Technik-Trend Fördertechnik Sorter: Energie sparen, hohe Geschwindigkeiten, modularer Aufbau

27.05.2009

Aus modernen Kommissionier- und Versandprozessen sind Sorter heute nicht mehr wegzudenken. Aber was genau zeichnet moderne Sorter aus? Materialfluss gibt Antworten.

Die störungsfreie Warensortierung ist für die Industrie und den Handel von großer Bedeutung. So vielfältig wie die Sortieraufgaben, so unterschiedlich ist auch das Angebot der Lösungen. Welche Sortiersysteme eingesetzt werden, ergibt sich aus der Beschaffenheit des Ladeguts, den Sortieranforderungen, den gewünschten Leistungen und der Konzeption der innerbetrieblichen Verkehre. Nach wie vor besteht in der Intralogistikbranche eine starke Nachfrage nach leistungsfähigen, aber einfach beherrschbaren Automatisierungslösungen, die kostengünstig sind und einen schnellen Return of Invest bieten. Materialfluss stellt neue Lösungen vor.


Auf engstem Raum transportiert und verteilt der Vertikal-Gurtsorter BS 55 EV von Beumer unförmige Güter und Großstücke schonend, schnell und zielgenau. Die Kippelemente des elektronisch gesteuerten Sorters bilden eine nahezu geschlossene Oberfläche und verhindern so, dass sich Gepäckteile und unförmige Güter verhaken. Der Stahlseilgurt als Zugelement sorgt für eine geräuscharme und energieeffiziente Beförderung auch sperriger Güter, die bei Einschleusung elektronisch vermessen werden. Kaum breiter als die Schalenbreite sortiert der Sorter Güter bis zu einer Länge von drei Metern, einer Breite bis zu einem Meter und einem Gewicht bis 60 kg. Bei größeren Fördergütern können bis zu drei Schalen für ein Fördergut belegt werden. Als Baustein einer maßgeschneiderten Sortier- und Verteiltechnik fügt sich der Vertikal-Gurtsorter auch in beengte Flächen von Flughäfen, Kurier-, Express und Paketdiensten, Logistikzentren und Speditionen ein. Mittels Überkopfeinschleusung werden Frachtgut, Gepäckstücke mit Laschen und Riemen sowie alle lagestabilen Produkte transportiert, die aufgrund ihrer Reibeigenschaften für Kippschalensorter geeignet sind. Dabei erreicht der Sorter Geschwindigkeiten bis zu 1,6 m/s und sortiert bis zu 7 200 Stück pro Stunde.

Bei der Entwicklung wurden Einzelkomponenten wie Fahrschiene, Fahrwagen und Kippschalen aus der Sortiertechnik mit bewährten Komponenten wie Stahlseilgurt, Spannstation und Zugkraftüberwachung aus der Fördertechnik kombiniert. Angetrieben wird der Stahlseilgurt über eine mit einem Drehstromasynchronmotor gekoppelten Antriebstrommel. Durch die seitliche Winkeleinschleusung lassen sich Transportgüter auch an mehreren Stellen des Sorters einschleusen. Die Energieversorgung der Kippelemente geschieht berührungslos. Jedes Kippelement ist mit einer eigenen Motorsteuereinheit ausgestattet und einzeln ansteuerbar. Durch den modularen Aufbau der Sortier- und Verteilanlagen lassen sich individuelle Systemlösungen schnell und unkompliziert umsetzen.
Eine neue Generation von Sortieranlagen führt FKI Logistex derzeit in den Markt ein. Die Sorter LS-4000E und LS-4000 CB basieren auf einer einheitlichen Plattform, die eine hohe Flexibilität in der Systemauslegung erlaubt. Besonderes Augenmerk wurde auf ein zukunftsweisendes Antriebskonzept mit reduziertem Energieverbrauch gerichtet. Bei Steigerung der Systemleistung wird somit gleichzeitig eine Senkung der Summe aus Beschaffungs- und Lebensdauerkosten erreicht.

Der LS-4000E sortiert auf den einzelnen Kippschalen Artikel bis zu einer Größe von 1 x 1 m und einem Gewicht von 50 kg, lässt jedoch auch größere Objekte zu. Der LS-4000 CB gewährleistet eine präzise Positionierung auf dem Quergurt und eignet sich besonders für die Sortierung von Tüten und Paketen mit empfindlichem oder zerbrechlichem Inhalt, wie sie unter anderem von Nachtexpress- und Kurierdiensten transportiert werden.

Durch die Verwendung energiesparender, linearer Synchronmotoren (LSM) reduzieren die neuen Sorter die Stromkosten erheblich, ohne Einbußen bei Geschwindigkeit, Kapazität oder Ausfallsicherheit. Der Hochgeschwindigkeits- LSM arbeitet kontaktfrei, was den mechanischen Verschleiß und die Geräuschentwicklung erheblich reduziert. Durch das kompakte, modulare Design der Systeme mit geringer Bauhöhe und einem Abstand bis zu sechs Metern zwischen den Stützen lässt sich der Sorter auch in bestehende Räumlichkeiten gut  integrieren und der wertvolle Raum ober- und unterhalb der Sorter nutzen. Beide Sortertypen wurden auf der Basis einer einheitlichen Rahmenkonstruktion konzipiert. Dies soll eine schnelle Installation und Inbetriebnahme sowie eine maximale Ausfallsicherheit und Verfügbarkeit gewährleisten. Die modulare Ausführung baut auf Standard-Komponenten auf und ist ausgestattet mit werkseitig geprüften und getesteten mechanischen und elektrischen Bauteilen.

Ein wirtschaftliches Sortiersystem für Liegewaren mit automatischer Ver- und Entsorgung der Endstellen, das in Leistung und Investitionen unterhalb konventioneller Hochleistungssorter angesiedelt ist, ist der psb ringsorter. Der Sorter ist für den mittleren Leistungsbereich konzipiert und kann Sortieraufgaben übernehmen, die bisher an relativ hohen Investitionskosten scheiterten. Durch seinen einfachen mechanischen Aufbau bietet das System bei hoher Verfügbarkeit eine hohe Laufruhe. Angetriebene, rotierende Speichenbänder ermöglichen das sichere Sortieren von Päckchen, Kartons, Briefen, verpackten oder losen Zeitschriften.

Die Zielstellen werden auf einem sich drehenden Außenkranz bewegt. Ist ein Behälter befüllt oder ein Auftrag beendet, wird der betroffene Behälter automatisch ausgeschleust und durch einen leeren Behälter ersetzt. Behälter beziehungsweise Aufträge, für die zur Zeit keine Ware sortiert wird, können ausgeschleust und zu einem späteren Zeitpunkt, wenn wieder Ware für diesen Behälter zur Verteilung bereit steht, wieder eingeschleust werden. Dadurch lässt sich die Anzahl der Endstellen am Sorter virtuell erhöhen. In Kombination mit dem entsprechend der organisatorischen Anforderung ausgewählten psb Softwaremodul selektron ergibt sich ein neues Konzept zur Bewältigung unterschiedlicher Sortieraufgaben im mittleren Leistungsbereich.

In zwei Wochen betriebsbereit
Dürkopp hat einen neuen Split-Tray- Sorter konstruiert, der im Hinblick auf Kosten, Leistungsfähigkeit, Robustheit und Wartungsarmut optimiert ist und sich für alle Sortier- und Zählvorgänge in der Wareneingangserfassung, der Retourenverarbeitung oder Auftragssortierung eignet. Er lässt sich in ein Gesamtsystem integrieren, aber auch als Stand-alone-Insellösung einsetzen. Durch den modularen Aufbau der Software und Steuerungstechnik lässt sich der Sorter innerhalb von zwei Wochen in Betrieb nehmen.

Das Baukastensystem stellt je nach Kundenbedarf unterschiedliche Traygrößen und Ausführungen zur Verfügung. Mit der am weitesten verbreiteten Zellenabmessung von 600 mm x 400 mm können Einzelteile mit Abmessungen bis zu einer Höhe von 200 mm direkt in einen Zielbehälter sortiert werden. Die maximale Leistung beträgt in der Einzeltrayausführung 10 000 Teile pro Stunde, in der Doppeltrayversion – hier können auf der Zellengrundfläche wahlweise ein großes oder zwei kleinere Teile unabhängig voneinander sortiert werden – bis zu 20 000 Teile pro Stunde. Sollen nur kleine Teile wie Bücher und CDs sortiert werden, kann die 4-fach-Tray-Variante mit bis zu 40 000 Teilen pro Stunde eingesetzt werden.

Im einfachsten Fall wird die Sortiermaschine mit der Hand direkt beschickt, automatische Aufgaben mit einer för- dertechnischen Anbindung an andere Funktionsbereiche sind aber ebenso möglich. Die Teile-Identifikation geschieht durch manuelles Scannen am Aufgabeplatz oder durch omnidirektionale Scanner beziehungsweise CCDKameraerkennung auf dem Sorter. Das Lesen eines RFID Tags im Teil durch den Schalenboden hindurch ist ebenfalls vorgesehen, um die Lösung zukunftssicher zu gestalten.

Durch Innen- und Außenkurven lässt sich der Bahnverlauf des Systems flexibel an örtliche Gegebenheiten in bestehenden Gebäuden oder an ergonomische Anforderungen anpassen und kann durch Steigfahrten verschiedene Ebenen oder unterschiedlich Behälterhöhen überwinden. Alle Steuerungsfunktionen, die Applikationssoftware, wie auch Visualisierung und Störmeldesystem sind ausschließlich PC-basiert. Redundant ausgelegte Reibrollenantriebe machen Spannstationen, Schmierung oder Einstellarbeiten überflüssig. Die Vorteile im Überblick

  • kein Verhaken der Güter dank geschlossener Oberflächen
  • hohe Sortergeschwindigkeiten
  • lineare Synchronmotoren senken Energieverbrauch
  • modulare Ausführung mit Standard- Komponenten
  • dadurch flexibler Aufbau möglich
  • schnelle Inbetriebnahme
  • einfache Wartung

Beumer Maschinenfabrik GmbH & Co. KG, E-Mail: beumer@beumer. com, www.beumer.com
Crisplant GmbH, E-Mail: info@crisplant.com, www.crisplant.com
Dürkopp Fördertechnik GmbH, E-Mail: info@duerkopp.com, www.duerkopp.com
psb GmbH, E-Mail: info@psb-gmbh.de, www.psb-gmbh.de

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