Nur für wirklich harte Gesellen

11.07.2011

Ein Stapler muss schon was aushalten, wenn er in einer Gießerei eingesetzt werden will – und das bezieht sich nicht allein auf die Hitze.

Schmelzprozesse sind ohne schwere Gabelstapler nicht denkbar. Deshalb suchte Georg Fischer ein zuverlässiges, wendiges Hochleistungsgerät zum Verfahren feuerflüssiger Massen. Schmelzerei und Werkslogistik nahmen Kontakt zum Cargotec-Konzern mit seinem Premiumprodukt Kalmar auf. Verkaufsleiter Frank Ende von Cargotec spezifizierte einen Frontstapler DCE 160-1200. Ausgelegt wurde das Gerät für 14 500 kg Nutzlast bei 750 mm LSP. Ausgestattet mit einem Drehgerät bewegt der Stapler den leer 7,5 t schweren Konverter, welcher 6,5 t Schmelze fasst.

„Stapler in Gießereien unterliegen härtesten Beanspruchungen. Temperatur, Erschütterungen, Luftqualität und die enorme Gefahr, die von der bis zu 1 500° C heißen Fracht ausgeht, sind die wichtigsten Größen“, so Ende weiter. Kalmar konzipierte einen exakt auf die Aufgabe angepassten Frontstapler. Wichtigste Zusatzausstattung ist eine Dafo-Feuerlöschanlage, welche Motorraum und Kabine mit einer Emulsion löscht. Eine manuell entriegelbare Bremse ermöglicht im Bedarfsfall ein schnelles Herausschleppen des Staplers aus der Gefahrenzone. Eine zusätzlich im Kontergewicht montierte Hydraulikbedienung bietet die Option, dass die Hydraulikfunktionen auch außerhalb der Kabine betätigt werden kann.

Makrolon- und Lexan-Zusatzscheiben, montiert an den Scheinwerfern, Frontscheiben und Dach erhöhen die Sicherheit gegen Metallspritzer. Hydraulikschläuche mussten feuerfest ummantelt werden und Abhängematten an den Staplerseiten verhindern unkontrollierten Funkenflug unter das Gerät. Zusatzscheinwerfer und ein akustisches Rückfahrsignal erhöhen die Sicherheit für die in unmittelbarer Umgebung der Maschine arbeitenden Kollegen.

Der verstärkte Gabelträger nimmt das stabau-Drehgerät auf, welches den Konverter endlos zu drehen vermag – dieser wird formschlüssig aufgenommen und anschließend verbolzt.
Rund 4 000 Betriebsstunden/Jahr leistet das Großgerät, dessen Serviceintervalle auf 400 h verdichtet wurden. Etwa vier Jahre wird der DCE 160-1200 in diesem harten Job arbeiten, danach soll er, so Thomas Sickert, Leiter Schmelzerei, als Standby-Maschine genutzt werden.

Härteste Anforderungen an den Stapler stellt nicht die Hitze des Ladegutes sondern die Zugabe von Magnesium und anderen Stoffen in den senkrecht gestellten Konverter. Heftige Reaktionen belasten Konverter, Anbaugerät und Gabelstapler, weswegen die Anzahl der Rollen im Hubgerüst erhöht und ihr Abstand verringert wurde. So werden die Kräfte perfekt abgleitet und das bei minimierter Belastung des Mastes.

Bewährt hat sich das schwedische Großgerät allerbestens, dazu trägt die hohe Verfügbarkeit ebenso wie leichte Bedienung und die gute Übersicht aus der geräumigen, speziell für diesen Einsatzfall modifizierten Kabine des Typs Kalmar FlexCab bei. Serviceparter Kirchner-Gabelstapler ist für die Wartung der Maschine zuständig.

Über Georg-Fischer

Der Georg-Fischer-Konzern erwirtschaftet im Geschäftsfeld Automotive mit 5 400 Mitarbeitern rund GF 04835 Mio. Euro. Zu der Gruppe gehört seit 1995 auch ein Unternehmen des ehemaligen Kombinates Gisag mit Sitz in Leipzig. Dieses Unternehmen produziert heute mit 270 Mitarbeitern Achskörper für die Nutzfahrzeugindustrie, Rahmen für Traktoren sowie Teile für Roboter und Windkraftanlagen – derzeit ist die Produktion mit 4 000 t/Monat bestens ausgelastet.

Cargotec Germany GmbH,
www.cargotec.com

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