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Artikel und Hintergründe zum Thema

Förder- & Hebetechnik

Kaum gebacken und schon im Handel

Piraquê – ein führender brasilianischer Hersteller von Margarine, Pasta, Keksen und anderen Lebensmitteln – hat gemeinsam mit Dematic eines der fortschrittlichsten integrierten Logistiksysteme Südamerikas in seinem Produktions- und Distributionszentrum in Rio de Janeiro umgesetzt.

Foto: Dematic
Die beiden Bilder zeigen die gewaltige Anlage, die Dematic in Brasilien realisierte. Foto: Dematic

Seit mehr als 65 Jahren liefert Piraquê seine Produkte so frisch wie möglich an mehr als 60.000 Verkaufsstellen allein im Bundesstaat Rio de Janeiro. Dies wird durch eine Vielzahl fortschrittlicher Materialflusstechnologien und Informationssystemen im Produktions- und Distributionszentrum ermöglicht.

Ziele des Projekts

Unter anderem sollten folgende Ziele realisiert werden: Erstens ein zentralisiertes Palettiersystem für Teig- und Backwarenprodukte in Ballen und Kartons. Zweitens die Implementierung eines Roboter-Palletiersystems für die Pastaprodukte in Ballen und Kartons und drittens das Einbringen eines automatisierten Hochregallagers für Fertigwaren mit integriertem Kommissioniertunnel und Versand-Fördertechnik.

Über den Kunden

Indústria de Produtos Alimentícios Piraquê S.A. ist ein traditionsreicher Hersteller von Nahrungsmittelprodukten wie Biskuits, Kekse, Waffeln und Kartoffel-Chips sowie Trockenware, z. B. Makkaroni, Spaghetti und andere Nudeln. Das Unternehmen vermarktet seine Produkte über Verkaufsstellen im Bundesstaat Rio de Janeiro. Piraquê wurde 1950 gegründet und hat seinen Sitz in Rio de Janeiro, Brasilien. Das Unternehmen beschäftigt über 3.500 Mitarbeiter und exportiert nach Japan und die USA.
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Aufgabenstellung

Bei Piraquê sind über 3.500 Mitarbeiter beschäftigt, die die Qualität der Teig- und Backwarenproduktion vom Rohmaterial bis zum Endprodukt prüfen. Das Kontrollzentrum ist hierbei das Herzstück der Anlage. Die Herstellung von Nudeln und Keksen erfolgt automatisiert und wird von Computern überwacht – vom Wareneingang der Rohstoffe bis zum verpackten Produkt. So ist kein manueller Eingriff in die Produktion vonnöten, was zugleich auch ein hohes Maß an Hygiene während des gesamten Herstellungs- und Verteilungsprozesses gewährleistet. Umfassende Qualitätskontroll-Systeme verwalten alle Produktions- und Supply-Chain-Prozesse um die Qualität der Fertigwaren ständig zu optimieren. So werden die Laboruntersuchungen der Rohstoffe, die Dosierung der Zutaten und sogar die Verweildauer der Produkte in den Öfen gesteuert.

Piraquê wurde von der Notwendigkeit getrieben, die automatisierten Systeme zu aktualisieren – vor allem in den Bereichen Palettenlagerung, Kommissionierung, Palettierung und Sortierung. Das Unternehmen stand vor der Herausforderung, einerseits einen neuen Materialfluss zu implementieren, der zukünftig eine optimale Leistung sicherstellen würde. Andererseits wollte Piraquê einen Partner finden, der sowohl die richtige Lösung mit der richtigen Technologie bereitstellen, als auch das Unternehmen durch alle Prozessphasen bis hin zum Service begleiten konnte.

Foto: Dematic
Foto: Dematic

Dematic hat sich der Aufgabe angenommen und das Produktions- und Distributionszentrum von Piraquê mit einer Reihe von Karton- und Palettenfördersystemen, einem Roboter-Palettiersystem, einem automatisierten Hochregallager, einer Kistenkommissionierlösung mit Pick-by-Light-Technologie und sowohl einem Linearsorter, also auch einem rundlaufenden Dematic Crossbelt Sorter ausgestattet.

Der Prozess

In der Backwaren-Fabrik verbindet ein Fördertechniksystem die Fließbänder über mehrere Ebenen hinweg mit dem Palettierbereich. Produkte werden durch Kameras identifiziert und auf eine Rutsche für die manuelle Palettierung dirigiert. Die entstandenen Paletten werden dann im neuen Hochregallager gelagert.In der Teigwaren-Fabrik wurden verschiedene Technologien verwendet, um Produkte in Plastikbeuteln, Karton und Paletten zu transportieren, zu lagern, zu sortieren und zu verpacken. Produkte werden durch Videokameras identifiziert und über Rutschen zu den Palettier-Robotern geschleust.

Das neue, automatisiertes Hochregallager im Distributionszentrum von Piraquê ist 150 Meter lang, 20 Meter breit und verfügt über Stellplätze für 15.000 Paletten. Vier Regalbediengeräte führen unterschiedliche Prozesse durch: einerseits die Ein- und Auslagerung von Vollpaletten und andererseits die Versorgung des Palettenregal integrierten Pick-Tunnels mit Nachschubpaletten. Dort erfolgt die Gebinde-Kommissionierung, unterstützt durch Pick-by-Light-Displays auf einen Gurtförderer. Waren aus der Pick-Tunneln kommend werden auf dem automatischen Rundlauf Sorter (Crossbelt Sorter) vom Typ Dematic FlexSort SC3 eingeschleust, von Kamerasystemen erfasst und an den vorgesehen Rutschen wieder ausgeschleust, wo sie für den Versand vorbereitet werden.

Technische Daten

  • Hochregallager, 20 m hoch, 150 m lang mit vier Regalbediengeräten und 15.000 Palettenstellplätzen
  • Pick-by-Light Kommissionier-Tunnel mit automatischer Nachschubversorgung über die RBG
  • Modulares Fördertechniksystem MCS
  • Automatische Roboter-Palettierung von Ballen und Kartons
  • Rundlaufender Dematic FlexSort SC3 Crossbelt Sorter, Durchsatz über 10.000 Kartons/Stunde, mit 31 Rutschen für die Versandsortierung
  • Linearsorter in der Produktion
  • Dematic iQ Warehouse Control System (WCS)

Das Ergebnis

Das neue Intralogistik-System von Piraquê hat mehrere Ziele erreicht: Es hat die manuellen Kommissionierprozesse abgelöst und die damit verbundene Zeitaufwendungen für das Auffinden, Identifizieren und Picken der Waren eliminiert. Die Effizienz der Auftragsabwicklung konnte deutlich verbessert werden – nicht zuletzt durch das gleichzeitige Kommissionieren mehrerer Aufträge an den Produktentnahmestellen (Batch-Picking). Automatisierte Materialflussprozesse haben außerdem mögliche Schadenquellen an den Produkten während der Auftragsabwicklung reduziert, die Auftragsdurchlaufzeit verkürzt, die Produktivität erhöht und das Echtzeitmanagement der integrierten Logistiksysteme erst ermöglicht.

Sebastian Ahl

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