FTS: Kürzere Lieferzeiten und höhere Betriebsssicherheit mit fahrerlosen Transportsystemen

17.02.2009

Vor allem weil die Sicherheit der Fahrer nicht ausreichend gewährleistet war, setzt man beim Papierhersteller Usin de Condat nun auf FTS statt auf Stapler. Der Zusatznutzen: Jetzt sind auch kürzere Lieferzeiten möglich.

Die Implementierung eines Fahrerlosen Transportsystems (FTS) bei Usin de Condat in Le Lardin, Frankreich, hat zu substanziellen Einsparungen und qualitativen Verbesserungen geführt. Doch es dauerte, bis es so weit war, denn vor der Entscheidung für einen FTS-Anbieter hat Condat erst eine Benchmarking-Analyse durchgeführt, wobei besonders die Erfahrungen von Druckereibetrieben mit FTS-Lösungen berücksichtig wurden. Insgesamt hat Condat für die Modernisierung seiner Lagerlogistik Angebote von drei Herstellern eingeholt. Wie Frédéric de Agostini, Werksleiter von Condat erklärt, waren die ausschlaggebenden Entscheidungskriterien die Haltbarkeit und Zuverlässigkeit der Fahrzeuge sowie die Möglichkeit Rollen von mehr als 4 t im Kaminlager bis zu 4 m hoch zu heben. Darüber hinaus war die von Rocla vorgeschlagene Lösung aus bautechnischer Sicht am besten und wirtschaftlichsten zu implementieren. Hierzu de Agostini weiter: „Anhand unserer Ergebnisse und unter Berücksichtigung der uns vorliegenden Konzepte erschien uns die von Rocla vorgeschlagene Lösung als die beste.“

Der Lieferumfang der FTS-Anlage umfasste neun Fahrzeuge, die durch Laser-Triangulation gesteuert werden. Derzeit bewältig die Anlage die Transporte von der Papiermaschine zum Kaminlager und vom Lager zur Schneidemaschine mit jeweils 40 Rollen pro Stunde. Das Gewicht der Rollen beträgt dabei bis zu 5 400 kg.

Seit August 2007 übernehmen nun die Fahrerlosen Transportsysteme von Rocla Oyj die Transporte der Papierrollen zwischen der Produktion über das Lager zur Weiterverarbeitung vollautomatisch im 24-Stunden-Betrieb. Vor der Modernisierung wurden diese Transporte von insgesamt 20 Fahrern in 5 Schichten mir vier manuellen Staplern bewältigt.

„Dies führte zu Problemen mit der Sicherheit und zu Beschädigungen an den Rollen,“ betont de Agostini: „Auch die Betriebskosten im Hinblick auf Wartung und Personal waren beträchtlich.“ Von Anfang an hatte Condat konkrete Vorstellungen über die Durchführung und die Ergebnisse bei diesem Projekt. „Aber gewisse Parameter waren nicht ausdrücklich in der Ausschreibung angegeben und stellten sich erst im Laufe der Installation heraus,“ erläutert Jacques Malbet Verkaufsleiter von Rocla in Frankreich.

  • Von vorne herein stand fest, dass die Rollen in einem bestehenden Gebäude gelagert werden müssen und
  • dass eine größeren Lagerkapazität geschaffen werden musste, um die Ausbringung der Formatschneidemaschinen zu verbessern.
  • Ferner passte man die bestehenden Förderanlagen an, um ein reibungsloses Zusammenspiel zwischen den bestehenden Einrichtungen und der FTS-Anlage zu gewährleisten und somit einen lückenlosen Materialfluss zu sichern:

„Diese Ausstattung erlaubt es uns, laufende Bestellungen und kurze Lieferfristen mit Lieferung innerhalb von 48 Stunden zu gewährleisten“, präzisiert de Agostini.

Weniger Transportschäden
Auch die Lagerverwaltung wurde automatisiert, um eine reibungslose Ein- und Auslagerung zu gewährleisten und eine optimale Auslastung der Kapazitäten zu garantieren. Schließlich sorgte man für eine Minimierung des Papierverlustes durch Transportschäden an den Rollen, durch anderweitige Störungen bei der Beförderung und durch Verbesserung der Sicherheit und Sauberkeit im Lagerbereich.

Eigenschaften der Rollen

  • Durchmesser: 600 – 1 600 mm
  • Länge: 400 – 2 500 mm
  • Gewicht: bis zu 5 400 kg

Die Rollen werden mit einer betriebseigenen Software identifiziert und an das Lagerverwaltungsprogramm (WMS) weitergegeben. Das WMS kontrolliert alle Ein- und Ausgänge im Lager nach dem vom Betreiber spezifizierten Parametern. Im Bedarfsfall können neue Prioritäten in Echtzeit in das System eingegeben werden.

Die zu transportierenden Rollen werden durch die Condat-Betriebssoftware identifiziert und diese Informationen dann an das Lagerverwaltungsprogramm (WMS) übertragen. Das Lagerverwaltungsprogramm kontrolliert alle Ein- und Ausgänge im Lager nach dem vom Betreiber spezifizierten Parametern. Im Bedarfsfall können neue Prioritäten in Echtzeit in das System eingegeben werden. Der Werksleiter von Condat ist mit der Leistung der FTS Anlage zufrieden:

„Die Anforderungen an die FTS-Anlage waren eine Ein- und Auslagerung von durchschnittlich jeweils 40 Rollen pro Stunde mit Produktionsspitzen bis zu 57 Rollen, das ist gewährleistet. Ferner haben wir seit Inbetriebnahme der Anlage merkliche Einsparungen bei den Personal- und Entsorgungskosten erlebt. Durch die Automatisierung des Lagers kann heute der Verbleib jeder Rolle genau nachvollzogen werden. Weiter haben wir Verbesserungen in den Arbeitsbedingungen, der Sauberkeit und der Sicherheit gemacht. Darüber hinaus kann sich die Anlage problemlos an die Schwankungen in der Produktion anpassen. Zu erwähnen gilt auch, dass die Anlage durch den vollautomatischen Batteriewechsel autonom arbeitet.“ so de Agostini weiter.

Dass Condat mit den Leistungen der Anlage äußerst zufrieden ist, zeigt sich auch daran, dass das Unternehmen derzeit die Möglichkeiten für den Einsatz von weiteren Fahrerlosen Transportsystemen im Unternehmen prüft.

„Unsere Profession ist die Papierherstellung, und alles, was automatisiert werden kann, muss automatisiert werden,“ schließt Frédéric de Agostini.

Rocla OYJ, E-Mail: rocla@rocla.com, www.rocla.com

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