Fördertechnik: Induktive Energiesysteme sparen Kosten und verbessern den Produktionsprozess
15.02.2009
Auch in der Lebensmittelindustrie gelten induktive Systeme als besonders saubere Lösung. Dies zeigt auch das Beispiel Geos: Seit 2007 setzt man in Schlanders auf berührungslose Energieübertragung beim Sortieren, Reinigen, Verpacken und Verladen von Äpfeln.
Die Obstanlagen der Genossenschaft Geos sind nicht nur in der Blütezeit eine Reise wert: Sortierung, Reinigung, Lagerung, Verpackung und Vertrieb sind eine logistische Herausforderung, bei der weder Wurm noch Schraube auf die fertig bestückten Paletten gelangen dürfen. Seit 2007 setzen die Genossenschaftler in der Produktion bei der Energieversorgung auf eine induktive Lösung von Conductix- Wampfler. 
„Bevor Vinschgauer Äpfel ihre Reise zum Verbraucher antreten, werden sie sortiert, gereinigt, gelagert, verpackt und auf stabile Holzpaletten verladen – innerhalb von acht Stunden verlassen täglich bis zu 480 Paletten die Produktionsanlagen“, erklärt Geos Produktionsleiter Andreas Hummel.
Vier IPT-betriebene Fahrzeuge sind bei der Genossenschaft zurzeit im Einsatz, von denen sich jeweils zwei auf einer Strecke von 50 m bewegen und die Paletten von einem Fahrzeug auf ein anderes übergeben. Gründe, in diesem Arbeitsprozess auf eine induktive Lösung umzustellen, lagen für die Obstgenossenschaft auf der Hand.
„Vor der Systemumstellung haben wir mit herkömmlichen Kabelschleppraupen produziert, die um ein Vielfaches aufwändiger zu betreiben und zudem äußerst wartungsbedürftig sind und eine starke Lärmbelastung im Produktionsalltag darstellen“, so Hummel: „Durch das IPT-System konnten wir zudem Ausfallzeiten auf nahezu Null reduzieren.“ Die neue batterielose Lösung erfordere nur geringen Wartungsaufwand, arbeite sauber, geräuschlos und spare Platz durch den Wegfall von Ladestationen. „Wir sind mit der neuen Anlage hochzufrieden und planen bereits eine Weitere. Die Einrichtung der Anlage durch die Firmen Longobardi und Conductix- Wampfler wurden schnell und unkompliziert abgewickelt“, so Hummel.
Stichwort IPT-Bodensysteme
Für den Betrieb von IPT-Systemen, die im Boden eingebaut sind, gelten einige spezielle Aspekte. So kann die Leiterschlaufe beispielsweise so in den Boden eingebracht werden, dass eine durchgängige Versorgung der Fahrzeuge entlang des gesamten Verfahrweges sichergestellt ist. Auch Querverkehr beispielsweise durch Gabelstapler kann auf diese Weise besser gemanagt werden.
Damit definiert die Leitungsverlegung im Prinzip auch schon den Verfahrweg der Fahrzeuge. Mittels iDAT ist es möglich, das um die Leiter erzeugte Feld zu erkennen, daraus ein Führungssignal für die Fahrzeuge auszugeben und damit das Fahrzeug zu führen. Aufwändige und störende Führungsschlitze werden überflüssig. Beliebige Bahnverläufe sind realisier- bar, solange durch die geometrische Anordnung sichergestellt ist, dass die Abnehmer sich immer innerhalb des definierten Feldbereiches befinden. Weichen, Kreuzungen, etc. können jederzeit realisiert werden. Auch Daten werden mit iDAT übertragen. Dadurch ist man in der Lage, auf W-LAN zu verzichten und weniger „Strahlen“ in der Produktion zu haben.
Kosten sparen
Der Wegfall von mechanischen oder galvanischen Kontakten bei der Energie- und Datenübertragung ist der entscheidende Vorteil der berührungslosen Variante. Fördertechnikanlagen werden so unanfällig gegen Umgebungseinflüsse. Mechanischer Abrieb als Ursache für Wartung kommt praktisch nicht mehr vor. Betriebskosten können gespart werden. Einsätze in rauen, z. B. durch Wasser und Öl verschmutzten Umgebungen, sind möglich. Flächen können uneingeschränkt genutzt werden.
„Die IPT-Lösung sorgt in der Produktion bei Geos für einen sauberen, ebenerdigen Hallenboden. Die von uns gebauten Transportfahrzeuge können problemlos navigieren. Auch für die Mitarbeiter ist das komfortabler“, erklärt Franco Kok von der Firma Longobardi, die die Transportfahrzeuge und die Anlagen für Geos gebaut hat. „Dank IPT und der verlässlichen Zusammenarbeit mit Conductix- Wampfler haben wir maßgeschneiderte Lösungen für unsere Kunden entwickelt. Die Vorteile der berührungslosen Energieübertragung liegen auf der Hand – auch bei der Obstgenossenschaft Lana konnten wir mittlerweile eine solche Lösung realisieren“, so Kok weiter.
Laut Giovanni Bonetta, Global Marketing Coordinator bei Conductix- Wampfler, ist der Nutzen von Bodentransportsystemen in der Lebensmittelindustrie wie bei Geos damit eindeutig. Durch die induktive Energieübertragung kann der Produktionsprozess deutlich verbessert werden. Die offenen, verschmutzungsanfälligen Kontakte in der Bodenfläche mit Beschränkung auf maximal 50 V können durch eine Lösung ersetzt werden, die keine Kontaktflächen mehr hat und die unsichtbar in den Boden eingebaut werden kann.
„Insgesamt muss aber beachtet werden, dass die Kostendifferenz zwischen induktiver und konventioneller Lösung sehr stark anlagenabhängig ist und es keinen fixen Kostenfaktor gibt“, erklärt Bonetta.
Kurzfristig wird die induktive Technik die konventionellen Lösungen in der Lebensmittelindustrie sicherlich nicht vollständig ersetzen. Bewährtes und Neues werden sich ergänzen. Die Vorteile induktiver Lösungen werden in einigen Anwendungen aber eindeutig sein.
Obstgenossenschaft Geos, IT-39028 Schladers,
Conductix-Wampfler AG, E-Mail: info.de@conductix.com, www.conductix.com
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