Brandschutz

Marvin Meyke,

Eiskalt geschützt: Brandvermeidung durch Sauerstoffreduktion

Bei der Eisbär Eis Produktions GmbH ensteht das Speiseeis bei hohen Betriebstemperaturen, im Tiefkühllager herrschen dagegen dauerhaft -24 °C. In Ribnitz-Damgarten werden täglich bis zu drei Millionen Eisportionen durchgefroren, bevor sie verladen und versendet werden. Dank aktiver Brandvermeidung mittels Sauerstoffreduktion der Wagner Group wird der Brandschutz sichergestellt.

Thomas Fürtig, Betriebsleiter von Eisbär Eis (l.) und Reiner Milski, Leiter der Wagner Niederlassung Berlin im Gespräch über Brandschutz. © Wagner

Im Jahr 1992 startete das Unternehmen mit 30 Mitarbeitern und einer einzigen Rundgefrieranlage. Heute produziert der Mittelständler jedes Jahr rund 18.000 Tonnen Speiseeis. Mehr als 200 verschiedene Kaltprodukte werden von 250 Mitarbeitern an der vorpommerschen Boddenküste für die internationale Handelslandschaft produziert. Um der steigenden Nachfrage nach Speiseeis gerecht zu werden und sich weiterhin im Markt an der Spitze zu positionieren, hat das Unternehmen aus Ribnitz-Damgarten in ein automatisiertes Tiefkühllager investiert.

Aktive Brandvermeidung
100 Meter lang, 25 Meter breit und 30 Meter hoch ist der im Jahr 2019 fertig gestellte, automatisierte Tiefkühlkomplex. Mit einem Raumvolumen von 75.000 Kubikmeter verfügt das Hochregallager über drei Gassen mit doppelt tiefer Palettenlagerung. „Die Erweiterung des Tiefkühlbereichs ermöglicht uns eine ­­zusätzliche Lagerkapazität von 12.000 Palettenstellplätzen“, erzählt Thomas Fürtig, Betriebsleiter von Eisbär Eis. Die Ein- und Auslagerung und Kommissionierung der Waren erfolgt automatisch über ein modernes Lagerverwaltungssystem. Eine ­Brandschutzlösung von Wagner schützt diese Prozesse vor brandbedingten Störungen: Aufgrund der langjährigen, guten Erfahrungen mit Wagner entschied sich Eisbär Eis gezielt dafür, auch im Neubau eine Sauerstoffreduzierungsanlage zur aktiven Brandvermeidung einzusetzen. Im Zuge der Neuinvestition wurde auch die in den drei Bestandslagern laufende Sauerstoffreduzierungsanlage modernisiert.

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Die Schutzziele des Kunden wurden im Vorfeld festgelegt: Neben dem Personenschutz war mit Blick auf die Brandschutzlösung sicherzustellen, dass Betriebsabläufe und logistische Prozesse nicht unterbrochen und somit Schäden und Verluste im Ernstfall minimiert werden. „Eine Betriebs­unterbrechung ist ein absolutes No-Go. Es geht für uns um die Sicherheit des Lagers und um den Schutz der Neuinvestition. Denn unsere Verfügbarkeit hat stets Priorität“, fasst Thomas Fürtig zusammen.

Der Einsatz eines konventionellen, wasserbasierten Löschsystems in dem Tiefkühlhochregallager kam nicht in Frage. Da derartige reaktive Brandschutzlösungen ein größeres Schadensszenario und eine Kontamination der eingelagerten Lebensmittel im Brandfall nicht verhindern oder sogar selbst verursachen können, entschied man sich für aktive Brandvermeidung mit OxyReduct. Zwei OxyReduct V-Line-Systeme schützen den Tiefkühl-
komplex. Mittels kontrollierter Stickstoffzufuhr wird der Sauerstoffgehalt in dem Bereich auf ein definiertes Schutzniveau abgesenkt. Einem möglichen Brand wird so bereits in der Entstehungsphase der notwendige Sauerstoff entzogen. Ein Feuer kann sich nicht mehr entwickeln oder ausbreiten. Bei der aktiven Brandvermeidung kommt im Fall einer Brandentstehung im Lagerbereich kein Wasser zum Einsatz. Auch der Platzbedarf für die Sprinkleranlage innerhalb des Lagers entfällt und kann für zusätzliche Lagerwaren genutzt werden.

Zusätzlich wird der Tiefkühlbereich mit Titanus-Ansaugrauchmeldern zur Brandfrühesterkennung ausgestattet, die über den Gassen im Tiefkühllager installiert sind. Die Systeme erkennen kleinste Rauchpartikel frühestmöglich und unterscheiden verlässlich zwischen Brand- und Täuschungsszenarien. Effektive Gegenmaßnahmen können so eingeleitet werden, eine Verrauchung des Lagerbereichs und eine Kontamination der Waren bleibt aus. Mit der Kombination aus frühestmöglicher Branddetektion und aktiver Brandvermeidung erhält Eisbär Eis eine ganzheitliche Brandschutzlösung. Ebenfalls positiv: OxyReduct und Titanus sind skalierbar.

Langjährige Partnerschaft
„Der Kunde hat mit uns langjährige, gute Erfahrungen gemacht und kann sich darauf verlassen, dass unsere Lösungen dem neuesten Stand der Technik entsprechen“, erläutert Reiner Milski, Leiter der Wagner-Niederlassung Berlin. Und auch der Kunde Eisbär Eis zeigt sich zufrieden mit der verbauten Technik: „Die Installation war unproblematisch, die Anlagen funktionieren einwandfrei und der Service der Techniker aus Berlin ist top“, resümiert Thomas Fürtig die Zusammenarbeit. Denn bereits seit der Errichtung der älteren Sauerstoffreduzierungsanlage im Lageraltbau im Jahr 2012 verbindet das Familienunternehmen Eisbär Eis Produktions GmbH eine Partnerschaft mit Wagner.

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