FTS: Modernisierung, Leistungssteigerung und bessere Koordination mit neuen fahrerlosen Transportsystemen
02.06.2009
Da die fahrerlosen Transportsysteme von Deutz in die Jahre gekommen waren, entschloss sich der Motorenhersteller, diese zu erneuern und gleichzeitig zu verbessern. Das Problem dabei: Der Faktor Zeit.
Ob in mobilen Arbeitsmaschinen oder im Automotive-Bereich, ob bei der Marine oder in der Landtechnik, überall finden sich Dieselmotoren des renommierten unabhängigen Motorenherstellers Deutz in Köln-Porz. Die Marke dieses Unternehmens ist seit über 140 Jahren eine feste Größe in der Welt der Gerätehersteller und Gerätebetreiber. Um auch in der Zukunft wirtschaftlich und mit höchstem Qualitätsanspruch produzieren zu können, werden jetzt im Bereich der Motorenmontage die Hauptkomponenten eines umfangreichen, aus dem Jahr 1992 stammenden fahrerlosen Transportsystems ersetzt.
Den Auftrag für die Erneuerung erhielt die MLR System GmbH. Zum Auftrag, der bis Anfang 2010 abgeschlossen sein wird, gehört unter anderem die Lieferung von 43 frei fahrenden Gabelhubwagen vom Typ Phoenix BS-1,0 Lr. Sie werden die bisher eingesetzten, induktiv geführten Fahrzeuge eines anderen Herstellers ablösen und zukünftig im Dreischichtbetrieb an maximal sechs Tagen in der Woche unterwegs sein – auf einer Gesamtstrecke von etwa 6 800 Metern und mit Geschwindigkeiten bis zu 1,6 m/s (vorwärts und rückwärts).
Ein WLAN-System mit 5 GHz stellt Deutz bauseits zur Verfügung. Die Umsetzung des umfangreichen Projekts koordiniert bei der Deutz AG ein extra dafür eingesetztes Planungsteam. Für die zahlreichen Schnittstellendefinitionen und die Integration des neuen Systems in die vorhandene Rechnerstruktur ist die IT-Abteilung verantwortlich. Die Projektleitung des kompletten Auftrages liegt bei Gregor Thomé von der Deutz- Werksstrukturplanung.
Das Projektteam hat die Aufgabe, all jene Funktionen, die in jahrelangen Optimierungen in die alte Anlage eingeflossen sind, an MLR weiterzuleiten, um in der nachfolgenden Pflichtenheftphase das Gesamtsystem weiter zu optimieren.
Die immense Herausforderung bei der Modernisierung der fast 20 Jahre alten Anlage besteht in der zur Verfügung stehenden Zeit: Innerhalb von nur 12 Arbeitstagen müssen die Mitarbeiter von MLR zum Jahreswechsel 2009/2010 gleichsam im fliegenden Wechsel die neuen Fahrzeuge mit Komponenten der bisherigen Geräte versehen, weitere wichtige Anlagenbestandteile installieren, die neue Anlage in Betrieb nehmen und an Deutz übergeben – und das bei gleichzeitiger Erhöhung der Leistung und Optimierung der Leitrechnerfunktionen.
Beim Umbau der neuen Geräte wird den MLR-Ingenieuren einiges Können abverlangt. So erhalten die Fahrzeuge vier verschiedene Hubgabeln – teilweise mit Lastzentrierungen, denn sie dienen dem Transport von ganz unterschiedlichen Ladeeinheiten, die bis zu 1 000 kg schwer sein können: Transportboxen, Gitterboxen, Paletten in Längs- und Querrichtung, große und kleine Motoren und auch Sondergestelle.
Zudem lassen sich die Hubgabeln bis zu einer Höhe von 3 500 mm hochfahren, um das Regalsystem zu bedienen.

Eine ebenfalls nicht alltägliche Arbeit betrifft das Energiemanagement. In die neuen automatischen Hochhubtransporter werden zwar die bisherigen Batterien übernommen, aber diese müssen um zwei Zellen erweitert werden, um die Batteriekapazität zu erhöhen.
In Sachen Design geht Deutz neue Wege: Die Fahrzeuge werden in einem reinen Weiß hergestellt, um so den gestiegenen Ansprüchen der Automotivhersteller in Bezug auf Sauberkeit gerecht zu werden.
Neu wird auch der Leitrechner sein, der in die komplexe Rechnerwelt von Deutz integriert wird. Hier liefert MLR sein System LogOS wegen der geforderten hohen Verfügbarkeit im Hot-Standby- Betrieb, denn die Motorenmontage duldet keinen Stillstand. LogOS wird auch die zahlreichen Schnittstellen wie circa 1 600 Übergabestellen und weitere zahlreiche periphere Einrichtungen, zum Beispiel Fördertechniken, Übergabetische, Visualisierungssysteme und Terminals, verwalten und überwachen sowie den übergeordneten Materialleitrechner und verschiedene Hochregallager anbinden.
Dank der neuen Fahrzeuge und der beschriebenen Maßnahmen wird die Leistung der Gesamtanlage von derzeit 5 800 Transporten pro Tag um 30 Prozent erhöht.
Deutz AG, E-Mail: info@deutz.com, www.deutz.com
MLR System GmbH, E-Mail: mlr-system@mlr.de, www.mlr.de
weitere Themen
FTS
Der Königsweg liegt in der Mitte
Es kommt auf die Prozesse an. Denn oft ist gerade bei FTS-Anwendungen, statt komplett oder gar nicht zu automatisieren, eine Teil-Automatisierung die beste Lösung. Doch dazu bracht man auch die richtigen Fahrzeuge.
Rocla ist laut eigenen Angaben der einzige Anbieter für fahrerlose Transportsysteme (FTS) mit eigener Produktion für fahrerlose und manuell betriebene Flurförderzeuge. Bei der Konzipierung [...]
Neuartige Lagernavigation
Auf der CeMAT legt Jungheinrich den Fokus auf den innerbetrieblichen Materialfluss. Unter dem Expo-Dach präsentiert das Unternehmen innovative Lösungen entlang der intralogistischen Prozesskette. Als erstes Unternehmen weltweit zeigt Jungheinrich eine neuartige Lagernavigation, die im Breitgang eingesetzt werden kann.
„Damit wird es in Zukunft möglich sein, auch die Prozesse außerhalb des Schmalgangs noch effizienter und sicherer zu [...]
Teil-Automatisierung im Blick
Die neue Generation fahrerloser Transportfahrzeuge von Rocla, der ATX, ist ein wesentlicher Bestandteil des neuen Konzepts der Teil-Automatisierung von Prozessabläufen. Der ATX ist ein Niederhubwagen, welcher für die Unterstützung innerbetrieblicher Kommissionierprozesse genutzt werden kann.
Zeitaufwendige Transporte zwischen dem Lager und der Verladung werden nach der Kommissionierung selbständig vom ATX durchgeführt. Durch Teil-Automatisierung der Prozesse können [...]
Gemeinsam erfolgreich
Frog AGV Systems BV aus Utrecht, Niederlande, stellt auf der CeMAT zusammen mit den Firmen Votex-Bison aus Heeze, Niederlande, und der CSS GmbH aus Rammesbach, Deutschland, aus. Auf dem Gemeinschaftsstand sehen Interessierte einzigartige Kombinationsmöglichkeiten von Fahrerlosen Transportsystemen (FTS) von Frog, Seitenladern und Schwerlastern von Votex-Bison sowie dem innovativen Coiltransportsystem der CSS GmbH.
Halle 25, Stand F11
Frog [...]
Flexibel und gut getaktet
Mit ihren neuen Fahrerlosen Transportsystemen schaffen es die Blumenversteigerer von Plantion, ihre Versteigerungskunden optimal zu bedienen – auch mechanische Tätigkeiten sind Teil dieser Lösung. E&K zählt sich in Europa zu den Marktführern, wenn es um die Realisierung von Fahrerlosen Transportsystemen (FTS) und um Automatisierungstechnik in der Intralogistik geht.
Unter dem Markennamen Teletrak bietet E&K Lösungen und Praxisbeispiele [...]
Gute Kombination
Ylog kombiniert ihr führerloses Transportsystem mit der Behälterlogistik eines Kleinteilelagers. Diese Variante bietet neue flexible und effiziente Logistiklösungen für individuelle Kundenanforderungen. Mit autonom agierenden Shuttles (AiV – Autonomous intelligent Vehicles), werden die Ladungsträger mit bis zu 40 kg Zuladung transportiert. Neben der Optimierung der Leistungs- und Kostenpotenziale ist das Ylog-System in der Lage, die Komplexität [...]
Casero zeigt, was er kann
Fahrerlose Transportsysteme finden sich in öffentlichen Gebäuden wie Pflegeheimen, Hotels und Büros noch eher selten. Doch das wird sich ändern. Die MLR System GmbH hat ein Fahrzeugkonzept entwickelt, das genau für solche Anwendungen prädestiniert ist. Sein Name: Casero.
Er entstand als Servicefahrzeug im Rahmen des WiMi-Care-Projektes für den Einsatz nahe am Menschen. Beim Casero kommen [...]
Fließend montiert
Zwei statt vier Achsmontagelinien – das erreichte die MAN Nutzfahrzeuge AG mit ihrem neuen Montagekonzept, bei dem Fahrerlose Transportsysteme eine zentrale Rolle spielen. Ein hoher Automatisierungsgrad ist aus der Automobilbranche nicht mehr wegzudenken, so auch bei der MAN Nutzfahrzeuge AG.
Am MAN-Standort München werden angetriebene Vorder- und Hinterachsen sowie Verteilergetriebe für unterschiedliche Fahrzeugtypen produziert. Dabei sind [...]
Flexibel zu neuen Traktoren
Valtra setzt in seinem Werk seit neuestem auf fahrerlose Transportsysteme. Der Clou dabei: Die FTS sind über ein ausgeklügeltes Netzwerk in die übergeordnete Logistikstrategie des Unternehmens integriert. Der finnische Traktorhersteller Valtra hat die Beschickung seiner Fertigungslinie durch ein FTS der Firma Rocla automatisiert.
Die Anforderungen der Taktproduktion und der hohe Grad an Ausrüstungsvariationen werden durch [...]
















