Kein Brett vorm Kopf
07.12.2009
Egal ob Echtholz oder Pressspan – auch bei der Logistik in Holzlagern kann mit der richtigen Kombination von Software, Transpondern und WLAN der Materialfluss auf Trab gebracht werden. Bei führenden Unternehmen der Holzindustrie sorgt seit einigen Jahren das Relag-System für die reibungslose Abwicklung im Lager. Dabei haben sowohl Unternehmen der Echtholzbranche als auch Unternehmen mit dem Warenspektrum von Pressspan- und OSB-Platten über Küchenplatten bis zu Laminatfußböden den Materialfluss in den Lagern mit Hilfe eines leistungsfähigen Staplerleitsystems und Lagerverwaltungssystems auf Vordermann gebracht.
Die Ausgangssituation war stets eine Organisation der Intralogistik, die mit Barcodescanning die Waren identifiziert und teilweise verfolgt. Die Fertig- und Halbfertigwaren sind in bis zu 30 000 m² Blocklagerflächen mit einer einfachen Verwaltung der Paletten untergebracht. Die 100 bis 200 Lkws, die täglich be- und entladen werden müssen, werden über Bereitstellflächen mit Paletten versorgt oder direkt in die Einlagerzonen entladen. Dabei sind bis zu 20 Stapler im Einsatz. Probleme mit Suchzeiten in den Blocklagern gehörten ebenso zu täglichen Schwierigkeiten wie auch Wartezeiten der LKWs auf die Verladung sowie ein falscher und veralteter, nicht FIFO-gerechter Lagerbestand.
Die Softwarekomponenten Lagerverwaltung und Staplerleitsystem des Relag-Systems der Firma SEP Logistik AG, zwei leistungsfähige Softwaremodule, die sich in die Workflow-Kette integrieren lassen, wurden für die Optimierung von Lagerorganisation, Materialfluss und Gabelstaplereinsatz herangezogen. Die Lagerverwaltung basiert auf einer TE-Verwaltung, d.h. jede Palette ist der Software bekannt. Die aktuelle Ware wird mit der Palette verheiratet und die Kennwerte bis hin zur Höhe auf der Palette gepflegt oder berechnet. Das Staplerleitsystem hat Kenntnis über die spezifischen Kennwerte der eingesetzten Stapler und die notwendigen Transporte innerhalb der Lager, Warenannahme und Warenverladung sowie aller zu lagernden Waren.
Die Flächen der Blocklager werden in ihrer Struktur dreidimensional verwaltet, das bedeutet, dass die Lage jeder Palette in der Fläche und in der Höhe dem System bekannt ist. Die Erarbeitung dieser Lageinformationen und deren Aktualisierung erfolgt automatisch über das Staplerleitsystem. Die Gabelstapler haben eine Ausrüstung, die es erlauben die augenblickliche Position und Richtung des Staplers sowie Gabelhöhe und Gabelbeladung zu identifizieren.
Um die Standorte der Stapler zu erfassen, werden im Boden der Lagerbereiche und der Fahrwege Transponder eingelassen. Die Stapler erhalten Ausrüstungen, um diese Transponder auszulesen sowie Sensoren für die Bestimmung der Gabelhöhe, den Beladungszustand der Gabel und die Richtung des Staplers.
Die Verteilung der Transponder erfolgt so, dass neben der Fahrwegerkennung jeder einzelne Palettenplatz identifiziert werden kann. Die Übernahme der Lage der Transponder ist auf einfache Weise möglich: Im Zuge einer Identifikationsphase wird beim Überfahren eines Transponders seine relative Lage dem System mitgeteilt. Hierzu sind keine Spezialvermessungen notwendig. Ein auf dem Stapler vorhandenes Terminal mit WLAN-Anbindung gibt dem Fahrer die nötigen Informationen über Fahraufträge, Lagerkonfiguration, notwendige Aktivitäten und gegebenenfalls Hinweise auf Probleme. Abhängig von der Nähe zu seinem Fahrziel wird der Darstellungsmaßstab seiner Visualisierung dynamisch vom Relag-System gewählt. Ebenso erfolgt bei Annäherung zweier Stapler eine Kollissionswarnung.
Für eine effiziente Auslastung der Stapler verarbeitet das Relag-System die zu jedem Zeitpunkt vorhandenen Materialaufträge und generiert die notwendigen Fahraufträge. Die Stapler werden in Pools verwaltet, was bedeutet, dass eine maximale Auslastung und minimale Anzahl von Staplern erreichbar ist. Sobald Stapler aufgrund ihrer Kennwerte in unterschiedlichen Bereichen des Lagers und der Produktionsversorgung eingesetzt werden können, optimiert das Staplerleitsystem ihre Einsätze. Abhängig vom augenblicklichen Standort und der aktuellen Auftragsstruktur wird ein Stapler ausgewählt und der Fahrauftrag zugewiesen.
Damit können ohne Verlust der Flexibilität und schnellen Staplerverfügbarkeit Zuordnungen von Fahrauftrag und Stapler dynamisch geregelt werden. Diese Strategie führt zu Einsparungen von Gabelstaplern, gleichzeitig wird durch das Lagerverwaltungssystem die Materialflussleistung erhöht.
Realisierung in Stufen
Die Inbetriebnahme des neuen Systems erfolgte unter Volllast mit nur geringer Einschränkung des Materialflussdurchsatzes. Die Umstellung auf das Relag- System wird dabei in Stufen realisiert, es gibt keinen Big-Bang, was das Risiko von Lieferausfällen minimiert. Voraussetzung für die einzelnen Inbetriebnahmeschritte ist eine Teilinventur, die bereits mit den neuen, leistungsfähigen Werkzeugen durchgeführt wird. Die Übernahme der gesamten Flächen der Lagerbereiche und der Fahrwege in das System erfolgt bereits beim Aufsetzen der neuen Strukturen.
Die Effizienzgewinne für die logistischen Abläufe liegen in der Genauigkeit der im Lager verwalteten Paletten und im Zeitgewinn bei der Palettenidentifikation, der Lkw-Be- und Entladung und dem zielgenauen und optimierten Zugriff auf die Paletten. Bei jedem Transport wird die Palette identifiziert ohne zeitaufwändiges Lesen von Barcodes, evtl. noch mit Absteigen des Fahrers, nur durch Verarbeitung der Staplerposition. Lkw-Wartezeiten gehören der Vergangenheit an, da Transporte über ein integriertes Transportsystem mit Ankunftszeit und Transportnummer dem Relag-System bekannt sind. Auf Bereitstellflächen kann die schnelle Beladung der Lkws zeitlich abgestimmt vorbereitet werden.
Der Lagerleiter erhält einen Überblick über die aktuelle Belegung seiner Bereitstell- und Verladeflächen. Suchen im Lager gibt es nicht mehr. Die optimale Einlagerungsstrategie wird ebenso realisiert wie die Garantie von FIFO im Blocklager. Effektive und sichere Inventurverfahren basieren auf einer dreidimensionalen Graphik auf den Staplerterminals und wenn nötig auf Handterminals. Durch die Navigation können Kollisionswarnungen an die Staplerfahrer gegeben werden. Dadurch werden Quasi vollautomatische Abläufe in staplerbedienten Lagern, die Überführung von Kopfwissen in Systemwissen und die sehr benutzerfreundliche Bedienung über dreidimensionale Graphik haben das eingesetzte Relag-System zu einer Erfolgsgeschichte werden lassen.
SEP Logistik AG E-Mail: info@sepag.de, www.sepag.de
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