Förder- & Hebetechnik

AKL mit flexiblen Strukturen

Für seine modulare Fabrik hat Dornbracht mit einem Intralogistiker eine flexible Gesamtlösung entwickelt, in deren Mittelpunkt zwei AKLs stehen. Durch das neue Konzept sind Strukturen geschaffen worden, die sich schnell an wechselnde Gegebenheiten anpassen lassen.

Basis für das Strukturgebermodell der Aloys F. Dornbracht GmbH & Co. KG, Iserlohn, die zu den international führenden Produzenten hochwertiger Design-Armaturen und -Accessoires zählt, ist die physikalische und organisatorische Trennung einzelner Bereiche nach Funktionen, Daten und Prozessen. Als Ergebnis verzeichnet der Hersteller eine hohe Wandlungsfähigkeit seiner Fabrik, einschließlich der Intralogistik.

Förder- & Hebetechnik: AKL mit flexiblen Strukturen
Die AKL sind in das flexible Strukturgebermodell von Dornbracht eingebunden, das es erlaubt, beispielsweise die Materialflüsse unabhängig vom Lager und von der Kommissionierung rasch auf neue Bedingungen abzustimmen.

Eines der zwei automatischen Kleinteilelager für Behälter und Tablare, die beide von psb intralogistics geliefert worden sind, nutzt der Betreiber im Bereich seiner Montageversorgungslogistik. In fünf Gassen mit einfachtiefer Lagerung fährt jeweils ein Regalbediengerät psb sprinter. Matthias Dornbracht wählt auf seinem Computer ein Foto des AKL aus und bewegt den Cursor über eine Rollenbahn. „In diesem Fall sind allein die peripheren Förderer die modularen Strukturgeber, während der Lagerblock aufgrund seiner Ausmaße starr aufgebaut ist.“

Psb intralogistics hat das rund 14 m hohe und 31,5 m lange AKL für eine maximale Umschlagleistung von 550 Doppelspielen in der Stunde ausgelegt. In etwa 26.000 Lagerfächern mit Grundmaßen von 600 x 400 mm stehen Stapelbehälter in Höhen von 68 und 285 mm, die beladen bis zu 40 kg wiegen dürfen. Kleinere Kästen, die die Fächer nicht komplett ausfüllen würden, stellt Dornbracht auf Tablare. Das AKL puffert Rohmaterial aus der eigenen Fertigung, beispielsweise aus der Galvanik, Poliererei und Schleiferei. Hinzu kommen Kaufteile, wie Schrauben und Rosetten für Armaturen. Zurzeit lagert der Betreiber hier nur ganze Behälter aus. Bei Bedarf könnte er in kurzer Zeit eine Kommissionierung als weiteren Strukturgeber angliedern.

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Matthias Dornbracht deutet auf Wandfotos von Bädern und Küchen, auf denen Armaturen in verschiedensten Designvarianten Akzente setzen. „Wir montieren unsere Produkte aus circa 25.000 Einzelteilen in Losgrößen von monatlich 20 bis 30 Stück. Damit verbunden ist ein hoher logistischer Aufwand, der sich nur mit einem AKL bewältigen lässt.“ Das automatische Kleinteilelager verbindet den Wareneingang und Warenausgang sowie die Produktion und Montage miteinander. Fehler schließt dabei die Software psb selektron aus, die die Artikel jeweils über die Behälterbarcodes korrekt zusammenführt. Bei manuellen Abläufen wäre dagegen eine Verwechslungsgefahr gegeben, da viele der Komponenten, die das Unternehmen in dem AKL bevorratet, gleichartig aussehen.

Verglichen mit der früheren Lösung ist die aktuelle schon deshalb effektiver, weil psb die ohnehin starke Leistung der RBG, die beim Verzögern der Fahr- und Hubantriebsachsen Energie zurückgewinnen, noch gesteigert hat. Außerdem ist der auf einer tieferen Gebäudeebene liegende Wareneingang heute durch einen Schrägförderer zeitsparender an das automatische Kleinteilelager angebunden, als zuvor durch das damals genutzte Hubsystem. Ferner hat man die Montageversorgungslogistik, deren Mittelpunkt das AKL bildet, so gestaltet, dass in den vorhandenen Strukturen des Produktionsgebäudes 1 zusätzliche Kapazitäten entstanden sind.

Komplett modular

Aus dem zweiten AKL, das psb für langsam drehende Teile in Halle 4B des Werkes installiert hat, beliefert der Betreiber die dort angesiedelte Montage. Kommissioniert wird manuell via Pick-by-Light aus 60 Durchlaufkanälen. In der rund

Förder- & Hebetechnik: AKL mit flexiblen Strukturen

30 m langen Gasse des etwa 5,4 m hohen Tablar- und Behälterlagers erreicht das Regalbediengerät psb sprinter eine Umschlagleistung von bis zu 108 Doppelspielen je Stunde. Dieses AKL verfügt über circa 1.500 Fächer im Grundmaß von 600 x 400 Millimetern. Es ist inklusive Mechanik, Steuerung und Software modular und damit, konträr zum starren Lagerblock in der Montageversorgungslogistik, komplett nach dem Strukturgebermodell ausgelegt. Insofern wäre es beispielsweise möglich, das AKL in andere Hallen umzuziehen.

Matthias Dornbracht klopft mit der Hand auf die Konstruktionszeichnung einer Armatur. „Durch unsere komplexen Endprodukte, von denen wir im Bereich der Langsamdreher jährlich ungefähr 2.500 in Losgrößen von eins bis fünf fertigen, kommen wir hier auf fast 20.000 Lagerteile. Angesichts dieser Artikelvielfalt, die sogar noch wächst, müssen wir die Abläufe für Schnell- und Langsamdreher aus ökonomischen Gründen trennen und haben daher ergänzend in das zweite AKL investiert.“

125 Jahre psb

Seit 1887 verbindet sich ein Familienname mit der industriellen Entwicklung der Region: Klein. Im Jubiläumsjahr 2012 lenkt Werner Klein als Urenkel von Franz Klein die psb intralogistics GmbH in Pirmasens und fasst seine

Generationsgedanken wie folgt zusammen. Das Jubiläumsjahr 2012 steht unter dem Motto Innovationen für Generationen – 125 Jahre psb. Der Slogan bringt zum Ausdruck, dass in unserem Haus nur mit neuen Ideen und innovativen Produkten der Blick nach vorne gerichtet ist – dies ist das Fundament, auf dem das Unternehmen steht. Das galt für die letzten 125 Jahre in der Unternehmensentwicklung genauso wie es für die Zukunft gilt.

Förder- & Hebetechnik: AKL mit flexiblen Strukturen

Dornbracht Deutschland GmbH & Co.KG, D-58640 Iserlohn, Tel.: 0 23 71/4 33-4 70, Fax: 4 33-1 36, E-Mail: [email protected], www.dornbracht.com

psb intralogistics GmbH, D-66955 Pirmasens, Tel.: 0 63 31/7 17-0, Fax: 7 17-1 99; E-Mail: [email protected], www.psb-gmbh.de

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