Weil es schnell gehen musste

01.07.2011

Infolge eines Großbrandes im Spätsommer 2010, dem ein Großteil des Erden-Werkes zum Opfer fiel, war die Existenz der Terrasan Haus + Gartenbedarf GmbH & Co. KG gefährdet. Deshalb musste auch die Intralogistik wieder schnell auf Trab gebracht werden.

Am 12. September 2010 änderte sich alles: Am Hauptsitz des Unternehmens in Rain am Lech bricht ein Großbrand aus. „Das Feuer zerstörte einen ganzen Hallenkomplex und legte unser gesamtes Erdenwerk lahm. Kein Stein stand mehr auf dem anderen“, erinnert sich Hans-Jürgen Riehl, Geschäftsführender Gesellschafter bei Terrasan,. „Die Existenz unseres Unternehmens stand auf der Kippe.“ Denn der Verkauf von Blumenerde ist saisonabhängig. „Steht die Erde nicht pünktlich zum Frühjahr in den Läden, bleiben wir darauf sitzen und machen enorme Verluste, die wir nicht mehr ausgleichen können“, sagt er. Schnellstmöglich musste eine Entscheidung getroffen werden, wie es mit dem Unternehmen weitergeht.

„Für uns war schnell klar, dass wir ein neues Erdenwerk brauchen – und das schon bis zum 31. Januar“, erklärt Walter Eppinger, technischer Betriebsleiter bei Terrasan. Eigentlich ein unmögliches Unterfangen. „Acht bis zehn Monate werden für ein solches Projekt mindestens benötigt – wir mussten das in weniger als der Hälfte der Zeit schaffen.“

Die Fläche der alten Halle betrug 1 500 m2. Die neue Halle wurde mit 1 800 m2 größer geplant. Darin musste Platz sein für fünf Absackanlagen sowie für fünf Palettierer und zwei Verpackungsanlagen, um Blumenerde und Rindenmulch in Säcke abfüllen, stapeln und diese Stapel verpacken zu können. Außerdem sollte noch Platz für eine sechste Linie vorhanden sein, falls die Produktion erweitert werden müsste.

Für die Lieferung der Palettier- und Verpackungstechnik fiel schon sehr früh der Name Beumer. Bereits eine Woche nach dem Brand waren die Beumer-Spezialisten zum Gespräch eingeladen. „Schon das erste Treffen vermittelte uns ein gutes Gefühl. Wir haben uns zwar noch andere Angebote und Konzepte vorlegen lassen. Doch das von Beumer passte am besten zu unseren Anforderungen“, berichtet Eppinger. „Während der Vergabegespräche konnten wir uns ganz auf unser Bauchgefühl verlassen. Beumer war der richtige Partner, der in dieser kurzen Zeit unsere Anforderungen erfüllt hat.“

Im Oktober wurden die vom Feuer zerstörten Gebäude vollends abgerissen. Unter Hochdruck ging es an den Wiederaufbau. Dabei installierte Beumer die komplette Palettier- und Verpackungstechnik. Die Montage erfolgte unter erschwerten Bedingungen. Denn insbesondere der Dezember und der Januar wurden eisig kalt und schneereich. In dem neuen Gebäude waren jedoch weder Fenster noch Tore eingebaut, auch Haustechnik wie Beleuchtung, fließendes Wasser und eine Heizung fehlten noch.
Die Absackanlagen bringen die leeren Kunststoffsäcke in Form, befüllen sie mit Erde und verschweißen sie. Das Besondere dabei: Auf der kurzen Strecke zwischen Absackmaschine und Palettierer muss der relativ hohe Luftanteil im Sack über Glättbänder herausgepresst werden.

Die Absackmaschinen bringen dazu an den Säcken eine Perforation an, über die die Luft entweicht. Terrasan befüllt Säcke mit einem Fassungsvermögen von fünf bis 125 l. Diese unterschiedlichen Verpackungseinheiten werden sowohl auf Euro-Paletten (800 mm x 1 200 mm) als auch auf Düsseldorfer Paletten (600 mm x 800 mm) gestapelt. Dabei ist eine besondere Stapelqualität gefordert, da beispielsweise zwei Stapel übereinander angeordnet werden müssen.

Diese Anforderung erfüllen die Palettierer vom Typ Beumer paletpac, die hier jeweils bis zu 2 000 Säcke pro Stunde stapeln können. Sie zeichnen sich durch eine besonders hohe Stapelqualität und Zuverlässigkeit aus und sind flexibel für die jeweilige Anwendung anpassbar. Für die bessere Handhabung der mit Erde gefüllten Kunststoffsäcke haben die paletpac Drehklammern, um die Säcke in die richtige Position zu bringen.

Eine Vorgabe war, auf der vorhandenen Fläche Platz für eine mögliche sechste Linie freizuhalten, in der die Erde palettiert und verpackt werden kann. Deshalb wurden die Anlagen näher zusammengerückt. Weil das nicht ausreichte, mussten die Palettierer konstruktiv verändert werden. Die Beumer-Spezialisten ordneten die Hubwerksmotoren anders an. Zudem werden die Folienblätter jetzt nicht mehr quer zur Laufrichtung der Palette aufgegeben,  sondern in Laufrichtung. Damit hat der Intralogistik-Experte aus der Not eine Tugend gemacht: Denn mit dieser Änderung lässt sich nun sowohl für die Euro- als auch für die Düsseldorfer Palette das gleiche Folienformat verwenden. Ein Palettierer musste außerdem für das Stapeln von 125 l-Säcken angepasst werden.

Zudem konzentrierte sich Terrasan auf die Auswahl der neuen Verpackungsmaschinen. Hier konnte der Stretch hood überzeugen, der 90 Paletten pro Stunde leistet. Dafür lieferte Beumer zwei baugleiche Hochleistungsverpackungsanlagen vom Typ M. Eine dieser Zwei-Format-Maschinen ist mit einem sogenannten Mutterpalettenaufsetzer ausgerüstet. Damit können zwei gestretchte Düsseldorfer Paletten auf eine Euro-Palette gesetzt werden. Diese lässt sich – falls das gesamte Paket nochmals gestretcht werden soll – über einen Bypass ausschleusen und vor dem Stretcher wieder einschleusen. Weil die Waren im Freien gelagert werden, verpacken die Verpackungsmaschinen die palettierten Sackstapel mit einer Stretchfolienhaube aus einer speziellen Folie mit UV-Schutz. Die Sackstapel verfügen  über hohe Stabilität dank der dauerhaften Spannkraft der Folie in horizontaler und vertikaler Richtung – auch dann, wenn sich die Erde in den Säcken setzt und sich damit das Sackvolumen verringert.

Über Terrasan

„Zufriedene Kunden, die von der Qualität unserer Produkte überzeugt sind“ – mit dieser Philosophie produziert die Terrasan Haus + Gartenbedarf GmbH & Co. KG Erden, Rinden, Feststoffdünger, Rasensamen, Flüssigdünger und Insektizide. Alle Produkte werden über automatische, computergesteuerte Anlagen präzise gemischt und abgefüllt – insgesamt hat die Terrasan-Gruppe europaweit 40 automatische Abfüllanlagen im Einsatz. Anschließend werden die Waren palettiert, verpackt und an alle namhaften Baumärkte, Discounter und Einkaufsmärkte geliefert. Am zentralen Standort im bayerischen Rain am Lech werden im Jahresdurchschnitt täglich etwa 35 Lkw verladen – 110502_Beumer_Pressemappe_CeMAT_CaseStudy_Terrasan_Bild 1zu Saisonspitzen sind es bis zu 100 – mit in der Regel 26 bis 28 Paletten.

Terrasan Haus- + Gartenbedarf GmbH & Co. KG,
E-Mail: info@terrasan.de, www.terrasan.de

Beumer Maschinenfabrik GmbH & Co. KG,
E-Mail: beumer@beumer.com, www.beumer.com

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