Lager mit intelligenter Logistik: Abstimmung auf Kundenbedürfnisse auch bei Mieterwechsel möglich
24.06.2009
Flexibel aber doch passgenau – so sieht das Lager aus, das Alpha Industrial für seinen Erstmieter Fresenius Medical Care bauen ließ. Doch auch dem nächsten Mieter braucht dank intelligenter Intralogistik nicht bange zu sein.
Anfang 2006 startet Fresenius Medical Care angesichts dynamisch steigender Warenströme ein großes Intralogistik-Projekt, das weiteres Wachstum in den nächsten 10 bis 15 Jahren berücksichtigt. Die Hochrechnung führt direkt zum Hochregallager. Ein konsequent geplanter, automatisierter Neubau mit großzügigen Reserven in Biebesheim am Rhein schlägt klar die Alternative einer Erweiterung der beiden bestehenden, konventionellen Verteilzentren.
Als Investor kam Alpha Industrial zum Zug. Die Spezialisten für Logistik-Immobilien tragen ein neuartiges Modell mit: Erstmals in Deutschland finanziert und vermietet der Investor nicht nur das Gebäude, sondern auch die dazugehörige Technik. Für den Investor geht die Rechnung nur auf, wenn die Immobilie nach Ablauf der Mietvertragsdauer von 15 Jahren auch für neue Nutzer interessant ist.
Hochregallager, Fördertechnik und Software werden daher über die Fresenius-Vorgaben hinaus universell ausgelegt – vom Layout bis ins Detail: Großzügige Höhe der Palettenstellplätze, Wahl zwischen Zwei und Dreiplatzlagerung, enger Rollenabstand der Förderbahnen, Ausführung der Hallensohle mit abge dichteter Wanne zur Lagerung wasser gefährdender Stoffe.
- Der Vorteil der Nachhaltigkeit wiegt für den Investor die Mehrkosten klar auf.
- Fresenius Medical Care wiederum profitiert durch eine wesentlich günstigere monatliche Miete.
Lagerung und Kommissionierung medizinischer Geräte und Stoffe verlangen naturgemäß einen besonderen Grad der Zuverlässigkeit. Vor diesem Hintergrund erhielt LTW im September 2007 den Zuschlag als Generalunternehmer für die Intralogistik inklusive Silobau und Sprinkleranlage.
„LTW konnte ein attraktives Angebot unterbreiten“, erklärt Logistik- planer Rainer Reichelt, seit Beginn federführend am Projekt beteiligt: „Wahrscheinlich aufgrund der schlanken Strukturen und der engen Verbindung mit Doppelmayr in der Fertigung, deren Niveau uns bei einem Termin in Wolfurt beeindruckt hat. Technisch überzeugte LTW mit einer robusten, steifen Konstruktion der Regalbediengeräte bei gleich zeitiger Gewichtsoptimierung. Jede eingesparte Tonne Stahl spart später bei jeder Palettenbewegung Energie.“
Das oberste Kriterium ist Bereitschaft im Dauerbetrieb. Gemeinsam mit Fresenius Medical Care arbeitete LTW ein innovatives Full-Service-Konzept aus: Über die gesamte Mietdauer von 15 Jahren garantiert LTW eine Anlagen- Verfügbarkeit von 98 %.
Zu diesem Zweck baut LTW in enger Abstimmung mit Fresenius vor Ort ein eigenes Service-Team auf. Alle fünf LTW-Mitarbeiter lernen die Anlage bereits seit der Montage-Phase von Grund auf kennen; mindestens zwei überwachen ständig den Betrieb und nützen die Zeit für vorbeugende Instandhal- tung, so dass die Anzahl der Wartungen auf eine pro Jahr halbiert werden kann.
Reichelt: „LTW hat Vertrauen aufgebaut, transparent verhandelt und ist diesen neuen Weg ohne tausend Wenn und Aber mitgegangen.“
70 % der Waren als Vollpaletten
Das neue Distributionszentrum führt die zwei bisherigen Zentrallager mit unterschiedlichen Zielregionen und Auftragsstrukturen zusammen. 70 % der Waren werden als Vollpaletten in 140 Länder exportiert. In Zentraleuropa überwiegen kommissionierte Sendungen an Stützpunktlager, Krankenhäuser und einzelne Patienten. Insgesamt dominiert also das Vollpaletten-Handling, Voraussetzung für eine hohe Automation aller Warenflüsse einschließlich Automa tischem Kleinteilelager und vollauto matischem I-Punkt mit Palettenunter stapelung und Richtplatz.
Im Hochregallager bewältigen sieben ganggebundene Regalbediengeräte im Zwei-Schichtbetrieb 4 500 Palettenbewegungen pro Tag. Die mögliche dritte Schicht bildet eine satte Kapazitätsreserve. Zudem kann die Halle um drei weitere Regalgassen erweitert werden. LTW führt neben der Mechanik auch die SPS-Steuerung sämtlicher Komponenten und den eigenen Lagersteuerrechner mit Schnittstelle zur SAP-basierenden Lagerverwaltung aus. Diese Lösung aus einer Hand bewährt sich spätestens bei der Wartung, Störungssuche und -behebung.
Alpha Industrial GmbH & Co. KG, E-Mail: info@alpha-industrial.com, www. alphaindustrial.eu
Fresenius Medical Care, E-Mail: ir@fmc-ag.com, www.fmc-ag.de
LTW Intralogistics GmbH, E-Mail: office@ltw.at, www.ltw.at
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