Kontrolle der Nennfüllmenge durch Wägestationen mit WLAN-Anschluss
06.08.2008
Nicht zu viel und nicht zu wenig – so sollte eine Produktverpackung gefüllt sein. Damit dies gewährleistet ist, setzt man bei Billa auf Wägestationen mit WLAN-Anschluss und mehr. Betriebe, die fertig verpackte Produkte gewerbsmäßig in Umlauf geben, müssen besondere Anforderungen erfüllen. Neben dem Ziel, wirtschaftlich zu arbeiten, gilt es, eine Vielzahl von gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten.
Den Entscheidern in Produktion und Qualitätsmanagement stehen unterschiedliche Lösungen zur Auswahl, um für die jeweiligen Bedürfnisse bestens ausgerüstet zu sein. Die Fachleute von Mettler Toledo unterstützen bei dieser Fragestellung, da das Unternehmen sein Know-how immer aktuell und in enger Zusammenarbeit mit Anwendern aus den Branchen Pharma und Food an die Marktanforderungen anpasst. Auf diese Weise bieten sie praxiserprobte, den unterschiedlichen Anforderungen entsprechende Hard- und Softwarelösungen an.
Um keinen Konflikt mit den gesetzlichen Regelungen wie etwa der Fertigpackungsverordnung zu riskieren, muss eine Unterfüllung zwingend vermieden werden. Wenn dies einfach durch Überfüllung ausgeschlossen würde, schnellten die Kosten in die Höhe.
Das Mittelwertprinzip der EU-Richtlinie bedeutet, dass die Füllmenge im Mittel nicht kleiner als die Nennfüllmenge sein darf. Der Gesetzgeber fordert hierfür Kontrollen und deren Dokumentation. Mittelwert und Toleranzverletzungen einer Stichprobenkontrolle müssen grundsätzlich ausgewiesen werden.
Aus betriebswirtschaftlicher Sicht liegt das Interesse der Abfüller also primär darin, diese obere Grenze so eng wie möglich der unteren Begrenzung anzunähern. Um die gesetzlichen Anforderungen zum Schutz der Verbraucher zu garantieren, bieten sich mehrere Kontrollmöglichkeiten an.
Je nach Art der Produkte, Verpackungen und Betriebseinrichtungen kann man zwischen Vollkontrolle (selbsttätige Waagen integriert in die Abfüllstraße) und statistischer Qualitätskontrolle (Stichproben) wählen. Welche im jeweiligen Fall die sinnvollste für das Unternehmen ist, muss individuell abgeklärt werden. Die statistische Füllmengenkontrolle lässt sich mit geringerem Investitionsaufwand als die Vollkontrolle mit Checkweighern ausführen.
Das Spektrum reicht vom einfachen, zeitintensiven Handverfahren bis hin zu automatisierten Systemen. In der statistischen Qualitätskontrolle (SQC) geht es darum, jederzeit Transparenz über einen Abfüllprozess zu haben, also zu wissen, wie die geforderte Qualität eingehalten wird und wo gegebenenfalls korrigierend eingegriffen werden muss.
Ein Beispiel hierfür ist Billa, ein führendes österreichisches Einzelhandelsunternehmen. Die Produkte von regionalen Lieferanten werden an sieben Logistikzentren geliefert, kontrolliert und in Abhängigkeit der Nachfrage und der Verkaufsplanung an die Filialen ausgeliefert. Die Logistikzentren sind in ganz Österreich verteilt. Es gehört zur Unternehmenspolitik von Billa, vor der Distribution das Nettogewicht aller Fertigpackungen zu prüfen. Eine anspruchsvolle Aufgabe, berücksichtigt man die Vielzahl der verschiedenen Artikel, Lieferanten und Standorte.
Mit der SQCLösung FreeWeigh.Net von Mettler Toledo wurde eine effiziente, vernetzte statistische Nettogewichtskontrolle realisiert, die diese komplexe Aufgabe erfüllt. Ungefähr 1.500 verschiedene Artikel von durchschnittlich je 10 verschiedenen Lieferanten mussten im Nettogewichtskontrollsystem aufgenommen werden, dies ergab insgesamt 15.000 Artikelnummern.
Billa erwartete, dass die Stammdaten für die Nettogewichtskontrolle vom zentralen Stammdatensystem in Wien an alle sieben Standorte übertragen werden. Die Produktdaten wie EAN-Code, Artikelcode, Sollgewicht sowie Bedienerinformationen werden vom zentralen Oracle-basierten ERP-System an die Applikationssoftware FreeWeigh.Net übertragen.
Durch die Anbindung an das zentrale Stammdatensystem kann auf die Stammdatenpflege im Nettogewichtskontrollsystem vollkommen verzichtet werden. Auf der Basis der importierten Daten berechnet FreeWeigh.Net anhand des Sollgewichts und des Toleranzsystems gemäß EU-Richtlinien die entsprechenden Toleranzgrenzen.
WLAN für ein Maximum an Mobilität
Dank der mobilen Wägestationen mit WLAN-Anschluss an den FreeWeigh.Net Server haben die Bediener maximale Flexibilität bei der Nettogewichtskontrolle. Die Lagerarbeiter entnehmen den Paletten die laut Fertigpackungsverordnung vorgeschriebene Anzahl der zu prüfenden Verpackungseinheiten.
Beispielsweise entnimmt der Lagerarbeiter von 700 gelieferten Salatpackungen eines Auftrags 50 Einheiten, wählt das Produkt mit dem Barcodescanner aus, gibt die Auftragsnummer ein und verwiegt Verpackungseinheit um Verpackungseinheit. FreeWeigh.Net gleicht die ermittelten Nettogewichtswerte mit den Bestimmungen der Fertigpackungsverordnung ab.
Im Fall einer Toleranzverletzung erscheint umgehend eine Fehlermeldung im Waagendisplay. Falls das Nettogewicht nicht der Fertigpackungsverordnung entspricht, retourniert Billa die gesamte Liefercharge an den Lieferanten. Stefan Grusling, stellvertretender Leiter des Logistikzentrums in Ansfelden, erläutert, was er an der Installation schätzt:
„Mit FreeWeigh.Net entfällt die mühsame, handschriftlich dokumentierte Qualitätskontrolle. Qualitätsmängel der gelieferten Waren werden nun über einen längeren Zeitraum hinweg überprüft und online dokumentiert. Zuvor wurden Mängel zwar erkannt und die Waren zurückgesandt, jedoch kein entsprechender Vermerk in die Lieferantendatei aufgenommen. Nun stehen uns Statistiken zur Verfügung, und wir haben die Möglichkeit, Berichte gemäß unseren Anforderungen zu generieren.“
Billa AG, E-Mail: hotlinebilla@billa.co.at, www.billa.at
Mettler-Toledo GmbH, E-Mail: info.mtd@mt.com, www.mt.com
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