Fördertechnik & Komponenten

Ohne Mühe hoch hinaus

Wer ohne großen Aufwand Waren horizontal fördern will, setzt oft auf Elektrohängebahnen. Doch bei Steigungen gingen diesen bisher recht schnell die Puste aus. Das hat nun ein Ende.

Der Bereich Conveyor Systems des international tätigen Systemanbieters für Oberflächentechnik, Materialfluss-Automation, Umwelt- und Thermoprozesstechnik, Eisenmann hat Anfang 2010 eine steigfähige Elektrohängebahn (EHB) ins Programm genommen. Mit diesem Materialfluss-System können künftig im Rahmen der innerbetrieblichen Logistik große Höhenunterschiede und Steigungen problemlos und ohne großen Aufwand in den Materialfluss miteingebunden werden.

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Elektrohängebahnen gelten als schnelle, zuverlässige und flexible Transportmittel, die gleichzeitig eine hohe Durchsatzleistung ermöglichen. Mit der Standard-EHB des Böblinger Anlagenbauers konnten auch bisher kleine Steigungen zwischen zwei und zehn Grad bei Nutzlasten bis zu 1 000 kg bewältigt werden. Dazu wurden die konventionellen Fahrwerke mit stärkeren Antrieben oder externen Hilfsschleppern bestückt. Wenn große Steigungen auf kleinem Raum zu überwinden waren, setzte man alternativ dazu Hubstationen ein, was sich jedoch auf Investitionskosten und Durchsatzleistung auswirkte.

Die neue steigfähige EHB kann beispielsweise Lasten bis zu 300 kg über Steigungen von 30° transportieren. Theoretisch können alle Steigungen zwischen 0° und 45° überwunden werden, bei größeren Steigungen reduziert sich allerdings die transportable Nutzlast. Die dabei zum Einsatz kommenden EHB-Fahrwerke benötigen keine externen Steighilfen. Um das Steigen ohne Hilfsmittel zu ermöglichen, werden die EHB-Fahrwerke mit einer Anpresseinheit ausgestattet. Sie erhöht die Reibung auf der Schiene und hält das Fahrwerk dadurch in der schiefen Ebene.

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Je nach Gewicht der Last besteht die Möglichkeit, Monofahrwerke oder – bei Nutzlasten über 100 kg – Fahrwerke mit Vor- und Nachläufer einzusetzen. Bei der letzteren Variante befindet sich die Anpresseinheit am Vorläufer. Die Fahrwerke bestehen darüber hinaus aus denselben Komponenten wie bisher. Zu dieser bewährten Technik zählt auch die frei programmierbare Fahrwerksteuerung mit parametrierbarem Abstandssensor und kontinuierlicher Wegerfassung.

Damit die Last auch in der Steigung waagrecht gehalten werden kann, müssen die Gehänge beweglich befestigt werden. Bei den Fahrwerken mit Vor- und Nachläufer bedient man sich dabei in der Regel einer Traverse, die je nach Transportgut unterschiedlich gestaltet ist. Bei den Monofahrwerken kann das Stückgut meist direkt oder über eine kurze Traverse angehängt werden. Um einen gefahrlosen Betrieb zu gewährleisten, sind entlang der EHB-Strecke Absturzsicherungen angebracht.

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Die Geschwindigkeiten der Fahrwerke liegen in der Ebene bei 60 m/min und in Steigungen beziehungsweise Gefällen bei 40 m/min. Dank der steigfähigen EHB sind künftig flexiblere Streckenführungen möglich, da sowohl kleinere Kurvenradien gefahren als auch Höhendifferenzen in Gebäuden problemlos überwunden werden können. Beim Einsatz der steigfähigen EHB-Fahrwerke ergibt sich zudem ein Einsparpotenzial im Vergleich zur Ausstattung mit stärkeren Antrieben oder externen Hilfsschleppern. Sind schwerere Lasten zu transportieren oder größere Steigungen zu überwinden, kann nun auch auf die Anschaffung teurer Hubstationen verzichtet werden. Dies wirkt sich zudem positiv auf den Durchsatz einer Anlage aus, weil die beim Einsatz von Hubstationen notwendige Taktung des EHBSystems entfällt.

„Wir sehen ein großes Marktpotenzial für die steigfähige EHB, da wir durch sie noch flexibler auf die Wünsche und Bedürfnisse unserer Kunden eingehen können“, so Ralf Weiland, Senior Vice President Conveyor Systems, Eisenmann Anlagenbau GmbH. Mit diesem Produkt erweitert das Unternehmen seine Produktpalette im Bereich der Materialfluss-Automation und bietet eine technische Innovation an, mit der Investitionskosten maßgeblich gesenkt werden können bei gleichzeitiger Vereinfachung der individuellen innerbetrieblichen Materialfluss-Lösungen.

Das neue Produkt wurde auf der Testanlage für Elektrohängebahnen im Eisenmann- Vormontagezentrum entwickelt und auf Herz und Nieren geprüft. Dank dieser dauerhaften Einrichtung kann das Unternehmen nicht nur die Funktion neuer Produkte testen, sondern auch die praktische Umsetzung konkreter Kundenwünsche. So können beispielsweise Vorabnahmen in kleinerem Rahmen bereits in frühen Stadien eines Auftrags oder auch Schulungen direkt am System durchgeführt werden.

Berg

Die Vorteile

  • große Höhenunterschiede stellen kein Problem mehr dar
  • flexiblere Streckenführung
  • Verzicht auf Hubstationen
  • geringere Investitionskosten

Eisenmann, E-Mail: [email protected],

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