abgesang auf die Schleifleitung.

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Das Brummen und hochfrequente Zirpen der großen Leistungskomponenten traditioneller Regalbediengeräte ist immer seltener zu hören. Stattdessen übernehmen kleine, flinke und effiziente Fahrzeuge die Kontrolle über den Warenfluss in vielen Lagern. Dabei sind besonders die Shuttle-Systeme auf dem Vormarsch. Kleine Gebindegrößen mit hoher Umschlagrate bestimmen das Bild und weisen  neue Wege in der Intralogistik. Wo früher die Euro-Palette den weiten Weg in der Verteillogistik - von der Erzeugung bis zum Point of Sale - das Bild prägte, verlässt die Ware heute die Palette meist schon an der ersten Empfangsstelle. Als kleine Teileinheiten der Palette erfolgt der Warenfluss über mehrere Stationen bis hin zum Kunden. Der große Elefant Europalette wird zunehmend durch ein flexibles Heer von Ameisen ersetzt, das optimal mit Energie versorgt werden muss.

Kernstück des Umschlags sind Shuttle-Lager, die eine hohe Anzahl an Lagerplätzen bieten - abgestimmt auf die jeweiligen Gebindegrößen. In hoher Dichte und auf engem Raum sind sie in Ebenen unterteilt, die Lagerplätze in einfacher oder doppelter Tiefe angeordnet. Jede Ebene wird von einem Shuttle angefahren, das die Ein- und Auslagerung bzw. die Umlagerung in einer Ebene übernimmt. So können in einer Gasse und auf mehreren Ebenen gleichzeitig auch mehrere Ein-und Auslagerungen erfolgen. Jede Ebene arbeitet dabei autark und führt den geforderten Fahrauftrag aus. Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Shuttle-Systemen: Die einen arbeiten mit auf einer Ebene gebundenen Fahrzeugen, die sich nur in der Teilstrecke einer Lagerebene bewegen und die Ware am Ende übergeben. Bei den anderen können die Fahrzeuge die Gasse verlassen und über einen Heber auch in andere Ebenen oder Bereiche fahren. Dieser „Ausflug“ aus dem Lager erfolgt schienengebunden oder freifahrend.

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Bei den frei fahrenden Shuttle-Systemen erfolgt die Navigation meist über natürliche Landmarken. Diese werdenvon Lasersystemen erkannt und mit der im Rechner hinterlegten Karte des definierten Bewegungsbereichs verglichen. Unabhängig von ihrem Freiheitsgrad und der Intelligenz des Shuttles benötigen beide Systeme eine zuverlässige Energiezufuhr.

Die Energieversorgung kann auf unterschiedliche Weisen erfolgen. Die sich frei bewegenden Systeme werden mittels Energiespeichern in Form von Akkumulatoren, Powercaps oder durch eine Kombination der beiden Technologien versorgt. Die Ladung erfolgt hierbei über Ladestrecken mit Stromabnehmern oder gänzlich berührungslos.

Für die berührungslose Energieübertragung hat Conductix-Wampfler den Inductive Power Transfer (IPT) entwickelt. Hier wird über ein Magnetfeld einer Spule ein Lade-Pick-Up am Fahrzeug mit Energie versorgt. Die Primärspule kann, etwa an der Lastübergabe, örtlich begrenzt sein, oder sie ist kontinuierlich im Fahrweg eingebracht. Typisch sind Fahrwegabschnitte in Pufferzonen oder Abschnitte die immer wieder durchfahren werden.

Die kontaktbehaftete Ladung erfolgt über Ladekontakte oder kurze Ladestrecken. Im Gegensatz zur induktiven Ladung werden bei dieser Variante höhere Anforderungen an die Positionierung des Fahrzeuges gestellt. Bewährt haben sich Ladestrecken an der Lastübergabe, am Heber und in Pufferzonen. In diesen Bereichen bewegt sich das Fahrzeug meist eingebunden in einer Struktur und kann daher mit sehr geringem Aufwand mechanisch geführt werden.

Seit geraumer Zeit stellt sich so in der Lagerlogistik die Kernfrage: Batteriebetrieb oder kontinuierliche Versorgung? Im Bereich der schienengebundenen Systeme wurde diese Frage in den letzten Jahren oft gestellt und inzwischen klar beantwortet: Im Gegensatz zur ersten Einschätzung, die Energiespeicher favorisierte, konnten sich inzwischen  Schleifleitungslösungen weitgehend durchsetzen. So führte der Weg oft über den Speicher zurück zur klassischen Schleifleitung. Fast alle Anbieter setzen heute auf diese Variante.

Warum die Entwicklung diesen Weg genommen hat, wird erst auf den zweiten Blick deutlich. Die Batterien, die für die berührungslose Energieübertragung eingesetzt werden, haben hohe Lebensdauerkosten, verursachen zusätzliches Gewicht und sind bei dem zumeist stark eingeschränkten Bauraum nicht einfach unterzubringen.

Der Markt hat entschieden

Die Vorteile einer Schleifleitung liegen zudem in der sicheren Versorgung des Fahrzeugs, einem hohen Wirkungsgrad, einer hohen Verfügbarkeit, in niedrigen Initial- und Folgekosten sowie in der

Kombinationsmöglichkeit mit der Kommunikation, die in oder über eine Schleifleitung erfolgen kann. Auch Konzepte für Fahrzeuge, die Waren trotz kleinem Bauraum mit hoher Dichte, sprich hohem Gewicht  wie Baubeschläge oder Schrauben bewegen, bedingen eine höhere, teils nur temporäre Energiedichte. In diesen Fällen ist die Schleifleitung als kontinuierliche Lösung klar die bevorzugte Variante. Dasselbe gilt für Fahrzeuge mit einem Heber, die sich auch aus der darüber liegenden Ebene bedienen können. Die Schleifleitung Single FlexLine 0815 von Conductix-Wampfler hat sich hier als Standard etabliert. Das aus dem Bereich der Elektrohängebahn stammende Produkt wurde speziell für den Einsatz in Shuttle-Systemen optimiert und um Systemkomponenten ergänzt, welche die besonderen Anforderungen erfüllen.

Die Varianten der Anwendung von Schleifleitungen in diesem Markt sind mannigfaltig. Ob als Versorgung integriert in die Fahrschiene, als Anbauteil zur Schiene oder als Ladestrecke im Heber - durch die geringen Abmessungen lassen sich die bis zu 100 A Dauerstrom belastbaren Schleifleitungen einfach in die vorhandene Geometrie einbinden. Spezielle, auf die Fahrschienen angepasste Systemhalter, erlauben zudem eine schnelle Klipsmontage - selbst bei Integration in der Shuttle-Fahrschiene mit schlechter Zugänglichkeit.

Allrounder mit Know-how

Was früher lediglich als ein Stück Kupfer mit Isolierung angesehen wurde, hat sich inzwischen zu einer cleveren Systemkomponente gemausert. Das umfangreiche Know-how steckt dabei im Detail. Spezielle Fertigungsverfahren für die Oberflächengüte, Hocheistungswerkstoffe bei den Stromabnehmern für eine lange Lebensdauer, geringer Abrieb und der Einsatz hochfrequenter Datenübertragung sind nur einige Entwicklungen, die Conductix-Wampfler eingeleitet hat. So wurde aus dem „Stück Leitermaterial mit Schleifer“ der Allrounder, der aus einer modernen Lagerhaltung nicht mehr wegzudenken ist: klein, kompakt, kraftvoll, robust, einfach zu montieren und hochverfügbar.

Neue Lagerkonzepte und Weiterentwicklungen im Bereich der Shuttle-Systeme werden daher die Entwicklung der Schleifleitung weiter prägen. Einige Innovationen, wie eine Symbiose aus Fahrschiene und Schleifleitung oder Zusatzfunktionen der Schleifleitung, sind somit mittelfristig zu erwarten.

PICT 11-05-25 Multishuttle 02

Der Allrounder Schleifleitung überzeugt durch die sichere Versorgung des Fahrzeugs mit hohem Wirkungsgrad und hoher Verfügbarkeit bei niedrigen Initial- und Folgekosten sowie durch die Kombinationsmöglichkeit mit der Kommunikation, die in einer oder über eine Schleifleitung erfolgen kann.

Conductix-Wampfler GmbH, E-Mail: [email protected], www.conductix.de

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