Leise und sauber durch‘s Spital
18.03.2010
Damit im Universitätsspital Zürich Wäsche oder Apothekenartikel schnell in den Stationen ankommen, ist eine sorgfältige Logistik-Planung notwendig. Dabei helfen Schlepper, die mittels einstellbarer Fahrprogramme individuell an die Bedürfnisse des Fahrers angepasst werden können.
Wenn Isa Muska sich auf sein Elektromobil schwingt, dann fühlt er sich nicht zwingend wie bei der Arbeit. Denn sein Weg führt ihn dann vorbei an einer Post und einem Restaurant. Weiter hinten prangt das Logo einer Bank. Der Abzweig nach links führt zu einer Wäscherei, der nach rechst weist zu einer Großküche. An einer roten Ampel muss er kurz halten. Muska befindet sich aber nicht in einem futuristischen Elektroauto in einer xbeliebigen Stadt, sondern in einem unterirdischen Gangsystem des Universitätsspitals Zürich. Und das Elektromobil ist sein Schlepper. Ein EZS 570 aus dem Hause Jungheinrich. Daran, dass die Behandlung der insgesamt knapp 160 000 Patienten pro Jahr ordnungsgemäß verläuft, hat auch die innerbetriebliche Logistik einen großen Anteil.
„Denn täglich, und das 365 Tage im Jahr, müssen Essen, Wäsche, Abfälle, aber auch Apothekenartikel, Transfusionen und vieles mehr gefahren werden“, erläutert Markus Bissegger, Leiter Warentransport im Universitätsspital Zürich. So gibt es allein über 20 km Gänge, die sich in zwei Etagen unterhalb des Krankenhauses befinden und so alle Stationen versorgungstechnisch miteinander verbinden.
„Wenn man jeden Gang nur einmal durchfahren würde, wäre man mit dem Schlepper hier gute drei Stunden unterwegs – mindestens“, sagt Bissegger. Doch auf Grund der sorgfältigen Planungen im Universitätsspital Zürich sind die logistischen Abläufe nicht nur gut durchdacht, sondern auch besonders effizient. Beispiel Wäsche: In einer externen Wäscherei wird die Schmutzwäsche des Krankenhauses gewaschen und hygienisch aufbereitet. Die Anlieferung der sauberen Wäsche erfolgt per Lkw. Nach der Entladung wird der Inhalt der Lieferung sofort kontrolliert. Defekte Artikel werden ausgesondert und ersetzt. Markus Bissegger: „Anschließend erfolgt die Beladung der Wäschewagen gemäß der Bestellungen aus den Stationen.“
Austausch voll gegen leer
Um die Wäsche schnell an den jeweils richtigen Übergabepunkt – den Stationsfahrstühlen in den entsprechenden Abteilungen – zu bringen, werden bis zu fünf Wäschewagen, die insgesamt bis etwa 200 kg auf die Waage bringen können, mittels Schlepper durch das unterirdische Gangsystem verfahren. Am Ziel angekommen erfolgt der Austausch der Wäschewagen – voll gegen leer.
Die Schmutzwäsche selber wird auf den Stationen in speziellen Säcken eingesammelt und zum Transport zur Aufbereitung in der externen Wäscherei vorbereitet. Für den Transport der Wäschewagen durch das unterirdische Gangsystem werden unter anderem Schlepper aus dem Hause Jungheinrich genutzt. Diese sind mit leistungsstarken 48-Volt-Motoren ausgestattet. „Dies ist ursächlich für die kraftvolle Beschleunigung dieser Fahrzeuge, was sich insbesondere an den Steigungen in den Gängen auszahlt“, erläutert Thomas Amstutz, Jungheinrich-Fachberater für die Ostschweiz und Zürich.
Die wartungsfreien Drehstrommotoren sind zudem energiesparend, „und führen auch zu einer deutlich verlängerten Einsatzzeit unserer Schlepper im Vergleich zu Fahrzeugen derselben Leistungsklasse.“ Möglich werde dies unter anderem durch einen besonders hohen Wirkungsgrad des EZS 570 aus dem Hause Jungheinrich. Hinzu komme eine effiziente Abstimmung zwischen Fahrmotor und Fahrsteuerung sowie das generatorische Abbremsen des Schleppers. Amstutz: „Hierbei wird nicht verbrauchte Energie direkt wieder in die Batterie zurückgespeist.“
Zu den Besonderheiten des Jungheinrich- Schleppers gehört zudem eine elektrische Parkbremse, die dann automatisch einfällt, wenn das Fahrzeug steht. „Wir benötigen keine zusätzliche Handbremse mehr“, freut sich Isa Muska, „was das Anfahren des voll beladenen Schleppers an den Steigungen nun sehr, sehr einfach macht!“ Beim Anfahren löst sich die Bremse ebenfalls automatisch, so dass das Fahrzeug nicht zurückrollen kann.
Personengebundene Geräte
Die Jungheinrich-Schlepper im Universitätsspital Zürich sind dank eines speziellen Zugangsmanagements personengebunden. Bei diesem Zugangsmanagement, dem sogenannten ‚Jungheinrich ISM’, handelt es sich um ein System, das die selektive Zugangskontrolle zu den Flurförderzeugen, die Aufzeichnung von Informationen über den Einsatz der Stapler und deren Auswertung ermöglicht.
„Das hat den Vorteil, dass die Fahrer selber für den Zustand der Geräte verantwortlich sind“, so Bissegger. Dies betrifft in aller Regel die Überprüfung des Batteriezustands sowie die Wartung und Pflege der Fahrzeuge. Mit dem Jungheinrich ISM können darüber hinaus auch Gewaltschäden nachweislich reduziert werden“, erläutert Oliver Rosenthal, Produktmanager Schlepper bei Jungheinrich, „indem Erschütterungen gemessen werden und das Fahrzeug gegebenenfalls automatisch auf Schleichfahrt wechselt oder sogar komplett stoppt, sollten die Erschütterungen zu stark sein.“
Außerdem kann das Fahrverhalten des Jungheinrich-Schleppers EZS 570 mittels drei einstellbarer Fahrprogramme individuell an die Bedürfnisse des einzelnen Fahrers angepasst werden. Auch wird beispielsweise die am Fahrpedal vorgegebene Geschwindigkeit in jeder Fahrsituation, also auch an Gefällen und Steigungen, stets beibehalten. Durch die zumeist engen Gänge des Unispitals in Zürich lässt sich der EZS 570 „dank der elektrischen Lenkung und eines speziellen Lenkrades, dem JetPilot, nahezu kinderleicht steuern“, so Amstutz weiter.
Darüber hinaus musste das Fahrerschutzdach des Schleppers angepasst werden, da die lichte Höhe in manchen Tunnelbereichen eine niedrigere als die standardmäßige Bauhöhe des Fahrzeugs erforderte. Der Wendekreis des Schleppers beträgt nur 1 200 mm. „Man hat beinahe das Gefühl, auf der Stelle zu drehen“, erzählt Isa Muska. Die Geschwindigkeitsregulierung ‚Jungheinrich Curve Control’, die die Fahrgeschwindigkeit des Schleppers im Verhältnis zum Lenkwinkel automatisch reduziert, stellt darüber hinaus sicher, dass der Fahrer im Universitätsspital Zürich auch die noch so engen Stellen mit Bravour meistert – egal ob es dabei zum Restaurant, zur Bank oder ‚nur’ zur Wäscherei geht.
Universitätsspital Zürich, www.usz.ch
Jungheinrich AG, E-Mail: info@jungheinrich.de, www.jungheinrich.de
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