Eine Frage der Antriebsphilosophie

18.05.2011

Ganz gleich für welche Anwendung – Hubtische sind unverzichtbare Elemente einer effizienten Logistik. Bei der Frage nach dem Antrieb von Hubtischen scheiden sich allerdings die Geister. Die Nachfrage nach hydraulischen Hubtischantrieben geht weiter zurück, Anwender setzen zunehmend auf mechanisch angetriebene Modelle.

Das gilt besonders für Branchen, die hochwertige Güter und Lebensmittel herstellen. Hier soll der Umgang mit Hydrauliköl vermieden werden. Mechanische Hubtische, deren Plattform von einer Spindel oder einem Riemen bewegt wird, lassen sich besonders gut dort einsetzen, wo viele Hebe- und Senkzyklen entstehen und Höhenniveaus zwischen unterschiedlichen Förderern ausgeglichen werden müssen.

Die zu bewegenden Gewichte sind meist gering und reichen von wenigen 100 kg bis zu 1 000  oder 2 500 kg. Die Kosten des mechanischen Systems liegen jedoch über denen des hydraulischen Verwandten. Mechanisch Hubtische verfügen entweder über einen Spindel-, oder einen Riemenantrieb. Spindelhubtische lassen sich vor allem exakt positionieren, bieten hohe Steifigkeit und halten die angefahrene Position über eine längere Zeitdauer.

Weitere Vorteile sind die hohe Verfügbarkeit von nahezu 100 Prozent, sowie die lange Lebensdauer und der geringe Wartungsaufwand. Mit Traglasten von 100 bis 10 000 kg und Hub-/Senkgeschwindigkeiten bis 600 mm/s bieten Spindelhubtische ein breites Anwendungsspektrum. Eingesetzt werden Spindelhubtische vorrangig in der Automobil-, Lebensmittel-, Luftfahrt- und Chemieindustrie.

Flexlift-Hubgeräte bietet unter anderem einen Riemenhubtisch an, der sich als Standardhubtisch in Kompaktbauweise für einfache Anforderungen in Logistik und Montagelinien eignet. Der Antrieb kann sowohl im Hubtisch als auch außerhalb des Hubtisches vorgesehen werden.

Mit Zykluszeiten bis zu 70 Takten in der Stunde und einer Hub-/Senkgeschwindigkeit von 30 bis 200 mm/s lässt sich der Tisch auch in Förderanlagen einsetzen. Ein für Daimler in Rastatt entwickelter Doppelscherenhubtisch beispielsweise verfügt trotz seiner kompakten Bauweise über einen besonders hohem Hub. Bei einer Bauhöhe von nur 450 mm und einer Tischlänge von 2700 mm kann eine Last von 1 500 kg um 2 800 mm angehoben werden. Je nach Motorauslegung beträgt die Hub- und Senkgeschwindigkeit bis 400 mm/s.

Alternativ zum Hydraulikantrieb werden Hubplattformen immer häufiger mit einem Riemenantrieb ausgestattet. Diese erfordern nur geringen Wartungsaufwand und bieten auch bei hohen Taktzahlen eine hohe  Verfügbarkeit. Das ist vor allem für Betreiber von Logistikzentren interessant, deren Anlagen und System eine entsprechende Betriebssicherheit bieten müssen. Die geringen Mehrkosten gegenüber einem hydraulischen Antrieb werden durch Einsparungen im laufenden Betrieb schnell wettgemacht.

Viele Einsatzmöglichkeiten beim Handling von Paletten und Gitterboxen bietet auch die Baureihe FE von Flexlift-Hubgeräte. Durch seine E-förmige Hubtischplattform lassen sich Lasten bis 2 000 kg mit einem handelsüblichen Gabelhubwagen auf den Hubtisch absetzen. Flexlift-Hubgeräte werden vor der LawecoAuslieferung in einem Dauertest von ca.  1 500 00 Hub-/Senkzyklen ausgiebig geprüft.

Dazu wird jeder Hubtisch mit rund 180 Takten pro Stunde auf und ab bewegt. Auch bei den riemenbetriebenen Hubtischen von Laweco lassen sich die Geschwindigkeiten optimal an die Förderprozesse angrenzender Rollgänge anpassen. Und nicht zuletzt ist die Rückgewinnung der Energie im Senkprozess ein wichtiges Thema.

Zudem ist auch bei beschädigten Riemen ein Notbetrieb möglich, und der Antrieb kann frei zugänglich außerhalb der Hubtische montiert werden. Belt-Line ist ein riemenbetriebener Hubtisch mit einem geräuscharmen und harmonischen Bewegungsablauf sowie großer Hubgeschwindigkeit und Positioniergenauigkeit. Durch seine patentierte Fangvorrichtung entspricht er den Sicherheitsanforderungen von DIN EN 1570.

Der modulare Aufbau ermöglicht den schnellen Austausch der verschleißarmen Komponenten. Besonderer Wert wurde bei der Entwicklung auf ein gutes Lastwechselverhalten gelegt. Der Hubtischhersteller Ventzki hingegen rüstet seine Tische zwar nach wie vor mit hydraulischen Antrieben aus, jedoch wurde das Produktprogramm an Standard-Scherenhubtischen von 1 000 bis 2 000 kg überarbeitet und eine neue Baureihe elektrohydraulischer Scherenhubtische entwickelt.

Durch Änderung weniger Teile lassen sich jetzt mit geringem Fertigungsaufwand mehrere Größen einer Modellreihe herstellen. So sollen sich unterschiedliche Zusatzausstattungen und Sonderwünsche ohne Verlängerung der Lieferzeiten oder hohe Mehrpreise umsetzen lassen.

Besonderes Augenmerk wurde auf die Qualität bei der Verarbeitung gelegt. Der Antrieb besteht aus einem kompakten Hydraulikaggregat mit Unterölmotor. Dadurch lässt sich das Aggregat bei einer Störung schnell austauschen. Da eine Schmierung des Motors entfällt, ist das Gerät wartungsarm. Der aus Metall bestehende Hydrauliktank ist für hohe Temperaturen ausgelegt.

Mit einem Hub von mindestens 800 mm hat der Standard-Scherenhubtisch eine fast konkurrenzlose Bauhöhe von nur 175 mm im eingefahrenen Zustand. Eine Sicherung hindert die Tischplatte daran zu kippen, wenn eine zu große Last exzentrisch auf der Plattform positioniert wird.

Die Tischplatte ist stärker als üblich und aus einem hochwertigen Qualitätsstahl gefertigt, was sie besonders stabil macht. Die Platte ist auf jeder Seite gekantet, wodurch Schweißarbeit entfällt und die Herstellung vereinfacht wird. Um die Hubhöhe einstellen zu können und das Hydraulikaggregat nicht zu überlasten, wenn die Hubbewegung nicht rechtzeitig gestoppt wird, ist der Hubtisch mit einem Induktivsensor als oberen Endlagenschalter ausgestattet.

Meine Meinung
Spindel, Riemen oder Hydraulik? Die Frage des Antreibens von Hubtischen lässt sich nicht eindeutig beantworten und selbst die Hersteller haben keine eindeutige Aussage parat. Ganz egal ab der Anwender besonders Augenmerk auf die Hygiene, die Genauigkeit und/oder Verfügbarkeit legt – die Hersteller haben für Flexliftnahezu jedes Problem die passende Lösung parat. Und auch wenn der Hubtisch längt zu den „Altgedienten“ in der Intralogistik zählt, zum alten Eisen gehört er noch lange nicht.
Leo Breu, Chefredakteur Materialfluss

Flexlift-Hubgeräte GmbH, E-Mail: verkauf@flexlift.de, www.flexlift.de 
Laweco Maschinen- und Apparatebau GmbH, E-Mail: info@laweco.de, www.laweco.de
Ventzki Handling Systems GmbH & Co. KG, E-Mail: info@ventzki.de, www.ventzki.de

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