Völlig losgelöst, und doch effizient
08.12.2010
Durch eine neue Fertigungsphilosophie hat der Küchenmöbelhersteller Salm seine Produktivität deutlich erhöht. Kern der Lösung ist eine automatische Versandlogistik, die einen Gewinn an Fläche und Flexibilität brachte. Olivier Offner, Werksleiter Sélestat U2 der elsässischen Salm S.A.S., deutet auf das Lager.
„Was auf den ersten Blick wie ein normales Hochregallager aussieht, ist das Herzstück einer Strategie, die unserer Produktion ein hohes Effizienzpotenzial erschlossen hat.“ Das neue Werk Sélestat U2 (Unité deux) stellt im Zwei-Schicht-Betrieb täglich bis zu 300 Küchen her. Bei der Planung des Werkes Sélestat U2 ist es darum gegangen, Details der fertigungstechnischen Prozesse zu optimieren.
Mit dem Ziel, auf einer erheblich kleineren Fläche wirtschaftlicher und flexibler zu produzieren als zum Beispiel im Werk Lièpvre. Dort, am Hauptsitz des Unternehmens, benötigt man für die gleiche Fertigungsleistung ein Areal von 39 000 m². Vor diesem Hintergrund hat psb die Produktionsund Versandabläufe durch eine dynamische intralogistische Lösung getrennt. Wesentliche Elemente sind ein Tablarlager, die als Ladungsträger dienenden Tablare und eine komplexe Riemenfördertechnik. Olivier Offner bleibt vor dem Pufferlager stehen.
„Das Konzept ist stimmig. Wir kommen jetzt mit weniger Fläche aus, da das Lager Zwischenspeicher in der Produktion erübrigt. Aufgrund unserer neuen Fertigungsphilosophie können wir Sequenzen aus dem Lager abrufen und verladen.“ Und das jeden Tag vollständig. Denn es ist möglich, fehlende Teile nachzufertigen, weil das Unternehmen die Korpusse rechtzeitig vor der Auslieferung produziert und Fehler somit sehr früh auffallen. Die kommissionsweise Fertigung erlaubt zudem eine hohe Teilevielfalt und kleine Losgrößen. Das Tablarlager verfügt über sieben Gassen,
von denen jede mit einem psb runloader Zweimast-Regalbediengerät in Aluminiumausführung ausgestattet ist.
Die Regalbediengeräte zeichnen sich durch eine hohe Dynamik, günstige Anfahrmaße, starke Ein- und Auslagerleistungen sowie durch eine umweltschonende Energierückspeisung aus. Für die Tablarfördertechnik hat psb eine Bühne installiert, um den Boden für andere Materialflüsse freizuhalten. Die Tablare, die wie die Produkte des Anwenders aus Holz bestehen, werden automatisch beund entladen.
Ausnahmen bilden Zukaufteile, die Salm im Wareneingang manuell auf die Ladungsträger legt. Das Lager puffert Korpusse von den Produktionslinien des Werkes U2 und Küchenzubehör aus der benachbarten Fabrik U1. Ferner werden jeweils einen Tag vor dem Versand Montagematerialien aus den Salm Werken Lièpvre und Türkismühle sowie Zukaufwaren, zum Beispiel Geschirrspüler, Herde, Kühlschränke und Spülen eingelagert. Offner zeigt auf einen Förderer der automatischen Versandlogistik. „Ist eine Tour komplett und wird sie abgerufen, transportiert ein Lift die Packstücke in der festgelegten Sequenz zu dem betreffenden Tor.“
Da es Salm gelungen ist, seine zukunftweisenden Ideen und Strategien umzusetzen, hat das Unternehmen die Effizienz seiner Fertigung, verglichen mit herkömmlichen Methoden, deutlich gesteigert. Stellt man die aktuelle Konzeption dem mit viel Manpower und Fehlern verbundenen Prozedere der alten Standorte gegenüber, hat Salm einen spürbaren Produktivitätsgewinn erzielt. Besondere Herausforderungen: Hinsichtlich der Frage nach dem richtigen Konzept für die automatische Versandlogistik ist psb mit beträchtlichen Herausforderungen konfrontiert worden.
„Die besondere Schwierigkeit des Projekts hat in der Ausführung gelegen“, betont Offner. „psb musste die technischen Lösungen anhand variabler Mengengerüste und Küchengrößen entwickeln.“ Im Mittelpunkt haben zwei Themen gestanden: der Transport der bis zu 2 500 mm hohen und 99 kg schweren Schränke sowie die Lagerung in den 16,3 m hohen Regalen des Tablarlagers. Aufgrund der von psb gewählten Lagerstrategie kann Salm alle vorkommenden Packstücke auf die Tablare legen oder stellen.
Damit die Fördertechnik der Lagervorzone die Packstücke aufrecht und ohne sie zu fixieren auf den Ladungsträgern transportieren kann, verwendet psb frequenzgeregelte Fahrantriebe, die sanft starten und stoppen. Letzteres gilt sogar im Extremfall, etwa bei einem Not-Aus. Als Basis für diese Lösung hat der Intralogistikspezialist die Beschleunigungswerte für die Tablarfördertechnik und für die Regalbediengeräte berechnet.
Dabei hat er die unterschiedlichen Schwerpunkte der zu transportierenden Teile genauso berücksichtigt, wie die Forderung von Salm nach starken Umschlagleistungen. Denn bei Abruf einer Tour sind die betreffenden Packstücke
schnell bereitzustellen. Offner blickt auf die Fördertechnik, auf der reger Betrieb herrscht. „Der Kern der Leistung liegt in der Strategie und in der Steuerung. Zumal die unzähligen Materialflüsse und variablen Engpässe stau- und stillstandsfrei ablaufen sollen. Nur wenn dies gelingt, sind wir in der Lage, die geplante Umschlagleistung auftragsbezogen zu erbringen.“
Société Alsacienne de Meubles, E-Mail: webmaster.extranet@salm.fr, www.salm.fr
psb intralogistics GmbH, E-Mail: info@psb-gmbh.de, www.psb-gmbh.de
weitere Themen
Regalbediengeräte
Alles aus einer Hand
Ein perfekt abgestimmtes Gesamtsystem spielt seine Vorteile schnell und nachhaltig aus:
Der Einsatz beispielsweise von Regalbediengeräten und Fördertechnik aus einer Hand minimiert Reibungsverluste im Betrieb dank optimaler Abstimmung der einzelnen [...]
Schnelligkeit siegt
60 % Gewichtsreduzierung gegenüber vergleichbaren Vorgängermodellen – das schaffte ein renommierter Hersteller von RGBs mit seinem neuen Model. Vor allem der Materialmix aus Verbundwerkstoff, Stahl und Aluminium ist dafür verantwortlich.
Gebhardt schickt [...]
Ein System für groß und klein
Dreifach tief einlagern mit einem Shuttle – das passiert seit neuestem bei Wasi. So kann der Verbindungstechnik-Spezialist alle Kunden, egal ob groß oder klein, aus einem System bedienen.
Kundenzufriedenheit und erstklassiger [...]
Zuwachs für das Zentrallager
Ende September hat maxon motor das bestehende automatische Kleinteilelager um eine weitere auf nunmehr vier Gassen erweitert und die Lagerkapazitäten auf 11.520 Behälterstellplätze aufgestockt. Taktgeber der Intralogistik sind die vier [...]
Auf höchstem Niveau lagern
Zum Lagern in ein- und mehrgassigen AKLs bieten sich vor allem dann Shuttle an, wenn die Kunden Wert auf große Flexibilität legen. Doch auch die Leistung kann sich sehen lassen.
Der [...]
Stark und sparsam
Viel leisten und dabei wenig verbrauchen – so sehen die Regalbediengerätelösungen für das AKL der Zukunft aus. Materialfluss stellt exklusiv fünf Geräte vor.
Energieeffizienz, Höchstleistungen und geringe Life Cycle Costs, das [...]
Beförderung in alle Ebenen
Die neueste Entwicklung von Westfalia, eine Kabine auf dem RBG, setzt an, wenn Lieferverzögerung droht: Mögliche Verzögerungen sind an der Übergabestelle von der Produktion ins Lager, hin zum abschließenden Transport, [...]
Hohe Dynamik im AKL
Leistungsstarke und gleichzeitig wirtschaftliche Lösungen haben Konjunktur. Mit dem MMini-Regalbediengerät hat Kardex Mlog ein System für automatische Kleinteilelager im Programm, das sich durch eine hohe Leistung bei niedrigen Betriebskosten auszeichnet.
Das [...]
Entstören und modernisieren
Weil sie sich Holzpaletten technisch nicht weiterentwickeln, im Gegensatz zur Fördertechnik, die zunehmend höhere Ansprüche an Transportträger stellt, greift Cabka mit einer neuen Lösung der störanfälligen Holzpalette unter die Arme:
Das [...]















