Bedarfsgerechte Spezialisten
17.03.2010
Bei Regalbediengeräten gibt es mehr als nur einen Klassiker. Dies geht stufenlos bis hin zu Anlagen, die ganze Container bewegen können. Doch auch hier werden Standards verwendet.Auch im Bereich der Regalbediengeräte (RBG) wird gerne von Standardgeräten gesprochen. Damit wird im allgemeinen ein Gerät zum Handling von Euro-Paletten mit einer Nutzlast von 1 t zur einfach- oder doppeltiefen Einlagerung bezeichnet.
Logistiksysteme werden in der Regel jedoch nicht für ein solches Standardgerät konzipiert, sondern Rahmenbedingungen wie Ladegut, Gebäude, Regal, angrenzende Peripherie, etc. bestimmen die notwendige Ausprägung des Regalbediengeräts.
Während einige Parameter wie z.B. die Höhe noch einfach über einen Standard- Baukasten konfiguriert werden können, resultieren insbesondere aus dem Ladegut gravierende Merkmalsunterschiede, die weit mehr in den Aufbau der Geräte einwirken. Auch hier ist es das Ziel, bekannte und getestete Baugruppen möglichst flexibel zu nahezu beliebigen Variationen des Gerätes zusammenzustellen.
Es zeigt sich sehr schnell, dass nicht nur das Gewicht oder die Form des Ladegutes, sondern häufig auch die organisatorischen Rahmenbedingungen bzw. Anforderungen des Kunden zu sehr speziellen Lösungen beim Gerät führen. Dieser Herausforderung stellt sich die Mias GmbH bereits seit Jahren und hat sich in der Konstruktion, Fertigung und Montage solcher Geräte, die exakt auf die Anforderungen des jeweiligen Kunden zugeschnitten werden, spezialisiert.
Keine Standard-Lösung
Ein Beleg dafür sind laut Mias-Geschäftsführer Johannes Fottner unter anderem RBG-Lösungen für den Air- Cargo-Bereich. Hier werden ULD, 10 und 20 Fuß Container mit Gewichten von bis zu 15 t in Regale ein-/ausgelagert. Allein schon die Abmaße und das Gewicht der Container lassen erahnen, dass hier ein so genanntes „Standardgerät“ keine Lösung sein kann. Trotzdem kommen auch in diesem Bereich Standard- Baugruppen wie z.B. das Mastkonzept, Hubeinrichtung, Fahrwagen, Laufräder, zum Einsatz, die bedarfsgerecht zusammengestellt und durch spezifische Baugruppen ergänzt werden. Bei Geräten dieser Ausprägung spricht man auch von so genannten ETV (Elevating Transfer Vehicles).
Ein weiteres Beispiel für Einsatzbereiche mit sehr speziellen Anforderungen an das RBG sind der Transport von Papierrollen. „Die Mias GmbH hat gemeinsam mit ihren Partnern hier bereits etliche Projekte realisiert, wobei z.B. Papierrollen mit bis zu 3,5 t und einer Länge von 2 800 mm in einer Höhe von 35 m ein-/ausgelagert werden. Neben den hohen Anforderungen an das RBG spielt hier das Lastaufnahmemittel, im genannten Beispiel ein Teleskoptisch aus dem Hause MIAS, eine entscheidende Rolle für die Funktionalität und Zuverlässigkeit der Anlage, da nicht nur hohe Lasten zu handhaben sind, sondern dies auch wegen der Empfindlichkeit des Gutes gegenüber Beschädigungen mit extrem hoher Sensibilität geschehen muss. Neben Teleskoptischen unterschiedlichster Bauart werden aber auch gänzliche andere Lastaufnahmemittel, wie z.B. Shuttles, auf dem Hubrahmen implementiert und damit bedarfsgerecht Lösungen umgesetzt“, ergänzt Fottner.
Wie auch beim ETV kommen Standard- Baugruppen zum Einsatz, die bereits mehrfach in den verschiedensten Varianten von Geräten erprobt wurden. Fottner: „Recht schnell ist zu erkennen, dass in den unterschiedlichsten Branchen die verschiedensten Lösungen gefragt sind und das „Standardgerät“ eben keine Lösung darstellt. So hat Mias für den Transport von Türstapeln zusammen mit einem Logistikanbieter ein gänzlich neues Greiferkonzept umgesetzt, das es erlaubt, Türstapel mit einer breiten Varianz an Türen in einem Regal auf, bzw. abzustapeln und damit direkt im Regal den Kommissioniervorgang durchzuführen. Es wird damit eine deutlich erhöhte Effizienz des Gesamtvorgangs Lagern/Kommissioniern durch das Zusammenlegen mehrerer Funktionsschritte erreicht.“
Neben dem Gerätedesign war hier vor allem eine innovative Lösung gefragt, die bei geringer Stückzahl an Geräten erfolgreich und wirtschaftlich effizient umsetzbar ist. Basierend auf langjährigen Erfahrungen und dem Auge für das Machbare konnte auch für diese außergewöhnlichen Anforderungen eine optimale und den Bedürfnissen vollauf gerecht werdende Lösung gefunden werden. Neben der Anpassung an physikalische Rahmenbedingungen müssen Regalbediengeräte häufig auch organisatorischen Anforderungen gerecht werden. Es sind Lösungen gefragt, die sich im Normalfall nicht mit einem Standardgerät abdecken lassen. Bei der Umsetzung eines Notfallskonzeptes hat die Fa. Mias eine Lösung implementiert, die es ermöglicht im Notfall manuell die Gasse zu wechseln.
Somit kann ohne aufwendige Kurventechnik bei Bedarf ein Gerät manuell von einer in die andere Gasse umgesetzt werden und so der Betrieb von zwei Gassen im Notfall mit einem Gerät aufrechterhalten werden. Aber nicht nur bei der Konzeption flexibler Lösungen für neue Regalbediengeräte sieht sich Mias als kompetenter Partner: „Bei der Sanierung von bestehenden Anlagen übernehmen wir vornehmlich den Austausch, Ersatz oder Umbau der mechanischen und elektrischen Komponenten am RBG. In zahlreichen Projekten konnte die Verfügbarkeit von Anlagen wieder auf das Niveau von Neuanlagen gebracht und die Funktionalität nachhaltig verbessert werden. Auch im Retrofit kommen bewährte Standard-Baugruppen zum Einsatz, so dass unser Know-how bestmöglich unseren Kunden zugute kommt“, erläutert Fottner.
Stichwort Green Logistics
„Auch der immer wichtiger werdende Aspekt von „Green Logistics“ kann in die Realität umgesetzt werden, denn nur optimal bedarfsgerecht angepasste Anlagen gehen so wirtschaftlich wie möglich nicht nur mit der eingesetzten Energie um und verwenden Energierückspeisungssysteme beim Bremsen, sondern erlauben eine nachhaltige Schonung der Umwelt auch durch optimale Nutzung des zur Verfügung stehenden Raumes und damit eine direkte Erhaltung der Ressource Umwelt, zeigt Fottner auf: „Dem Bestreben nach individuellen, dem jeweiligen Einsatzfall optimal angepassten Lösungen kann somit Rechnung getragen werden, ohne auf die Vorteile von vielfach getesteten Komponenten bzw.
Baugruppen verzichten zu müssen. Ziel müsse es sein, auch die daraus resultierenden Sonderprodukte als Standardkonfiguration in effizienter Kleinserie herzustellen und als auf den jeweiligen Kundenfall abgestimmtes Gesamtsystem umzusetzen.
Mias GmbH, E-Mail: vertrieb@mias-muc.de, www.mias-muc.dea
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