Behälter/Boxen/Paletten
Weil flexibel besser ist
Weniger ist manchmal mehr – so ist es auch bei der neuen Behälterlösung von Schaeffler, die eine Vielzahl von alten Behältern ersetzt.
Die Aufgabenstellung ist nicht nur häufig, sondern zieht zumeist auch einen großen Aufwand nach sich. Ein zu verpackendes Teil gibt es in unterschiedlichen Größen und es muss daher auch in verschiedenen Verpackungsgrößen transportiert oder gelagert werden. Das bedeutet schlicht und einfach, dass entsprechend der Zahl der unterschiedlichen Produktgrößen auch genauso viele Verpackungen bereitgestellt werden müssen.
Der Automobilzulieferer Schaeffler Technologies bezieht von seinen Lieferanten eine breite Palette von Zahnstangen mit unterschiedlichen Längen und Durchmessern, die für die elektromechanische Lenkung im Pkw eingesetzt werden.
Bisher wurden maximal zwei Zahnstangen mit vordefinierter Produktlänge in einen Spritzgieß-Behälter mit festen Nestkonturen gelegt. Im Laufe der Zeit nahm die Teilevielfalt allerdings derartig zu, dass eine strategische Entscheidung unumgänglich wurde. Aufgrund der langjährigen Zusammenarbeit zwischen Schaeffler und dem Behälter-Spezialisten Utz erhielt Utz Verkaufsleiter Rüdiger Köhler die Aufgabe, hier mit Hilfe eines Kunststoff- Behälters Abhilfe zu schaffen.

Stefan Mattausch, Projektleiter bei der Schaeffler: „Gemeinsam mit Utz sollte ein Behälter entwickelt werden, der nicht nur Platz für die längste Zahnstange bietet, sondern auch die kleineren Zahnstangen fest und sicher aufnimmt!“ Nebenbei waren dann auch noch die unterschiedlichen Durchmesser der runden Metallstangen zu berücksichtigen und auf den Luxus, zwei Zahnstangen unterschiedlicher Länge im gleichen Behälter zu verpacken, wollte man auch nicht verzichten. Beinahe selbstverständlich war dabei schon die Forderung, dass sowohl der Behälter als auch die eingelegten Teile automatisch handhabbar sein müssen.
Einen den Stabilitätsanforderungen entsprechenden Spritzgieß-Behälter mit den Außenmaßen 990 x 594 x 80 mm aus PP zu konstruieren, ohne im ersten Schritt das „Innenleben“ zu berücksichtigen, war zunächst noch Standard. Um angesichts des Gewichts der Zahnstangen eine Bodendurchbiegung beim Transport des Behälters auf Rollenbahnen auszuschließen, wurde ein geschlossener Doppelboden ausgewählt, für den eine zusätzliche Kunststoffplatte auf den Boden geschweißt wird.
Aufgrund der Anforderungen der Automatisierung fiel die Entscheidung auf 10 Aufnahmen für die Metallstäbe pro Behälter bei einem maximalen Durchmesser der Zahnstangen von 32 mm. Damit waren die Rahmenbedingungen gesetzt und es fehlte eigentlich nur noch eine zündende Idee, die aus einem Spritzgieß-Werkstückträger eine flexible Transporteinheit für Zahnstangen unterschiedlicher Länge im Bereich von 690 mm bis 910 mm macht. Eine einfache und zugleich praktikable Lösung bestand dann zum guten Schluss darin, in einem durch ein Aufstecksystem vorbereiteten Bereich des Behälters bis zu zwei Leisten mit runden Aufnahmen für das „hintere Ende“ der Zahnstangen anzubringen.
Diese Leisten lassen sich mit einem Rastermaß von 7 mm flexibel positionieren und erlauben es so, alle zu verpackenden Zahnstangen unabhängig von ihrer Länge in ein und denselben Grundbehälter legen zu können. Stefan Mattausch: „Einmal positioniert müssen die Leisten nicht wieder umgesteckt werden. Erst bei Auslauf eines Produktes und Ersatz durch eine Nachfolgetype ist der Behälter auf die neuen geometrischen Anforderungen abzustimmen.“
Die im Hause Schaeffler Technologies für die Anlieferung der Zahnstangen zuständigen Mitarbeiter waren mehr als zufrieden, und das Behältermanagement sogar erleichtert. Statt auf eine Vielzahl unterschiedlicher Verpackungslösungen zurückgreifen zu müssen, konnten jetzt alle Produktvarianten in ein und denselben Behälter gepackt werden.

Wesentlich für die Schaeffler-Gruppe sind aber die nicht unerheblichen Einsparungen an Verpackungskosten durch die Entwicklung eines flexiblen Mehrwegsystems. Das dürfte denn auch darüber hinwegtrösten, dass die neue Verpackungslösung, aufgrund ihrer flexiblen Einsatzmöglichkeiten „Flexbehälter“ genannt, zwar für den Deutschen Verpackungspreis 2009 nominiert, dann aber doch nicht mit einem Preis gewürdigt wurde.
Schaeffler Technologies GmbH & Co. KG, E-Mail: [email protected], www.schaeffler.com Georg Utz GmbH, E-Mail: [email protected], www.georgutz.com









