Technik-Trend RBG – Einsatz im Lager

09.12.2008

Hochregallager erreichen immer größere Dimensionen. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Regalbediengeräte. Sie müssen, wie alle anderen Anlagenteile, die drastisch gestiegenen Anforderungen an Schnelligkeit und Flexibilität erfüllen. Materialfluss stellt neue Geräte vor.

Der allgemeine Entwicklungstrend bei Regalbediengeräten (RBG) geht zunehmend in Richtung leichter, dynamischer Systeme, die mit hohen Fahrleistungen die Spielzeiten senken und damit die Systemleistung erhöhen. So entwickeln die Konstrukteure mit neuen Technologien, beispielsweise mit neuen Antrieben, immer schlankere Geräte. Die Fahr- und Hubantriebe sind heute überwiegend drehzahlgeregelte Elektromotoren, die Energie und damit Kosten sparen. „Die Herausforderung liegt nun darin, diesen Ansatz mit dem Trend zu mehr Dynamik in Einklang zu bringen”, sagt Christoph Hahn-Woernle, Geschäftsführender Gesellschafter, viastore systems GmbH.

 

Der wichtigste Aspekt sei jedoch, dass die RBG eine hohe Zuverlässigkeit aufweisen müssten. Punktuelle Höchstleistungen sollten nicht durch Ausfälle erkauft werden. Am Ende zähle die Gesamtleistung der Anlage, die dauerhaft über einen bestimmten Zeitraum erbracht wurde, und nicht die Momentaufnahme eines Leistungstests. Auch die Entwicklung der Sensorik, die in der Fördertechnik insgesamt und besonders bei Regalbediengeräten eingesetzt wird, habe in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. Diese Entwicklungsschritte müssten die Anbieter von Regalbediengeräten aufnehmen.

„Zudem werden Komponenten wie Lastaufnahmemittel immer weiter entwickelt – das Handling mehrerer Behälter oder Kartons in zweifach oder sogar vierfach tiefer Lagerung ist heute keine Herausforderung mehr”, so Hahn-Woernle. Gefragt seien jedoch neue Sicherheitskonzepte. Allerdings wirkten die derzeitigen Normen und Sicherheitsstandards der Systeme, die noch auf alten Konzepten beruhen, dem entgegen. Neuentwicklungen wür-  den dadurch nicht gerade fördert. Nicht zuletzt müssten auch die Software- Architekturen von der Warehouse- Management-Software über das Materialfluss- System bis zur Prozesssteuerung durchgängig gestaltet sein.

Ein wichtiger Bestandteil der von viastore angebotenen Logistik-Lösungen sind die Regalbediengeräte viaspeed für das dynamische Handling von Behältern und Kartons. In Kombination mit viapal für die effiziente Handhabung von Paletten und viasprint für die softwaregeführte Mann-zur-Ware-Kommissionierung sorgen für eine schnelle und flexible Lagerlogistik. Modular und leicht Eine neue Generation von Regalbediengeräten entwickelt derzeit auch Gilgen Logistics. Schwerpunkte sind dabei sowohl ein modularer Aufbau in leichter Bauweise, optimierte Antriebstechnik für geringen Stromverbrauch, vereinfachte Bedienbarkeit und Zugänglichkeit, sowie geringer Wartungsaufwand und eine PC-basierte Steuerung.

 

Ein erstes Versuchsgerät mit einer neuen Steuerung soll Ende dieses Jahres in Betrieb genommen werden. Detaillierte Informationen zum Leistungsumfang der neuen Generation von Regalbediengeräten sollen im Sommer 2009 bekannt gegeben werden. Zudem werden gegen Ende nächsten Jahres mit einem neuen Gerät auf einer Kundenanlage weitere Leistungs- und Belastungstests durchgeführt. Regalbediengeräte sind bei Gilgen Logistics Teil eines breiten Produkt- und Leistungssortiments an kompletten Logistiklösungen mit Eigenprodukten für die Realisierung von einfachen bis komplexen Gesamtsystemen für Dienstleistung, Handel und Industrie.

Seit mehr als 30 Jahren entwickelt und baut das Unternehmen Ein- und Zwei-Mastgeräte mit Höhen bis 35 m für einfache oder doppeltiefe Regale, die sowohl Gassen-gebunden als auch über Kurven und Weichen fahren können. Auch Spezialanfertigungen, wie z.B. drehbare Gabeln werden von der eigenen Konstruktionsabteilung entwickelt.

Ein neues Regalbdiengerät für große Höhen präsentierte Daifuku Europe Ltd. pünktlich zur diesjährigen CeMAT. Das Regalbediengerät HM 4 ist 40 m hoch und für die einfach- und doppelttiefe Lagerung von Paletten konzipiert. Ein Gegengewicht im zweiten Mast soll ein weitgehend schwingungsfreies Handling von Paletten mit einem Gewicht von bis zu 1 000 kg sicherstellen. Die horizontalen Fahrgeschwindigkeiten betragen bis 200 m/ min. „Das neue Regalbediengerät ist für Anwendungen geeignet, bei denen ein besonders hohes Lager notwendig ist – beispielsweise wenn nur eine relativ kleine Grundfläche zur Verfügung steht.

Nach Probefahrten im Testzentrum des Shiga-Werks in Japan ist das HM 4 jetzt auch für den europäischen Markt verfügbar”, sagt Thomas Balluff, Vertriebsleiter Europa und Leiter des Standorts Deutschland bei Daifuku. Optional ist das Gerät mit einem oder mit zwei Lastaufnahmemitteln (LAM) lieferbar, die jeweils eine Tragfähigkeit von 1 000 kg bieten. Durch ein zweites LAM lässt sich die Durchsatzleistung des Lagers noch mal zusätzlich erhöhen. Als Zubehör wird eine Escorter-Kabine angeboten. Die Kabine transportiert technisches Personal sicher und bequem vertikal am Mast entlang und ermöglicht so den schnellen und einfachen Zugriff auf Mechanik und Elektronik.

 

Dadurch entfällt das angeseilte Emporklettern am Gerät über eine integrierte Leiter. Für die regelmäßige präventive Wartung der Regalbediengeräte und aller weiteren automatisierten Lagerkomponenten bietet das Unternehmen das Service-Konzept „Empowered Performance” an. Konsequent angewendet soll es dazu beitragen, die Lebenszykluskosten eines Automatiklagers auf ein Minimum zu reduzieren. Multidimensionales RBG.

Für Lagerhöhen zwischen 10 und 50 m sind auch die Regalbediengeräte Vectura von Swisslog konzipiert. Als multidimensionale Geräte bieten sie eine Plattform für verschiedene Lastaufnahmesysteme, mit der sich nahezu jeder Anwendungsbereich abdecken lassen soll. Vectura Regalbediengeräte führen Aufträge auch in Tiefkühllagern bei Temperaturen bis zu -34 °C aus. Das obere Ende der Temperaturskala liegt bei +45 °C. Die Vorteile ihrer Modularität zeigen sich u.a. im Zusammenhang mit besonders schwerem Fördergut, wie z.B. Karosserien in der Automobilindustrie:

Für solche Anwendungen gibt es die Konfiguration mit einem zweiten Mast. Die Stärke und Flexibilität der Geräte zeigt sich auch in der Handhabung von Standardpaletten in zweifacher und sogar dreifacher Tiefe. Zudem sind die Geräte mit einer bedienerfreundlichen Benutzeroberfläche (PDA) ausgestattet. Ein neu entwickeltes Konzept von Sivaplan löst sich von traditionellen Regalbediengeräten und setzt stattdessen auf eine Kombination aus mehreren Sat-Mobilen und wenigen Senkrechtförderern.

Die Sat-Mobile sind Transferwagen, die auf einer Ebene des Hochregallagers operieren und ein oder zwei Kanalfahrzeuge, so genannte Sat-Geräte, tragen, die jeweils eine Palette in die Tiefe des Kanals transportieren. Die Sat-Mobile selbst wechseln über spezielle Senkrechtförderer die Lagerebenen. Der vertikale Palettentransport geschieht mithilfe von Senkrechtförderern, die jeweils bis zu zwei Paletten transportieren.

Zur Leistungsoptimierung werden die Senkrechtförderer in der Mitte des Regals positioniert. Der Förderer für das Umsetzen der Transferwagen kann hingegen am Ende eines Lagers angeordnet werden. Das flexible Konzept erlaubt einen modularen Aufbau des Lagers und einen schrittweisen Ausbau der Kapazitäten. So kann ein Lager mit zehn Ebenen und vier Sat- Mobilen beginnen und später werden für höhere Leistungen zusätzliche Geräte einfügt. Der Einsatz von zwei Kanalfahrzeugen nebeneinander verlangt einen 2- oder 4-Feld-Regalbau und eine entsprechenden Einlagerstrategie im Lagerrechner.

Stichwort Highspeed Lager
Das Konzept des „Highspeed Lagers” verfolgt die Idee, dass schnell zu bewegende Massen gering gehalten werden müssen. Ein Transferwagen und der Senkrechtförderer bewegen gemeinsam als „totes Gewicht” daher weniger als 10 % eines Regalbediengerätes. Die Technologie lässt sich in allen Temperaturbereichen einsetzen, auch in Tiefkühllagern bis zu einer Temperatur von -30 °C. Bei Ausfall oder Wartung können andere Transferwagen zeitweise die Vertretung übernehmen oder zur Leistungserhöhung in einen anderen Lagerbereich „versetzt” werden. Mit traditionellen Regalbediengeräten sind diese Aufgaben nicht zu lösen. Als weiterer Pluspunkt erweist sich auch die Kompaktheit eines derart ausgestatteten Hochregallagers, da Boden- und Dachfläche sowie Seitenwände deutlich geringer ausfallen.

 

Daifuku Europe Limited, E-Mail: info@daifuku.de, www.daifukueurope.com

Gilgen Logistics AG, E-Mail: info@gilgen.com, www.gilgen.com

Sivaplan GmbH & Co. KG, E-Mail: info@sivaplan.de, www.sivaplan.de

Swisslog AG, E-Mail: info@swisslog.com, www.swisslog.com

Viastore Systems GmbH, E-Mail: info@viastore.de, www.viastore.de

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