Bodenreinigung

Weg mit dem Staub

Was bei der Volkswagen OTLG in Ludwigsburg über die Bühne – oder besser die Rampe – geht, ist Logistik im XXL-Format. Täglich werden fast 30.000 Lieferungen auf die Reise zu knapp 500 Autohäusern geschickt, die fast zwei Millionen Autofahrer mit Ersatzteilen versorgen. Wo soviel bewegt wird, fällt jede Menge Staub an, dem ­seit kurzem mit einer Scheuersaugmaschine von Kärcher der Garaus gemacht wird.

Hoch hinaus: Gut 15 Meter hoch sind die Hochregallager, die den modernsten Teil des Logistikzentrums in Ludwigsburg ausmachen. © Kärcher

Das Vertriebszentrum Südwest im schwäbischen Ludwigsburg, das seit 1972 besteht und gut 400 Mit­arbeiter beschäftigt, ist einer von insgesamt sieben VW OTLG-Standorten, mit denen die Volkswagen Gruppe deutschlandweit die Ersatzteilversorgung ihrer Marken VW, Audi, Seat, Skoda und VW Nutzfahrzeuge sicherstellt. Über ein ausgeklügeltes System werden die Autohäuser täglich zwei Mal beliefert. Zusätzlich können sie auch ihre Werkstattausrüstung – bis zur kompletten Arbeitsbühne – bei der Volkswagen Original Teile Logistik (OTLG), so die offizielle Firmierung, ordern.
Allein am Standort Ludwigsburg werden über 70.000 verschiedene Sortimentspositionen bevorratet, die unmittelbar versandfertig gemacht werden können. Lagerung und Handling erfolgen auf einer Logistikfläche von 42.000 m2, was der Größe von sechs Fußballfeldern entspricht. „Um mit dem Wachstum mitzuhalten, haben wir unser Logistikzentrum in vier Bau­abschnitten immer wieder erweitert und modernisiert“, so ­Niederlassungsleiter Michael Machbert.

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Zum Mix gehören großdimensionierte Kleinteillager sowie Stollen- und Paternosteranlagen, die über eine zwei Kilometer lange Kastenförderanlage mit dem Warenausgang verbunden sind. Ein großes Blocklager für sperrige Teile und ein riesiges Hochregallager werden mit schweren Flurförderfahrzeugen und Gabelstaplern bearbeitet. „Entscheidend für den reibungslosen Ablauf ist, dass wir ausreichend Bereitstellungsflächen vorhalten, auf denen die fertig kommissionierten Lieferungen auf ihren Abtransport warten“, so Machbert. „Wir brauchen Präzision wie bei einem Schweizer Uhrwerk, sonst gibt’s echte Probleme. Alle ein oder zwei Monate schlagen wir unser Lager einmal komplett um – da muss alles passen!“

Sauberkeit ganz wichtig
Sauberkeit ist eng verknüpft mit dem Qualitätsanspruch der Volkswagen OTLG-Logistikzentren. „Wir wollen unsere Ware, die nicht selten direkt in der Verpackung an den Endkunden geht, im Topzustand an die Autohäuser schicken“, unterstreicht Machbert. „Zugleich möchten wir unseren Leuten saubere und sichere Arbeitsplätze bieten“. Daher greifen in Ludwigsburg klar strukturierte Reinigungspläne. „Unsere größte Herausforderung ist Staub“, so Jörg Kaltwasser, der als Sicherheitsbeauftragter auch für das Thema Sauberkeit zuständig ist. „Wo so viele Positionen auf engstem Raum bewegt werden, ist Staub automatisch ein Thema.“ Er wird aufgewirbelt, sobald eines der Flur­förderfahrzeuge an Fahrt aufnimmt – und verteilt sich in den Regalreihen, Lagerplätzen, Stell- und Verkehrsflächen. „Hinzu kommt der Abrieb der Kastenförderanlage sowie unserer Stapler, die permanent unterwegs sind“, ergänzt Kaltwasser.

Neues Flaggschiff der Reinigungsflotte, mit der man dem Staub zu Leibe rückt, ist eine Aufsitz-Scheuersaugmaschine B 250 R von Kärcher. Mit einer theoretischen Flächenleistung von 9.600 m2/h und einem Frisch- beziehungsweise Schmutz­wassertank von jeweils 250 Liter ist die batteriebetriebene ­Maschine, die zum täglichen Marathoneinsatz antritt, prädestiniert für große Flächen. „Entscheidend bei der Ausschreibung war, dass wir mit dem neuen Gerät einen Systemwechsel von den reinen Kehrmaschinen zu einer Scheuersaugmaschine vollziehen wollten, bei der die Nassreinigung ein deutlich besseres Reinigungsergebnis garantiert“, so Volkswagen OTLG-Mann Kaltwasser. „Während klassische Kehrmaschinen nur 70 % des Staubes einfangen und den Rest über die Luft verteilen, bindet der Nassmodus ihn im Schmutzwasser und sorgt für weit­gehende Staubfreiheit“.


Individuell konfigurierte Maschine
Wesentlich für die Kaufentscheidung war die individuelle ­Auslegung der B 250 R auf die tatsächlichen Einsatzbedingungen vor Ort. „Typisch für unsere gewerblichen Scheuersaug­maschinen ist, dass sie sich passgenau konfigurieren lassen“, so Michael Germann vom Kärcher-Außendienst, der die Volks­wagen OTLG-Order von A bis Z begleitete und bei einer ­Objektbesichtigung mit Gerätevorführung gemeinsam mit dem Kunden die exakte Ausstattung festlegte. „Vorteil ist, dass der Kunde genau die Maschine bekommt, die er tatsächlich braucht“. Ab Werk ist die B 250 R wahlweise mit Scheiben- oder ­Walzenbürstenkopf verfügbar. „Während Scheibenbürsten sich besonders für glatte, ebene Böden eignen, haben wir uns bei der Volkswagen OTLG gezielt für den Schrubbkopf mit gegenläufig rotierenden Walzen entschieden“, so Germann. „Absolut richtig für Ludwigsburg, wo wir es mit einem Mix aus älterem Beton­estrich und modernen Industrieböden sowie einigen kniffeligen Unebenheiten bei den Übergängen zwischen neuen und älteren Hallen zu tun haben.“ Bürstenköpfe mit Walzen arbeiten mit bis zu sieben­mal höherem Anpressdruck als Scheibenbürsten und erzielen besonders bei unebenen Böden oder Fugen eine überlegene Schrubbleistung.

Walzentechnik goldrichtig
„Mit der Entscheidung für die Walzen lagen wir goldrichtig“, so das Urteil von Kaltwasser. „Die Maschine ist absolut schmerzfrei gegenüber den unterschiedlichen Böden und liefert tadel­lose Reinigungsergebnisse“. Angetan ist der Volkswagen OTLG-Mann, der selbst regelmäßig am Steuer der Maschine sitzt, auch von der serienmäßigen Eco-Efficiency-Stufe. Sie erweist sich vor allem bei der täglichen Unterhaltsreinigung, die nach der Einschrittmethode (Nassschrubben mit unmittelbarem Absaugen des Schmutzwassers) erfolgt, als Plus. Im Eco-Modus arbeitet die B 250 R mit weniger Motorleistung, Anpressdruck und Wasser. „Für die tägliche Pflege ist der Schongang top“, so Kaltwasser. „Wir arbeiten so umweltschonender und auch schneller und wirtschaftlicher.“ Neben Schutzdach mit Rundumkennleuchte – wichtig für die Arbeitssicherheit – gehört auch das von Kärcher entwickelte „Dose“-System zur Zusatzausstattung. Es regelt die präzise Dosierung des Reinigungsmittels, das am Bürstenkopf dem Wasser zugemischt wird. Das in 0,5 %-Schritten skalierbare System verbessert den Reinigungsprozess, wobei die Dosierparameter fest in die Maschinensteuerung einprogrammiert werden können. So lassen sich Überdosierung und Bedienfehler ausschließen. „Viel hilft viel! Diese Denke ist noch immer verbreitet“, so Kärcher-Experte Germann. „Dabei kann zu viel Reinigungsmittel schnell den gegenläufigen Effekt haben – etwa zu verklebten Böden führen, an denen Schmutz noch schneller anhaftet.“

Superleicht zu bedienen
Besonders punktet „Dose“ in Kombination mit dem cleveren KIK-Schlüssel- und Zugangssystem. KIK steht für „Kärcher Intelligent Key“ und bietet Schutz vor Fehlbedienungen. Während der graue Vorarbeiter-Schlüssel so codiert ist, dass er Team- oder Gruppenleitern die Programmierung von Faktoren wie Anpressdruck oder Reinigungsmitteldosierung erlaubt, berechtigt der gelbe Schlüssel den Bediener ausschließlich zum Start der Maschine und der in der Steuerung hinterlegten Programme. Die Bedienung der B 250 R ist ohne lange Einweisung machbar. Dafür sorgt auch das Cockpit, wo Piktogramme den Weg weisen und sich die Grundfunktionen schnell und bequem über den „Easy-Operation-Schalter“ aufrufen lassen.

Feuerwehreinsätze auf den Bereitstellungsflächen
Die Scheuersaugmaschine, die fast auf der Stelle drehen kann und mit einer Arbeitsbreite von 1,2 Meter auch für schmale ­Regalgassen geeignet ist, hat sich zu einer festen Größe bei der Volkswagen OTLG entwickelt. Täglich ist sie gut acht Stunden unterwegs, wobei die Batterie für den Zeitraum reicht. Lediglich drei- bis viermal müssen Boxenstopps eingelegt werden, um Schmutzwasser abzulassen und Frischwasser zu tanken. Um den Reinigungs-Marathon auf mehrere Schultern zu verteilen, hat man bei Volkswagen OTLG einen Pool mit einer Handvoll Fahrer geschaffen, die sich abwechseln. Nach einem klaren Routenplan dreht die Maschine ihre täglichen Runden durch das riesige Logistikzentrum. Die besondere Sitzposition des Fahrers – ganz vorne – garantiert Übersichtlichkeit. Kollisions­freies Arbeiten und Slalomfahrten auf eng bestellten Flächen oder randnahes Reinigen sind kein Problem. „Höchste Flexibilität und Schnelligkeit sind gefordert, wenn es um die Reinigung der Bereitstellungsflächen geht“, so Machbert. „Die Zeitfenster sind extrem klein, weshalb die Maschine hier oft echte Feuerwehreinsätze fahren muss.“ Die B 250 R wird auch für Grundreinigungsarbeiten genutzt – etwa wenn es darum geht, von Reifenspuren oder Abrieb verdreckten Bodenmarkierungen wieder zu neuem Glanz zu verhelfen. Gearbeitet wird im Zweischrittverfahren – mit mehr Anpressdruck, höherer Walzendrehzahl und besonderen Reinigungsmitteln. Zunächst wird das Programm „Schrubben mit Wasser und Reinigungsmittel“ aufgerufen – und der Reinigungsflotte eine fünfminütige Einwirkungszeit gegönnt, bevor das Ganze bei der nächsten Runde aufgesaugt wird. „Es hat noch immer was von einem Aha-Moment, wenn aus einer fast verschwundenen Markierung wieder ein leuchtend gelber ­Sicherheitsstreifen wird“, so Kaltwasser.

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