Mit beleglosem LVS und Pick-by-Voice zu null Fehlerquote, Software für Lagerverwaltung und Kommissionierung
12.08.2008
Effektivität rauf und Durchlaufzeiten runter – das sind die wichtigsten Vorteile, die der Bad- und Heizungsspezialist Eugen König mit seinem neuen Lagerverwaltungssystem erreicht hat – und das Ganze vom Wareneingang bis zu Kommissionierung und Verladung.
Die Eugen König GmbH zählt in den Bereichen Bad und Heizung zu den bedeutenden Großhandelshäusern im Westen Deutschlands. Dazu hat das moderne Logistikzentrum wesentlich beigetragen. Die Konzeption des neuen Logistikzentrums umfasst neben dem Hauptlager, bestehend aus Kleinteilelager, Paletten-Hochregallager, Kragarmregallager und einem Freilager, einen Abholmarkt, die Verwaltung und eine 2.500 m² große Ausstellungsfläche. Im Abholmarkt werden über 10.000 verschiedene Artikel für den Fachhandwerker zur Abholung bereitgehalten. 
Es war mit der Einrichtung des neuen Logistikzentrums erklärtes Ziel, eine hohe Effizienz zu erreichen. Das gesuchte System sollte beleglos logistische Abläufe mit hoher Transparenz und Flexibilität abbilden und eine zeitnahe Auslieferung an den Kunden sicherstellen. Weiteres Ziel mit dem neuen System war die Reduzierung von Reklamationen, eine permanente Inventur sowie erhöhte Bestandssicherheit.
Eines der wichtigsten Auswahlkriterien bestand auch darin, über die Anpassung vorhandener Standardmodule hinaus neue Funktionsbausteine zu entwickeln. Dies bedeutete, die Kommunikation zwischen Förder- und Auskunftssystemen mit dem LVS (Lagerverwaltungssystem) sicherzustellen, um die vorhandenen Daten für die Steuerung der Systeme zu nutzen. Die zum Einsatz kommenden Standardmodule des pL-Store wurden den individuellen Anforderungen angepasst und erweitert.
Ein Beispiel hierfür ist die Vorkommissionierung: Sie bietet den Vorteil, die Ware entsprechend den Aufträgen tourengerecht im Vorfeld zu sortieren, um sie zur Auslieferung kompakter packen zu können. Mit der Kundenkommissionierung besteht die Möglichkeit, für einen bestimmten Abnehmer sukzessive Bestellware einzulagern, so dass dem Kunden die Ware komplett zur Verfügung gestellt werden kann.
Damit wird erreicht, dass durch diese „Baustellen-Kommissionierung“ der Kunde nicht mehrmals eine Baustelle anfahren muss. Mitte des Jahres 1998 wurde die beleglose, datenfunkgestützte Abwicklung vom Wareneingang bis zur Kommissionierung sukzessive eingeführt. Die einstige Kommunikationstechnik mit Infrarot und Schmalbandtechnik wurde im Jahr 2003 um den Bereich Breitbandfunk erweitert, um die zusätzliche Abläufe auf den moderneren, mobilen Handgeräten abzubilden.
Die erforderliche Performance für diese Geräte war mit dem Schmalband aber nicht mehr darstellbar. „Nach der ersten Implementierung der pL-Store-Lösung sind wir gegenüber Software- und technologischen Neuerungen stets sehr aufgeschlossen, um einerseits unsere Ergebnisse kontinuierlich zu verbessern und andererseits unsere Investitionen langfristig zu sichern“, erklärte Walter Luipers, Prokurist und Betriebsleiter der Eugen König GmbH in Koblenz.
Von der Einführung 1998 bis 2006 wurden die technologischen Innovationen ohne konzeptionelle Anpassungen und Ablaufänderungen umgesetzt. Das bedeutet, dass jederzeit eine Erweiterung und ein paralleler Betrieb von alten und neuen Technologien unter Verwendung der bestehenden Software möglich ist. Vom VT-220-Terminal bis zum HTMLBrowser und der Voice-Anbindung, von der Infrarot- über Schmalband- bis Breitbandkommunikation ist die Kompatibilität sichergestellt.
Schnellere Aufläufe
Die Einführung des Lagerverwaltungssystems hat zu einer beachtlichen Steigerung der Effektivität beigetragen, das heißt insbesondere im Hinblick auf die Beschleunigung der Abläufe. Dies wird durch eine merkliche Reduzierung der Durchlaufzeiten bei der Vereinnahmung, Kommissionierung und Verladung deutlich.
Gleichfalls wurde festgestellt, dass die Fehlerquote von rund 3 % auf bemerkenswerte 1,5 ‰ reduziert werden konnte. Darüber hinaus wurde eine völlige Transparenz sowie aufgrund der permanenten Inventur eine hohe Bestandssicherheit und Verfügbarkeit erzielt. Die Vorteile wirken sich positiv auf Einkauf, Disposition sowie Verkauf aus. Das LVS ermöglicht ein so genanntes „Log-In“ bei den Lieferanten, so dass Bestands- und Verkaufsdaten an die Lieferanten gehen. Das ermöglicht den Lieferanten die Dispositionen und Bestellungen abzuleiten und versetzt Eugen König in die Lage, optimale Losgrößen zu beziehen.
„Diese erzielte Fehlerquote vermag mit 1,5 ‰ zwar gering erscheinen, doch wird jede Unstimmigkeit analysiert, um eine weitere Reduzierung zu erreichen. Erst auf der Baustelle zu bemerken, dass sich die Ware am falschen Bestimmungsort befindet, ist nicht nur unangenehm, sondern je nach Entfernung und Objekt mit erheblichen Kosten verbunden“, erörtert Walter Luipers und fügt hinzu: „Von daher konnten wir uns mit dem Erreichten im Hinblick auf die Fehlerquote noch nicht zufrieden geben.“
Vor dem Hintergrund eines anhaltenden Wachstums, der erfreulichen Entwicklungstendenzen und der positiven Erfahrungen mit der IT-Logistik hat sich die Unternehmensleitung entschlossen, mit innovativer Voice-Kommissionierung eine weitere Produktivitätssteigerung anzustreben. Im Mai 2006 wurden die ersten Voice-Geräte in den Echtbetrieb übernommen.
Hände und Augen frei
Die Mitarbeiter werden für die beleglose Arbeit mit Voice-Clients ausgestattet und kommunizieren direkt mit dem LVS. Zur Ausrüstung des Mitarbeiters gehören ein Head-Set, der Zigarettenschachtel große Client sowie gegebenenfalls ein integrierter Strichcode- Scanner. Auf diese Weise können die unterschiedlichsten Abläufe wie Wareneingang, Kommissionierung etc. unterstützt werden. Die Mitarbeiter haben die Hände und Augen frei und können das Gehörte gleich in eine Aktion umsetzen, ohne erst visuelle Informationen verarbeiten zu müssen.
Das pLVoice- System ist Sprecher unabhängig, so dass jeder mit einem vorhandenen Gerät, ohne die Erstellung eines Sprachprofils, direkt losarbeiten kann. Dialekte, Geschlechter und Altersgruppen sind für eine jeweilige Sprache vorab berücksichtigt. Auch Variationen eines Sprachbildes, zum Beispiel bei einer Erkältung, werfen keine Probleme auf.
„Wir haben bereits nach einem Monat festgestellt, dass wir im Durchsatz nochmals zulegen konnten. Im gleichen Zuge geht die Fehlerquote weiterhin gegen null,“ resümiert Luipers.
Eugen König GmbH, www.eugen-koenig.de
proLogistik GmbH + Co KG, E-Mail: info@prologistik.com, www.proLogistik.com
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